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Projekt 2700 Zürich–Moskau

16. September 2017 14:30; Akt: 17.09.2017 14:28 Print

Megaride nach Moskau – macht der Körper mit?

Jürg Hösli ist zu seiner 2700 Kilometer langen Velofahrt nach Moskau gestartet. Das Team fuhr gehen Regen und Navigationsprobleme an.

Tag 1 der Abenteuerfahrt: Ernährungsdiagnostiker und Kolumnist Jürg Hösli bricht zur 2700-Kilometer-Biketour nach Moskau auf.
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Das Abenteuer startet am Freitagmorgen 2.30 Uhr in der Früh. Radklamotten überstreifen und noch ein letztes Mal darüber nachdenken: «Wieso mach' ich das überhaupt». In der Dunkelheit der Morgenstunden schwingt sich Jürg Hösli auf sein Bike. Endlich kann es losgehen, endlich werden sich die vielen Trainingseinheiten und Stunden der mentalen und physischen Vorbereitung auszahlen.

Beim Start am Paradeplatz in Zürich finden sich eine Handvoll Frühaufsteher ein, die Hösli an diesem kühlen Herbstmorgen auf den ersten ein Prozent der Strecke begleiten. In Winterthur warten ein paar der Sponsoren mit warmem Kaffe, einer Stärkung und Goodies für die Begleitfahrer. Die Pause fällt kurz aus, denn es stehen noch fast 2700 Kilometer an. Ein rascher Abstecher zu den Eltern und schon bald fährt das Team über die Grenze nach Deutschland.

Die Gedanken kreisen

Die Tage vor der Abfahrt waren intensiv. Vieles musste vorbereitet werden: Hösli und seine sechsköpfige Begleitcrew bereiteten ihr Wohnmobil mit Elektronik, Gepäck und Nahrungsmittel vor. Die neuen Radklamotten trafen gerade noch rechtzeitig ein. In einer Nachtschicht fertigte sie die Druckerei mit Logos an. Das Team montierte und testete die Funkelektronik, rüstete das Begleitauto mit allem Wichtigen aus und zu guter Letzt drehte es nochmals eine Runde mit dem Rad, um auch sicher zu sein, dass alles funktioniert.

An vieles musste gedacht werden, aber wo sind die Gedanken kurz vor dem Start? «Klar geht einem noch einiges durch den Kopf, alles was die letzten Monate und Tage noch geschehen ist. Haben wir alles dabei? War das Training ausreichend? Macht der Körper mit? Was könnte passieren?». Doch überwiegt die Freude, dass es nun so weit ist und das grosse Ziel endlich in Angriff genommen werden kann.

Plötzlich war das Netz weg

Bis zur Grenze lief alles glatt und so hat Hösli schon um 7.30 Uhr deutschen Boden unter den Rädern. Wie ein Schweizer Uhrwerk tritt er in die Pedalen und macht schnell Land gut. Dann ändert sich die Landschaft, es wird hügelig. Wir befinden uns ausserhalb vom grossen Verkehr. Und auch ausserhalb einer guten Netzabdeckung. Im Begleitfahrzeug kämpft die Crew mit Navigation und Tracking. Ohne Netz geht der Fahrer von Zeit zu Zeit auf dem Bildschirm verloren und muss mit einer kleinen Aufholjagd wiedergefunden werden. Eine Herausforderung für die Crew.

Die Stunden verfliegen, Hösli pedalt und plaudert munter weiter. Schon wird es langsam dunkel. An Feierabend denkt Hösli noch nicht und hängt nochmals zwei Stunden an. Inzwischen regnet es in Strömen. Gegen 22 Uhr endet der erste Tag auf dem Bike. Eine Bilanz, die sich sehen lässt: 358 Kilometer. Sein Tagesziel hat Hösli mehr als erfüllt. Weitere rund 2'350 Kilometer bis zum Roten Platz in Moskau warten noch auf ihn und sein Team.

(seh)