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Einfach gut essen

16. Januar 2018 10:51; Akt: 16.01.2018 10:51 Print

«Meine beste Freundin isst fast nichts mehr»

von Diana Studerus - Zuzusehen, wie eine Freundin immer dünner wird, ist schwierig. Sie darauf anzusprechen, ist noch schwieriger. Leserin A. ist verunsichert. Diana Studerus mit Antworten.

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Wenn eine Freundin immer dünner wird und sich alles nur noch ums Thema Essen und Aussehen dreht, kann das ein Zeichen für eine Essstörung sein. (Bild: Katarzynabialasiewicz)

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Liebe Diana

Meine beste Freundin isst in der letzten Zeit fast nichts mehr und hat auch stark abgenommen. Ich mache mir echt Sorgen um sie! Ich glaube, sie hat eine Essstörung, und ich würde ihr gerne helfen. Was soll ich tun?

A. (16 Jahre)

Liebe A.

Danke für deine Frage! Ich habe da keine einfache Antwort zur Hand. Du kannst alles tun und irgendwie auch nichts! Aber ich rate dir, deine Freundin auf die Situation anzusprechen, und zwar genau so, wie du es in deiner Frage formuliert hast: Ich merke, dass du weniger isst und abgenommen hast, und das macht mir echt Sorgen ... ich würde dir gerne helfen. Was kann ich denn gerade für dich tun?

Formuliere deine Sorgen, versuche von deiner Wahrnehmung auszugehen und nicht gleich eine Diagnose zu stellen (du hast eine Essstörung) oder eine Lösung anzubieten (iss doch mehr ...). Deine Sorgen still mit dir herumzutragen, bringt weder dir noch deiner Freundin etwas. Da sein, das Gespräch anbieten, zuhören, begleiten ... das mag unscheinbar wirken, kann aber für Betroffene viel bedeuten! Und ja, manchmal braucht es auch eine Freundin, eine Aussensicht, die Betroffenen die Ernsthaftigkeit der Situation durch eine Frage klarmachen.

Menschen mit Essstörungen sind sich meistens ihrer Schwierigkeiten sehr bewusst, schaffen es aber häufig nicht, aus eigener Kraft die Situation zu verändern – so sehr sie das auch wollen! Das führt zu Gefühlen wie Scham oder Rückzug, und die wenigsten wollen über die Situation gerne sprechen. Hab' also Verständnis, wenn deine Freundin vielleicht nicht reden will, abblockt, die Dinge überspielt oder verharmlost und deine Hilfe ablehnt. Für Aussenstehende ist es meist sehr schwierig, dass sie nichts oder nicht viel tun können. Dies auszuhalten ist sehr belastend. Aber nichts sagen und resignieren finde ich nicht sinnvoll.

Ich hoffe, meine Antwort hilft!
Herzliche Grüsse

Diana

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lory am 16.01.2018 11:02 Report Diesen Beitrag melden

    Selbst betroffen

    Ich leide selber seit gut 2 Jahren an Magersucht und kann sagen, dass die Unterstützung der Freunde und Familie extrem wichtig sind. Sage ihr, dass du dir Sorgen machst und für Sie da bist. Aber versuche Sie nicht zu bedrängen oder zu etwas zu zwingen. Biete ihr ein offenes Ohr und eine Schulter zum anlehnen. Niemand sucht sich dir Krankheit aus und es ist wichtig, dass man die betroffenen Personen nicht verurteilt. Alles gute dir und deiner Freundin.

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  • Studi am 16.01.2018 11:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    richtiger weg

    Ich kenne mehrere Magersüchtige. Die einen hat die Anteilnahme von Familie und Externen gerettet, andere haben sich gerade dadurch noch mehr zurück gezogen und haben sich verraten gefühlt, was alles nur verschlimmerte. Es gibt nicht DEN richtigen Weg. Deshalb empfehle ich den Weg zu gehen der für einen stimmt, so dass man später dazu stehen kann und man sich keine Vorwürfe machen muss. lg

  • manu am 16.01.2018 11:18 Report Diesen Beitrag melden

    geht davon aus

    dass es nichts nützen wird, alles andere wäre falsche hoffnung, allerdings finde ich auch, zumindest etwas sagen soll man, da es anfangs nichts nützen wird in regelmässigen abständen...

Die neusten Leser-Kommentare

  • madlen am 18.01.2018 09:05 Report Diesen Beitrag melden

    Gewicht ansprechen ist oft nicht konstruktiv

    'ich merke,dass Du abgenommen hast und mache mir Sorgen'kann eine Essstörung auch anfeuern...ich würd das Gewicht nicht ansprechen sondern den Umweg über das 'wie geht es dir wirklich' nehmen..'du schaust nicht so fit aus'usw. Dünner=chicer. .

  • Marisposa am 17.01.2018 15:07 Report Diesen Beitrag melden

    Andere Gründe?

    Sie muss ja nicht zwingend an einer Essstörung leiden. Vielleicht hat sie grossen Kummer? Als ich mich mal in einer Lebenskrise befunden habe, war mir ständig übel und ich konnte schlicht nichts mehr essen.

  • Huki am 17.01.2018 08:12 Report Diesen Beitrag melden

    Wünschte mir ein bisschen mehr....

    Ich bin seit 30 Jahren untergewichtig, nur in meinen Schwangerschaften hatte ich Normalgewicht, da hatte ich auch immer Hunger, wenn ich nicht einen disziplinierten Essplan einhalte, was oft schwierig ist, geht mein Gewicht sofort runter, mein ältester Sohn hat das selbe Problem, weiss nicht ob das genetisch ist, ich habe selten Hunger. Ich hab meinem Sohn auch schon gesagt, du musst mehr essen, ich verstehe jetzt besser warum sich mein Umfeld Sorgen um mich gemacht hat, mache ich mir zeitweise auch um ihn, mich hat das früher total genervt, weil es mir gut ging.

  • Lisa am 16.01.2018 18:04 Report Diesen Beitrag melden

    Na und?

    Ich habe viele Freundinnen die fast nichts essen einfach weil sie Essen nur als Mittel zum Zweck ansehen den Körper am Leben zu halten und nicht als Genuss wie andere. Ist doch nicht schlimm. Finde das ist jedem selbst überlassen. Und die heutige Gesellschaft akzeptiert dickere Menschen einfach nicht als gleichwertig wie dünne ;-) leider Fakt

  • René am 16.01.2018 16:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sei einfach ihre Freundin

    Ich empfehle dir aus eigener Erfahrung, dich nicht zu sehr für deine Freundin verantwortlich zu fühlen. Das ist Sache der Eltern. Heute würde ich sogar soweit gegen, das Thema Essen/Krankheit völlig auszuklammern. Denn es bringt nichts, verstärkt die Essstörung sogar noch. Wichtig und heilsam ist es hingegen, deiner Freundin Wertschätzung entgegen zu bringen. Zeig ihr, dass sie für dich wertvoll ist, indem du mit ihr Zeit verbringst, offen für sie bist. Alles auf Augenhöhe. So begreift sie, dass es noch mehr gibt als das Thema Essen, Gewicht etc. Das schafft Raum, in dem sie unabhängiger von der Essstörung wird.