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Eat this!

24. Februar 2018 15:41; Akt: 24.02.2018 15:41 Print

Wer Stress im Beruf hat, isst eher ungesund

von Jürg Hösli - Je mehr Stress wir haben, desto mehr neigen wir zu ungesunder Ernährung. Warum Essen nach Hungergefühl in eine Sackgasse führt.

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Zu viel Stress verleitet zu ungesunden Angewohnheiten. (Bild: Poike)

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In der heutigen Zeit versuchen immer mehr Menschen, mit elektronischen Mitteln Chef über unsere Ernährung zu werden. Zeigt die Wage ein paar Kilo zu viel, ist man frustriert und versucht sich mit der nächsten Diät. Fitnesstracker sind Verkaufshits, schliesslich will man über jede Kalorie die Kontrolle haben.

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Essen Sie nach Hungergefühl?

Dabei geht oft vergessen, dass sich der Körper nicht an die Vorgaben eines Trackers hält. Aufgrund eines sehr harten Trainings am Vortag, eines kleinen Infekts oder nur schon der Umgebungstemperatur kann der Verbrauch vom üblichen Soll abweichen. Doch alles muss berechnet werden – das gehört in unsere Zeit!

Sackgasse: Essen nach Hungergefühl

Ziehen wir dies in Betracht, dann scheint es umso unsinniger: Immer stärker versuchen wir über elektronische Hilfsmittel, unserem Körper das Mitspracherecht zu entziehen. Dies meist mit dem besten Willen, etwas Gutes zu tun. Doch gibt es Alternativen?

Immer mehr Berater predigen das Essen nach Hungergefühl. Doch leider führt uns auch dies genauso oft in eine Sackgasse oder anders gesagt ins Übergewicht oder in die Energielosigkeit, denn das Problem der heutigen Zeit ist unser täglicher Stress.

Schoggi, Gummibärli und Kuchen

Wir stehen auf, unsere Gedanken drehen sich um unsere Projekte, Aufgaben und Termine. Die Zeit drängt, nach dem Duschen noch schnell einen Kaffee, und dann muss es auch schon losgehen. Frühstück ist Fehlanzeige, denn man hat ja keinen Hunger. Ich esse etwas Kleines in der Pause. Eine Aufgabe folgt der nächsten.
Der Körper ist im Jagdmodus, will zusätzlich Energie bereitstellen. Doch ausser den Tasten am Computer oder den nächsten Termin jagen wir kaum noch etwas nach.

Der Körper lagert die Energie ein, leider oft am falschen Ort. Der körperliche Stress wird immer grösser. Der Körper hat es langsam satt, dass er hungern muss, und meldet dem Kopf endlich Heisshunger. Und nun wird es kritisch, denn der Appetit wächst, allerdings nicht nach Brokkoli, Reis und Trutenbrust, sondern nach Schoggi, Gummibärchen und Kuchen. Wer es doch noch bis zum Mittagessen schafft, greift gern umso mehr nach Brot. Stress drängt unsere inneren Sinne in den Hintergrund. Wir nehmen uns zu spät wahr. Umso mehr kompensieren wir später im Laufe des Tages. Und genau das geht umso stärker ins Gewicht, vor allem auf der Waage.

Stress verändert Hungergefühl

Je weniger Ernährungsstruktur wir im Alltag haben, je weniger Zeit wir uns für unseren Körper und unsere Gesundheit nehmen oder nehmen können, desto mehr gerät unser Körper in einen Stress. Dieser verändert wiederum unser Hungergefühl, lässt uns schneller zu Süssem, Salzigem oder Brot greifen.

Je weniger selbstbestimmt wir in unserem Alltag sind, je mehr unser Terminkalender uns den Tagesablauf diktiert und kaum mehr Pausen gönnt, desto ungesünder wird unser Essverhalten. Wir müssen uns wirklich fragen: Ist es noch eine artgerechte Haltung, wenn wir Fitnesstracker als Basis unserer Gesundheit brauchen, um wenigstens noch etwas Struktur im Alltag zu haben?

Zeche mit unserer Gesundheit zahlen

Die Verantwortung liegt bei den Firmen, die uns volle Terminkalender einbrocken, so dass wir kaum mehr Zeit zum Essen finden. Es kann nicht angehen, dass wir die Zeche mit unserer Gesundheit zahlen, damit die Geschäfte mehr Umsatz machen.

Doch geben wir dies mit unserem Kopf an unseren Körper weiter. Wir müssen immer mehr leisten. Logisch, dass der Körper eine Lohnerhöhung will, und die Folge sehen wir in der jährlichen Statistik beim Übergewicht.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mala82 am 24.02.2018 16:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mensch wird zu Roboter

    Der Mensch hat verlernt auf seinen Körper zu hören! Wir ticken bald wie Roboter und vergessen UNS!

  • Kerzscheks am 24.02.2018 18:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keiner mag Stress

    Immer dieser Stress, niemand mag den Typ;)

  • Chris am 24.02.2018 17:03 Report Diesen Beitrag melden

    Recht hast du, schweigen solltest du

    In einem Vortrag eines Psychiaters habe ich aufgeschnappt, dass er zwar vielen Leuten geholfen habe ein besseres Leben zu führen, aber danach waren diese Menschen auf dem Arbeitsmarkt nichts mehr wert. Leider bringt es nichts, den Winkelried zu geben wenn die anderen dann tatenlos stehen bleiben...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Delphin64 am 26.02.2018 11:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Preise!

    Manchmal sind es auch die Preise, die einem zu einer ungesunden Ernährung zwingen!

  • Sabrina am 26.02.2018 09:55 Report Diesen Beitrag melden

    Vorsorgen!!

    Deshalb achte ich in stressigen Zeiten ganz besonders auf eine guter Ernährung (koche selbst vor und nehme das ins Büro mit), einen täglichen Spaziergang von mind. 30 MInuten an der frischen Luft (das kann dann auch auch mal um 4h morgens sein, ist aber Pflicht), sowie genügend Schlaf. Obwohl ich wegen Geschäftsberichten seit Dezember durchschnittliche eine 55h-Woche habe, kann ich das alles fast problemlos umsetzen. Ich bin allerdings auch Single, bzw. habe keine Kinder und kann meine Arbeitszeit relativ frei einteilen.

  • Pardo am 26.02.2018 09:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich das "Huscheli"

    Jedes mal das Gleiche. Läuft etwas schief sind immer die anderen schuld. Ich würde natürlich gesund essen, wenn da nur der stressige Job nicht wäre. Und das behauptet ausgerechnet die heutige ICH Generation

  • Cartman am 26.02.2018 08:26 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn ....

    ... wir uns mehr damit befassen würden, was in den Produkten drin ist, anstatt uns naiv von der Werbung und der Verpackung blenden zu lassen (Fit-Müesli, "die ach so gesunde Kinder-Milchschnitte", etc.), würden sich viele von uns automatisch gesünder ernähren. Auch wenn wir Stress haben.

  • Vanessa am 25.02.2018 20:27 Report Diesen Beitrag melden

    nachdenken

    es hat etwas Wahres, denn ich konnte bei mir selber beobachten, dass ich bei Stress Hungegefühle unterdrücke und danach eher zu ungesundem Essen greife. Nicht aus Mangel als Zeit zum Kochen, sondern eher aus purer Lust. Dennoch muss ich mir selber an der Nasse nehmen, denn der Stress durch viel Arbeit hatte ich meistens durch den Wille überall sein zu wollen und das Vermeiden Nein zu sagen. Stress war in meinem Fall sehr oft selbsgemacht und nicht unbedingt verlangt. Da sollten viele ansetzen umd stets hinterfragen: habe ich wirklich Stress oder lasse ich mich zu sehr stressen?