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Einfach gut essen

15. August 2017 09:33; Akt: 15.08.2017 09:33 Print

Hungern bringt nichts im Kampf gegen Bauchfett

von Diana Studerus - Markus (51) möchte abnehmen, besonders das Fett am Bauch soll weg. Ernährungsberaterin Diana Studerus erklärt, was dabei hilft.

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Liebe Diana

Ich will abnehmen: Ich (51) bin 1,80 cm gross und wiege etwa 95 Kilo, die ich unter anderem als Bierbauch mit mir herumschleppe. Ich esse seit Anfang Jahr weniger Fett, weniger Wurstwaren, verzichte auf Knabberzeug und Süsses und trinke nur noch ein Glas Alkohol in der Woche. Damit habe ich gut fünf Kilo abgenommen, am Bauch hat sich aber kaum etwas verändert (rund 2 cm weniger) und jetzt bleibt das Gewicht seit etwa sechs Wochen gleich. Es geht nicht weiter. Ich weiss, dass Abnehmen Zeit braucht, aber ich glaube, ich muss noch andere Hebel in Bewegung setzen. Darum möchte ich wissen, ob es spezielle Empfehlungen gibt, wenn man eigentlich nur am Bauch abnehmen will.

Umfrage
Wie steht es um dein Bauchfett?
9 %
33 %
26 %
32 %
Insgesamt 3685 Teilnehmer

Liebe Grüsse
Markus

Lieber Markus
Danke für deine Frage! Ich habe die aktuelle Forschung zum Thema «Bauchfett abbauen» durchgearbeitet und kann vorweg schon mal sagen, dass es leider nicht das Patentrezept dafür gibt.

Es werden zahlreiche Aspekte rund um Bauchfett erforscht, auch weil wir wissen, dass damit ja ein beachtliches gesundheitliches Risiko einhergeht und schon eine kleine Abnahme des Bauchumfanges einen grossen Benefit darstellt. Also schon ein bisschen weniger Bauch bringt gesundheitlich betrachtet sehr, sehr viel! Die zwei Zentimeter sind also alles andere als nichts.

Also, alles der Reihe nach: Dass Bauchfett entstehen kann, hängt nicht nur von der Energiebilanz, sondern auch massgeblich von der Hormonlage ab. Das heisst, du kannst noch so sehr auf die Kalorienmenge schauen, das allein reicht in den allermeisten Fällen nicht aus, damit der Bauch verschwindet. Männer neigen aufgrund ihrer Hormonlage eher dazu, Fettgewebe im Bauch einzulagern als Frauen. Kommt dann noch eine niedrige Testosteron- und/oder Wachstumshormon-Ausschüttung dazu, scheint dies die Fetteinlagerung beim Mann stark zu begünstigen. Aber auch chronischer Stress (ausgelöst durch wenig Schlaf und emotionalen Stress) und die dabei ausgeschütteten Hormone scheinen eine wesentliche Rolle bei der Entstehung von viszeralem Fettgewebe zu spielen – dies zeigt sich auch bei Frauen. Über den Einfluss von Stress auf das Gewicht sprechen wir also noch.

Nebst Hormonen hat aber auch die Alltagsbewegung wesentlichen Einfluss auf den Bauchumfang. Alltagsbewegung heisst: zu Fuss gehen, Velo fahren, Treppen steigen und Ähnliches. So zeigen Studien, dass sowohl Steigerung als auch Reduktion der Alltagsbewegung bei gleichbleibenden Essgewohnheiten das Bauchfett beeinflussen: Mehr Alltagsbewegung gleich weniger Bauchumfang – und logischerweise der Umkehrschluss, je weniger man auf den Beinen ist, desto grösser wird der Bauch. Und das – wie gesagt – ohne dass an der Ernährung etwas verändert wurde.

Und schliesslich scheint die Zufuhr an Nahrungsfasern auch mit der Menge des Bauchfetts in Zusammenhang zu stehen. Studien zeigen, dass die Erhöhung der Zufuhr an den sogenannten löslichen Nahrungsfasern (beispielsweise aus den Schalen von Früchten oder Linsen, Kartoffeln und Rüebli) sowie Haferflocken mit einer Reduktion des Bauchfettes verbunden ist.

Ich denke, dass diese drei Hebel – Hormone, ausreichend Alltagsbewegung und genügend lösliche Nahrungsfasern – bei der Reduktion des Bauchfetts neben der Energiebilanz wirklich Beachtung verdienen.

In der nächsten Kolumne widmen wir uns dann dem Thema Stress und Hormone.

Herzlich,
Diana


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sandra am 15.08.2017 09:43 Report Diesen Beitrag melden

    Protein und Bewegung

    viele proteinhaltige Produkte und Bewegung, Bewegung und Bewegung

  • Peter Duck am 15.08.2017 09:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auch hungern ist gut

    Oh! Tatsächlich. Mir hat es in 8 Monaten -29Kg gebracht, aber es war auch reichlich vorhanden!

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  • Snuff89 am 15.08.2017 10:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ohne zucker

    Nur schon auf Zucker zu verzichten egal ob im Essen oder bei Süssgetränken bewirkt Wunder ;)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • m.k. am 16.08.2017 11:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auf Zucker verzichten

    Einfach den Zucker möglichst weglassen.

  • Analytiker am 16.08.2017 09:53 Report Diesen Beitrag melden

    Bewegung ist gesund, aber ....

    Bewegung ist gesund. Zum abnehmen taugt sie aber nicht, denn gleichzeitig verstärkt mehr Bewegung auch das Hungergefühl. Um den Körper zu zwingen, die Fettreserven zu verbrauchen, ohne die Muskeln abzubauen, muss einerseits genügend Energie zugeführt werden aber gleichzeitig der Insulinspiegel tief gehalten werden. Dies erreicht man am besten mit einer Kombination aus Bewegung, wenig Kohlenhydraten, sehr viel Fett und langen Pausen zwischen den Mahlzeiten.

  • die natürliche am 16.08.2017 08:25 Report Diesen Beitrag melden

    mit wenig disziplin figur behalten

    eigentlich stört mich mein bäuchlein nicht. nur meinem rücken zuliebe schaue ich, dass es nicht weiter wächst. denn nur wer eine starke bauchmuskulatur hat, kann rückenprobleme weitgehend vermeiden. von mai bis septemer schwimme ich wenn möglich täglich fast eine stunde am stück. in den anderen jahreszeiten ist täglicher spaziergang eine freude, bei guter schneelage ist schnee-schuhlaufen sport der spass macht, auch für eine seniorin mit fast 72! keine fertigen speisen, alles selbst kochen und backen(rezepte um 1/3 weniger zucker) so kann ich essen was mir spass macht und behalte meine figur

    • Brian am 16.08.2017 13:38 Report Diesen Beitrag melden

      Bravo

      Schön das zu lesen, weiter so! :-)

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  • Futter am 16.08.2017 08:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ach ja

    nachher vielleicht nicht mehr, aber vorher weniger essen würde es nicht anschwellen lassen. Könnte ja sein.

  • Pipo am 16.08.2017 07:28 Report Diesen Beitrag melden

    Knabberzeugs

    Abends nichts mehr knabbern und für den Notfalld immer eine Handvoll natürlich belassener Nüsse zur Hand haben. Tagsüber 3 Mahlzeiten und nichts mehr Zwischendurch. Den Magen auch mal wieder knurren lassen. Nicht zuviel auf einmal wollen und nicht zuviel umstellen.