Fitness

Wir bringen Sie in Form.
Hier erfahren Sie alles rund um Training, Ernährung und einen sportlichen Lifestyle.

Eat this!

10. Juni 2017 11:45; Akt: 10.06.2017 11:45 Print

Eisenkiller Stress

Wer regelmässig Sport, vor allem Ausdauer trainiert, hat einen erhöhten Bedarf an Eisen. Sport und Eisenmangel – wie hängt das zusammen? Antworten von Jürg Hösli.

storybild

Bei Eisenmangel ist weder Körper noch Gehirn zu Höchstleistungen in der Lage. (Bild: Steex, iStock)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Ohne Sauerstoff keine Energie und je mehr der Sauerstofftransport in unserem Körper eingeschränkt wird, desto müder werden wir und desto schlechter regenerieren wir im Alltag. Das Eisen spielt hier eine sehr wichtige Rolle. Wenn wir Luft in unsere Lungen einatmen, gibt es einen Austausch von Sauerstoff und dieses wird vom roten Blutkörperchen aufgenommen und ins Zielgebiet transportiert. Dass es dies überhaupt kann, dafür sorgt das im roten Blutfarbstoff enthaltene Eisen.

Umfrage
Leiden Sie unter Eisenmangel?
57 %
20 %
14 %
9 %
Insgesamt 840 Teilnehmer

Wenn wir in einen wirklichen Mangel an Eisen geraten, dann kann der Körper nicht mehr genügend rote Blutkörperchen bauen und es kommt zu einer Blutarmut oder Anämie und wir fühlen uns matt und ausgezehrt.

Davon sind vor allem Frauen aufgrund der Monatsblutung betroffen, seltener auch Herren z.B. aufgrund von Hämorrhoiden und folgendem Blutverlust. Durch das verlorene Blut geht auch Eisen verloren. Und je stärker die Blutzungen auftreten, desto schwieriger wird es diese Menge mit der aufgenommenen Nahrung zuzuführen.

Die Aufnahme ist keine einfache Angelegenheit und wird durch verschiedene Umstände gestört. Nicht nur die üblichen Genussmittel, Kaffee oder Tee, ebenfalls Milch, verschiedene Inhaltsstoffe im Gemüse können die Eisenaufnahme hemmen sondern auch unser Alltagsstress, zu viel Sport, zu wenig Schlaf oder natürlich eine Mangelernährung.

Die Darmwand ist ein sehr fragiles Konstrukt, welches durch unsere Überlastungen im Alltag direkt beeinflusst wird. Bei Darmerkrankungen wie Morbus Crohn Colitis Ulcerosa ist es bekannt und untersucht, dass Eisenmängel sehr schnell entstehen können. Wird der Darm aber auch durch immer mehr Stress im Alltag beeinträchtigt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit einer Transportstörung.

Wir sehen dies insbesondere bei Sportlerinnen, welche oft und sehr intensiv trainieren Eisenmängel, obwohl sie sich vermeintlich «gesund» ernähren. Durch eine Regulierung der Trainingsintensität, Hebung des Kohlenhydratanteils während den intensiven Trainings haben wir gute Erfolge erzielt und die Mängel wurden nicht nur beim Eisen weniger, sondern beim Vitamin B12, welches ebenfalls sehr wichtig ist für die Herstellung von roten Blutkörperchen.

Auch bei Frauen mit einem hohen Alltagsstress scheint es zu einer verschlechterten Eisenresorption zu kommen. Dies spielt nun besonders bei der Beseitigung des Engpasses eine wichtige Rolle. Denn wenn Menschen mit einem besonders hohen Stressfaktor nun Tabletten nehmen, dann bleibt kaum etwas im Körper zurück und die Nebenwirkungen für den Darm können recht heftig sein.

Die Alternative bildet eine Eiseninfusion. Hier wird der Darm als Resorptionsbarriere umgangen und die Speicher deutlich schneller und wirksamer aufgefüllt. Die Problematik ist hier, dass oft zu schnell zu dieser Methode gegriffen wird, auch wenn noch kein wirklicher Eisenmangel festgestellt wurde. Dann ist eine Infusion vor allem weggeschmissenes Geld und nicht wirksamer als ein Placebo.

Wer sich im Moment sehr erschöpft fühlt, der kann sicherlich über eine Blutanalyse beim Hausarzt herausfinden, ob ein Eisen - Mangel existiert. Wichtig wird dann aber auch den Stress im Alltag zu reduzieren und nicht einfach von Infusion zu Infusion zu rennen und die eigentliche Ursache zu vernachlässigen.

Wer sich erschöpft fühlt:

1. Frühstücken!

2. Kohlenhydratanteil vor allem beim Mittagessen auf 1/3 des Tellers erhöhen.

3. Wer schlecht schläft: Kohlenhydratanteil (Reis, Pasta) am Abend auf 1/3 des Tellers erhöhen.

4. Mit einer Fachperson das Training und vor allem Regeneration überprüfen!

5. Sportgetränke/Fruchtschorle bei allen intensiven Trainings nehmen.

6. Abends Fernseher ausgeschaltet lassen und Handyverbot!

7. Abendspaziergang.

(seh)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 2 Tage, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Snooker am 10.06.2017 12:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ist halt so

    Darum mache ich kein Sport ich schaue und genieße.

  • Werner Wenger am 10.06.2017 12:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Normalo ung gesund

    Jürg Hösli wiederholt einmal mehr, dass das Eisenproblem und viele andere Stressfolgen mit ganz normalem Tagesrythmus und ganz ausgewogener Ernährung im Gleichgewicht gehalten werden können. Man ist nicht gestresst, man lässt sich stressen und dagegen kann man gezielt etwas tun, wenn man will.

    einklappen einklappen
  • Jane am 10.06.2017 14:03 Report Diesen Beitrag melden

    Nebenwirkungen Infusion nicht lustig!

    Wäre es so einfach hätte ich nicht ständig ein Mangel. Derzeit feritin Gehalt bei 11 bei einer vor sechs Monaten durchgeführten Infusion. Tabletten wirken bei mir nicht. Die Infusion hätte mich dann leider fast umgebracht. Hätte sechs Stunden nach der Infusion Schwellungen im Hals und Mund und Mühe beim atmen und Eiswürfel immer schlimmer.Da Weekend musste ich in den Notfall. Hab irgendwas gespritzt bekommen und nach 2 Stunden wars dann wieder besser. Ich Vertrag es einfach nicht. Jetzt wieder Tabletten und ich verzweifle fast weil ich immer noch müde und Schlapp bin.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Nicole Schmidt am 11.06.2017 10:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    eisen

    ich 37, kämpfe seit dez.16 mit zu tiefen hb..wurde bei mir fest gestellt weil ich beim arzt ein test verlangte feritin under 8 hb 10.3 danach 2 infusionen tat mir gar nicht gut...im feb. feritin 60 hb.12.6 dann nahm ich eisen aktiv schaue auf di ernährung april feritin 39 hb 11.7 jetzt war ich am samstag beim artzt feritin keine ahnung hb 10.7 mein chribbeln in den fingern meine taube zunge mein erschöpfung der muskulatur immer ähnlich ärtzte ??kein plan?und ich keine geduld mehr möchte mich mal wider ganz normal fühlen...

  • Fusafafugá am 11.06.2017 10:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine Angst

    Eine Infusion mit Placebo vergleichen? Naja. Eiseninfusionen helfen immer und sind vor allem fürs Eisen besser wie Tabletten! Die kann man lange Schlucken - ausser Verstopfung passiert nichts!

  • NaturalDoc am 11.06.2017 09:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stoffwechsel

    Eisenmangel ist ein Stoffwechsel Problem kein Menstruationsproblem ! Frauen mir Eisenmangel fehlen essentielle B -Vitamine um Eisen bilden zu können ! Oder sie haben HPU .. eine Stoffwechselstörung mit massivem B6 Mängel !

  • Schweiger am 11.06.2017 01:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ganzheitliche Ansicht

    Erfrischender Beitrag, Herr Hösli! Sonst liest man oft, man solle bei Eisenmangel rotes Fleisch, Flocken und Kerne, Hülsenfrüchte etc. essen. Im Artikel bringt Hr Hösli eine ganzheitlichere Perspektive zum Ausdruck. Der Lebensstil als Ganzer hemmt oder verstärkt Mangelerscheinungen.

  • Nina am 10.06.2017 23:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    tcm

    Ich hatte auch extremen eisenmangel und verschiedene Tabletten, floradix, 2 infusionen usw ausprobiert. seit 4 Jahren ernähre ich mich nach TCM (traditionelle chinesische medizin) und mein eisenwert ist im grünen Bereich.