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Projekt 2700 Zürich-Moskau

15. Juli 2017 17:54; Akt: 15.07.2017 18:05 Print

Mein Ziel ist eine Beziehung

von Jürg Hösli - 2700 Kilometer auf dem Velo bis nach Moskau: Warum sich Jürg Hösli ein Ziel setzte, das ihn von seinem bisherigen Leben wegzog.

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Ein Titel der missverständlich sein mag, aber Sie werden ihn gleich verstehen. Ich werde oft gefragt, warum Moskau und vor allem mit dem Rad. Die Antwort ist gar nicht so einfach. Ich habe mich vor rund einem Jahr überhaupt nicht mehr wohl gefühlt in meiner Haut. Es war die Folge von zu viel Arbeit und zu wenig Zeit für mich selbst. Ich wollte mein Leben verändern.

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Darum setzte ich mir ein Ziel, welches so gross war, dass es mich komplett braucht: Ich wollte meine Leidenschaft, meinen Perfektionismus, meine Lust und auch meine Grenzen austesten. Es musste mich von meinem bisherigen Leben wegziehen, mich komplett erfüllen, so würde ich dem neuen Weg folgen. Wer sich ein Ziel aussucht, der geht eine Beziehung ein, ob er will oder nicht. Wie bei jeder erfüllenden Beziehung: Eins plus eins sollte immer drei geben.

Abnehmen ist kein Ziel

Wenn ein Ziel uns nicht mit Emotionen erfüllt, uns nicht im Leben einen Schritt weiterbringt, müssen wir uns fragen, warum wir dieses überhaupt erreichen wollen. Abnehmen ist in meinen Augen streng genommen kein Ziel: man rennt von einem Zustand weg und wird irgendwann scheitern. Die Waage stagniert oder wir enden in einer unsäglichen Sucht.

Wenn die gleiche Person aber für sich ein erstrebenswertes Ziel formuliert: Ich sehe mich, wie ich den letzten Kilometer eines Halbmarathons renne, angefeuert von tausenden von Menschen. Im Ziel warten meine Liebsten, welche mich unterstützt haben auf dem Weg wieder fit zu werden. Dieser Mensch erlebt einen echten Gewinn, voller Emotionen und Erlebnisse und danach strebe ich mit meiner Reise.

Kein emotionaleres Ziel als Moskau

Vor rund 18 Jahren besuchte ich meine Freunde in Moskau zum ersten Mal. Es war für mich eine Herzensreise, immer schon faszinierte mich die Hauptstadt dieses faszinierenden Reiches. Mein erster Besuch besiegelte mein Schicksal. Ich hörte Tschaikowskys Nussknacker im Kreml, besuchte die heiligen Hallen der Moskau State University und erlebte eine Liturgie in der Christ-Erlöser-Kathedrale.

Wir feierten mit tollen Menschen und natürlich durfte Wodka nicht fehlen. Der Rote Platz und die Basilika hatten mich mit ihrer unendlich grossen Magie in ihren Bann gezogen. Von da an war ich viele Male in Moskau, erlebte zahlreiche Momente der Gastfreundschaft. Ein emotionaleres Ziel gibt es für mich nicht.

Radfahren – ein emotionaler Virus

Warum Radfahren? Ich bin Dozent im deutschen Radsportbund für Ernährung und habe in meiner Laufbahn viele Profis betreut. Sportlich war ich nie im Ausdauersport zu Hause, doch der Radsport faszinierte mich schon immer. Während sieben Jahren begleitete ich Thomas Ratschob – zu seiner aktiven Zeit einer der besten Ultracycler der Welt – und war bei vielen Rennen live dabei.

Zudem arbeitete ich im Bereich der Ernährung mit dem mehrfachen Race Across America Fahrer und Weltrekordhalter Christoph Strasser zusammen. Somit war der Virus «Radfahren» auch in mir. Die Emotionen dieser Fahrer wollte auch ich einmal erleben. Nun ist es bald soweit.

Mein Ziel ist gebaut aus tiefer Freundschaft, faszinierenden Momenten mit tollen Sportlern, einem sehr langen Weg durch fremde Länder mit vielen Überraschungen, wunderbaren Menschen, die mich begleiten. Und der Rote Platz ist ein Ziel, welches mich durch seine Bedeutung und Schönheit magisch vorwärts treiben wird.

Wer ein Ziel hat, der sollte immer:

– Sich gewiss sein, dass es Platz in seinem Leben hat und nicht die eigene Energie oder diejenige seines Umfeldes überfordert.

– Sein Ziel positiv formulieren und nie vor etwas wegrennen.

– Es sollte irgendwann erreicht werden können, sonst kommen wir nie zur Ruhe.


PS: Da ich für PluSport Behindertensport Schweiz Dozent bin, habe ich mich entschlossen für den Verband Gelder zu sammeln und die ganze Fahrt unter diesen Stern zu stellen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Balu am 15.07.2017 18:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum die Eile?

    Sorry, aber du ersetzt ein Hochleistungsprojekt (zu viel Arbeit) durch ein anderes - 2700km mit dem Velo in nur 11 Tagen. Was soll das ausser Fitness bringen? Schade, du verpasst sehr viel: sich auf die tolle Landschaft und die Menschen auf der Reise einzulassen. Dabei vom Alltag und der Hektik weg und zu sich selber zu kommen. Eine Veloreisende.

  • Unknown am 15.07.2017 19:02 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo

    Eine Sucht löst die andere ab:) :)

  • Barbara am 15.07.2017 18:42 Report Diesen Beitrag melden

    Hösli

    Er ist sicher ein hervorragender Sportler und Hut ab vor seinem Ziel!! Aber als Ernährungswissenschaftler fehlt im das Gespür ,wenn seine Aussage heißt ,abnehmen ist kein Ziel!Es ist sogar ein sehr emotionales Ziel..Und das Gewicht sein lebenslang zu halten und nicht die Freude zu verlieren an seiner Ernährungsumstellung ist am Ziel angekommen zu sein

Die neusten Leser-Kommentare

  • Schmetterling am 15.07.2017 19:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht der erste

    Diese Strecke sind vor Hösli auch schon andere gefahren (notabene ohne Arzt, Masseurin, Velotechniker etc...) Kenne auch ein Trio, das von Zürich nach Shanghai gefahren ist und dabei sehr viel Geld für SOS Kinderdorf gesammelt hat. Warum Hösli das so breit treten muss, als wäre er der erste, der so etwas tut, ist ein wenig fragwürdig und penetrant.

  • Expat am 15.07.2017 19:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selbstverwirklichung kann jeder

    Also langsam glaube ich, der will eine Sekte gründen. Es reicht jetzt mal mit seinen unfundierten Erkenntnissen die er von sich gibt. Es leisten tagtäglich viele Menschen grösseres und sinnvolleres als nach Moskau zu fahren. Ein Arzt in einem Kriegsgebiet um nur ein Beispiel zu nennen. Hört auf, bevor es peinlich wird.

  • Herren Ernst am 15.07.2017 19:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht für Jedermann

    Super Idee selbst würde ich mich nicht auf ein Velo setzten, denn der Technick ausgeliefert zu sein, macht ein auch nicht frei. Wandern und sich die Zeit nehmen macht mehr sinn.

  • Unknown am 15.07.2017 19:02 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo

    Eine Sucht löst die andere ab:) :)

  • Barbara am 15.07.2017 18:42 Report Diesen Beitrag melden

    Hösli

    Er ist sicher ein hervorragender Sportler und Hut ab vor seinem Ziel!! Aber als Ernährungswissenschaftler fehlt im das Gespür ,wenn seine Aussage heißt ,abnehmen ist kein Ziel!Es ist sogar ein sehr emotionales Ziel..Und das Gewicht sein lebenslang zu halten und nicht die Freude zu verlieren an seiner Ernährungsumstellung ist am Ziel angekommen zu sein