Normale Pensionierung

24. Oktober 2012 07:00; Akt: 21.10.2012 21:27 Print

Die 3 Säulen der Altersvorsorge

Das ordentliche Rentenalter für Männer ist 65, für Frauen beginnt der Ruhestand 1 Jahr früher. Einem entspannten und sorgenfreien Übertritt in den Ruhestand geht eine sorgfältige Planung voraus.

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Die AHV-Altersrente wird bei der Pensionierung nicht automatisch ausbezahlt, sondern muss beantragt werden. (Bild: postfinance)

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Erste Säule: Existenzsicherung

Die Altersvorsorge besteht aus 3 Säulen. Die obligatorische Altersrente der AHV gehört zur 1. Säule und ist wichtiger Bestandteil der Altersfinanzierung. In den meisten Fällen reicht sie aber nicht aus, um einen finanziell sorgenfreien Ruhestand zu geniessen. Die AHV sichert lediglich ein Grundeinkommen, das sich aufgrund der Beiträge an die 1. Säule beziehungsweise des erzielten Einkommens berechnet. Die gesetzlich festgelegte Maximalrente der AHV bedeutet vor allem für Personen mit hohem Einkommen eine Einschränkung. Ausserdem: Sind beide Ehepartner in Rente, erhalten diese eine "gesplittete" beziehungsweise gemeinsame Rente. Diese ist höchstens 1,5 Mal so hoch wie die Maximalrente. Wichtig zu wissen ist ausserdem, dass fehlende Beitragsjahre automatisch zu einer Kürzung der AHV-Rente führen; auch eine Minimalrente wird gekürzt. Umso wichtiger ist es deshalb, sich über fehlende Beitragsjahre frühzeitig zu informieren. Entsprechende Auszüge des individuellen Kontos können bei der zuständigen Ausgleichskasse bestellt werden.

2. Säule: obligatorische berufliche Vorsorge

Die berufliche Vorsorge ist die 2. Säule in der Altersvorsorge und dient dazu, den Lebensstandard im Ruhestand in angemessener Weise fortführen zu können. Ab einem gesetzlich festgelegten Einkommen ist die Pensionskasse für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ebenfalls obligatorisch. In den meisten Fällen reichen die 1. und 2. Säule aus, um rund 60% des letzten Einkommens zu gewährleisten. Oftmals versichern Arbeitgeber ihre Mitarbeitenden aber zu besseren Leistungen, als dies das Gesetz vorsieht. Oder der Vorsorgenehmer erhöht seine Leistungen selber mit freiwilligen Einkäufen, wenn es das Reglement der Pensionskasse zulässt.

3. Säule: wichtige private Vorsorge

Neben der obligatorischen Vorsorge der 1. und 2. Säule dient die freiwillige Vorsorge im Rahmen der 3. Säule dazu, Einkommenslücken im Alter, angepasst an die individuellen Bedürfnisse, zu schliessen. Die private Vorsorge besteht aus den Säulen 3a und 3b, wobei die Säule 3b sämtliche freien Vorsorgen umfasst wie beispielsweise Kontoguthaben, Bargeld, Fondsanlagen und Lebensversicherungen. Die Säule 3a wird vom Staat mit steuerlichen Vorteilen privilegiert. Die gängigsten Formen sind Vorsorgekonten und Lebensversicherungen. Eine genaue Prüfung der individuellen Vorsorgesituation und die Beratung durch einen Spezialisten helfen, ein Optimum an Vorsorge zu erreichen.

Anmelden und Planen der Bezüge

Die AHV-Altersrente wird bei der Pensionierung nicht automatisch ausbezahlt, sondern muss beantragt werden. In der Regel geschieht dies 3 bis 4 Monate vor dem Erreichen des Rentenalters mit einem Anmeldeformular bei der zuständigen Ausgleichskasse. Das genaue Vorgehen bei der Pensionierung ist abhängig vom jeweiligen Reglement der Vorsorgeeinrichtung; eine rechtzeitige Prüfung lohnt sich deshalb.

Bezug der 3. Säule

Der Bezug der privaten Vorsorge im Rahmen der 3. Säule ist abhängig von den bestehenden Vorsorgelösungen. Lebensversicherungen werden per vertraglich definierten Ablauf fällig und Guthaben auf Vorsorgekonten 3a können 5 Jahre vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters bezogen werden. Bei einem Bezug von mehreren Kapitalien aus der 2. Säule oder der Säule 3a kann es sich lohnen, die Bezüge gestaffelt über mehrere Jahre zu verteilen. So kann die Steuerprogression gebrochen werden.

Mehr Informationen finden Sie unter: PostFinance/Vorsorge

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