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15. Januar 2018 14:51; Akt: 15.01.2018 14:51 Print

Gönnen Sie Ihrem Darm eine Pause

von Jürg Hösli - In Apfel oder Weizen gibt es Zuckerverbindungen, die auf die Verdauung schlagen können. Das wissenschaftlich geprüfte Fodmap-Konzept verspricht einen gesunden Darm.

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Fodmap-haltige Nahrungsmittel wie Äpfel oder Vollkornbrot schlagen nicht per se auf die Verdauung. Aber bei chronischen Verdauungsbeschwerden kann eine Fodmap-arme Ernährung vielleicht ein Ansatz sein. (Bild: Lighthaunter)

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Immer mehr Menschen gehen mit starken, wiederkehrenden Bauchschmerzen zum Arzt. Oft heisst dann die Diagnose Reizdarm. Der Beginn einer Odyssee von Arztbesuchen, Medikamenten und Versuchen, mittels Alternativmedizin das Problem in den Griff zu kriegen.

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Können Sie sich vorstellen, sich nach dem Fodmap-Konzept zu ernähren?

Die Diagnose Reizdarm ist sehr ernüchternd, da dies eine nicht genau definierte Erkrankung ist, über die noch wenig Wissen besteht.

Stoffe, die dem Darm zu schaffen machen

Doch warum haben so viele Menschen Schmerzen? Einen wichtigen Ansatz bildet die sogenannte Fodmap-Liste. Fodmap ist die Abkürzung für «fermentable oligo-, di- and monosaccharides and polyols »(dt. «fermentierbare Oligo-, Di- und Monosaccharide sowie Polyole», etwa vergärbare Mehrfach-, Zweifach- und Einfachzucker sowie mehrwertige Alkohole). Es handelt sich somit um eine Gruppe von Kohlenhydraten und mehrwertigen Alkoholen, die in vielen Nahrungsmitteln vorkommen. Diese kann der Darm aufgrund von fehlenden Enzymen nicht vollständig abbauen, oder deren Aufnahme ist verschlechtert. Im Dickdarm vergären sie mittels Bildung von Gasen, was zu heftigen Schmerzen führen kann. Die Liste der Fodmap beinhaltet Lebensmittel, die besonders reich sind an Polyole, Fruktane, Galactane, Fructose und Lactose.

Die Idee ist es nun, alle Lebensmittel, die besonders reich an Fodmap sind, zu vermeiden. Ziel ist, die Schmerzen zu verringern und dem Darm etwas «Ruhe zu gönnen». Nach einer gewissen Weile werden die komplett vermiedenen Lebensmittel langsam wieder hochgefahren, um zu überprüfen, ob sich der Darm erholt hat. Viele gewinnen durch diese Liste (mittlerweile gibt es auch eine App) eine Steigerung der Lebensqualität.

Auch für Spitzensportler ein Werkzeug

Auch im Hochleistungssport wurde die Erfahrung gemacht, dass in Zeiten höchster physiologischer Belastung Fodmap-reiche Lebensmittel schlechter vertragen werden. Deshalb wird bei hohen sportlichen Leistungen, wie Rundfahrten beim Radsport, komplett auf solche Lebensmittel verzichtet. Dies führt zu deutlich weniger Darmproblemen und einer erhöhten Leistungsfähigkeit. Die Liste ist also auch für Sportler ein dankbares Werkzeug, damit der Darm im entscheidenden Moment nicht versagt.

In der Ernährungsdiagnostik wird noch ein Schritt weitergegangen. Die Fodmap-Liste ist im eigentlichen Sinne nur eine Symptombekämpfung. Warum gewisse Lebensmittel plötzlich schlechter vertragen werden, wird nicht analysiert. Solche Probleme treten vor allem dann auf, wenn sich Sportler extrem hoch belasten. Daher wurde das Stoffwechselgeschehen von Reizdarmpatienten von uns analysiert, und wir haben bemerkt, dass wir zu den gleichen Bildern kommen wie bei Sportlern an der Regenerationsgrenze.

Der Darm ist ein stressanfälliges Organ

Aus dem Leistungssport kennen wir Mechanismen zur schnelleren Regeneration und Entspannung, die auch zur besseren Verträglichkeit der Fodmap-reichen Lebensmittel führen können. Diese Abläufe haben wir auf Reizdarmpatienten übertragen und gesehen, dass wir damit noch bessere Erfolge erzielen können als mit einer reinen Fodmap-Reduktion.

Wir leben in einer Zeit mit wachsendem Druck und Stress. Da der Darm ein anfälliges Organ auf Stress ist, wird dieses Krankheitsbild in unseren Praxen wohl noch deutlich zunehmen. Daher ist es wünschenswert, dass wir uns noch mehr interdisziplinäres Wissen aneignen, um mehr Menschen helfen zu können.


Im Folgenden stellen wir Ihnen eine Liste zur Verfügung, die Lebensmittel mit hohem (rot) und niedrigem (grün) Fodmap-Gehalt zeigt. Die Tabellen sind als Orientierungshilfe gedacht.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • cycling_alex am 15.01.2018 17:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Werbung oder Info

    Das ist ja wieder ein Artikel mit vielen wissenschaftlichen Begriffen und die Liste mit den eigentlichen Lebensmitteln liegt nicht bei, die bekommt man nur über eine App. Der Artikel ist mehr App-Werbung als dass er informativ ist.

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  • Salve am 15.01.2018 15:19 Report Diesen Beitrag melden

    Ist schon wahnsinnig

    Ich ein 60er Kind, kann mich nicht erinnern, das auch nur irgend jemand in meiner Umgebung an irgendeiner Allergie oder an einer Unverträglichkeit litt. An was liegt das? Ernährung sicher. Viel durcheinander, zu süss, zu salzig, zu fettig. Aber wieviel haben Spritzmittel Schuld? Oder jeden Monat eine neue Diät ausprobieren. Hollywood, Atkins, Smoothis,Zitronensaft Ahornsirupdiät und wie sie alle heissen, haben doch auch Auswirkungen auf unseren Darm. Esst endlich normal. Macht euch nicht ständig Gedanken übers Essen. Das ist doch Wahnsinn.

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  • selber kochen am 15.01.2018 20:14 Report Diesen Beitrag melden

    gesünder

    wundert mich nicht wenn alle immer mehr Fertigessen in die Mikrowelle schmeissen oder Fastfood konsumieren. Selber kochen ist immer noch das gesündeste.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • McKinsey am 18.01.2018 14:05 Report Diesen Beitrag melden

    Backdoor

    Mein Antivirus meldet dass im PDF ein Backdoor zur aktivierung von kamera und Mikrofon ist. Sicher ist sicher.

  • @tti am 18.01.2018 12:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unpassend oder?

    Tschuldigung aber ich muss das einfach fragen: Wem kommt es in den Sinn, diese zwei Beiträge gleich hintereinander zu bringen? Essstörung und gönne deinem Darm eine Pause. Also wirklich...

  • Mollylady am 17.01.2018 10:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was soll ich essen?

    ich weiss nicht mehr was essen. Fleisch habe ich nicht gerne. Pasta und Brot macht dick. Vom Gemüse bekomme ich Blähungen und Früchte haben zuviel Zucker. Eier zuviel Cholestrin und sind aus der Massentierhaltung, Fisch importiert und fettig. Milchprodukte sind auch nicht gut, da zuviel Fett. Hilfe!!

  • Neuman Weiss am 17.01.2018 08:57 Report Diesen Beitrag melden

    Verdauung

    Haferflocken zum Frühstück, Flohsamen, Kreuzkümmeltee, Kamillen/Pfefferminztee oder Kümmel/Anis/Fenchel Tee und 1-2 Woche nichts zu abend essen. Das hat meinem Darm / Verdauung enorm auf die Sprünge geholfen. Es geht mir seither um Quantensprünge besser. Das jeden Tag Früchte und Gemüse auf den Tisch gehört, versteht sich von selber. Und als Getränk stilles Wasser.

  • Car Löttchen am 16.01.2018 17:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gestörtes...

    ...Essverhalten resultiert, wenn man sich anhand dieser Liste ernährt. So kann man ganz sicher nicht normal essen!