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Futterpapst

07. Januar 2017 16:27; Akt: 07.01.2017 16:53 Print

Sixpack – das Statussymbol für die Frau

von Jürg Hösli - Auch Frauen können sich einen Waschbrettbauch antrainieren. Eine Gratwanderung zwischen Erfolg und Nebenwirkungen, wie die Kolumne von Jürg Hösli zeigt.

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Durchtrainiert: Eine Frau macht Rumpfbeugen. (Bild: Mihailomilovanovic, iStock)

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Frau trägt heute Sixpack. Was bei Victoria’s Secret Standard sein muss, hält immer mehr in den Alltag und ins Bewusstsein der Frauen Einzug. Fitnessmodels zeigen sich mit den begehrlichen Linien am Bauch, verkaufen damit hunderte von Ernährungs- und Trainingsplänen. Auf Facebook scheint heute jede das ganze Jahr in Topform zu sein. Das Sixpack scheint ein stetiger Begleiter des gesunden Lebensstils zu sein und ist das neue Statussymbol. Doch die Realität sieht anders aus, ganz anders!

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Kaum ein naturales (drogenfreies) Fitnessmodel wird ausserhalb der unmittelbaren Vorbereitung auf der Bühne ihr Sixpack zeigen können. Natürlich sind sie top trainiert, doch etwas mehr Körperfett als sonst verdeckt unter dem Jahr das Waschbrett. Sie beginnen ihre Vorbereitung rund vier Monate vor der Bühnenpräsenz, senken ihre Kohlenhydrate und heben das Niveau des Ausdauertrainings an. Es ist die Phase, in der viele ihre Tage nicht mehr bekommen, ein hormoneller Wechsel geschieht ähnlich den Wechseljahren. Schlafstörungen kommen, das Haar wird brüchiger, die Haut trockener.

Auch die Psyche ändert sich. Die Dünnhäutigkeit steigt im gleichen Masse wie die innere Unruhe. Die euphorische Stimmung nach dem Training ist oft noch der einzige Kick im Alltag, endlich kommt das Sixpack, oft nur zwei bis drei Wochen vor dem Wettkampf. Nun werden die Fotos gemacht. Und genau diese nehmen sich viele Frauen als Vorbilder für den Alltag.

Einige Fitnessmodels kommen aus einer Magersucht oder stecken grad tief drin. Diese Kontrollstörung ermöglicht es ihnen, ihr Sixpack auch unter dem Jahr zu halten. Nährstoffe werden im Minimum zugeführt. Ansonsten wird auf alles verzichtet, was dem «normalen» Menschen beim Essen Spass macht. Die Realität in der Fitnessszene sieht noch etwas düsterer aus. Kaum ein Coach, der seinen Frauen nicht verbotene Mittel wie Clenbuterol, Ephedrin, Wachstumshormone usw. oder zumindest einen Teil davon gibt. Die Nebenwirkungen werden verniedlicht, der Zweck heiligt die Mittel.

Nicht die Gesundheit der Frauen steht im Zentrum, sondern das «Wohl», endlich Fitnessmodel zu werden. Ein Statussymbol für Gesundheit verkommt zum Sinnbild nicht artgerechter Haltung. Wären Fitnessmodels Tiere, würde sicherlich schon das eine oder andere Schweizer Model eine eigene Bewegung für deren Rettung gegründet haben.

Natürlich gibt es sie, Frauen mit genetisch bedingtem grossem Herz- Kreislauf-Volumen. «Bessere Herzen» pumpen mehr Energie durch den Körper, was einen höheren Stoffwechsel ergibt. Und genau von diesen Körpern können wir lernen. Den Stoffwechsel erhöhen können wir über intensive Intervall- und Krafttrainings.

Wer aber nicht genügend fit ist, der zerschiesst sich seinen Stoffwechsel mit genau diesen Trainings, und der Bauch wächst sogar noch mehr. Darum muss hier zuerst ein Ausdauertraining her mit wenigen moderaten Rumpftrainings, um die Grundlage zuerst aufzubauen, dann stetig und nicht zu schnell die Intensität steigern, was nicht die Kernkompetenz vieler ungeduldiger Frauen ist. Wer schon von Beginn weg hungert, Kohlenhydrate verzichtet, der nimmt sich einen wichtigen Stoffwechsel-Aktivator.

Stress ist ebenfalls ein sehr grosser Stoffwechselkiller genauso wie zu wenig Schlaf oder zu viel Training. Wer nicht genügend isst, bei dem steigen die Nebenwirkungen und nicht der Erfolg. Sixpacks sind heute mehr durch Photoshop und Drogen entstanden als durch harte Arbeit, darum relativiert eure Trainingsziele und geniesst ein bisschen mehr das Leben.


«Wissen rund ums Essen» heisst die Vortragsreihe von Jürg Hösli in Winterthur. Am 11. Januar sind die «Stoffwechselsysteme des Menschen» sein Thema. Alle Details finden Sie erpse, Institut für Ernährungsdiagnostik.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • antonzum am 07.01.2017 16:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sixpack mag ich auch,

    gibt es im Denner oder Coop, in der Migros nicht! -:)))

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  • Peter am 07.01.2017 16:54 Report Diesen Beitrag melden

    muss echt nicht sein

    Frauen mit Six-Pack finde ich nicht sonderlich sexy. Ein bisschen trainiert ist schon toll, trotzdem sollte eine Frau noch eine Frau (und kein Mann) sein. Aber jedem das Seine...

    einklappen einklappen
  • sussianna am 07.01.2017 19:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    no 6 pack

    ich habe vor einem Jahr angefangen leichtes training zu machen! Und bin definitiv zufriedener mit mir und meinem Körper! Ich konnte mit gezielten Training meine Cellulite reduzieren! Und dank der verwendung von Papayakernöl wurde das ergebniss noch besser und meine Haut ist viel straffer! Aber wisst ihr was, einen 6 pack brauche ich jetzt definitiv nicht nachzurennen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Vicien Rolf am 08.01.2017 22:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stimmt so nur zum Teil

    Also ich als Athlet muss sagen das was da steht stimmt so nur zum Teil. Man kann mit einer guten Genetik auch ohne Stoff ein Six Pack haben. Auch denke ich meine Kohlenhydrate nicht so tief. Ich bekomme auch meine Tage in einer Wettkampfvorbereitung und mache kein Ausdauer Training! Klar sind einige Fotos die man von den Models sieht nicht immer aktuell aber wer das ganze Jahr aufs Essen schaut und sich ab und zu mal was gönnt kann seinen Bauch auch außerhalb der Wettkampf Saison zeigen ohne sich zu schämen.

  • strongereveryday am 08.01.2017 22:46 Report Diesen Beitrag melden

    21-15-9

    Frauen haben genauso das Anrecht so stark zu sein wie sie möchten! Zum Glück sagt heute auch niemand mehr: Vorsicht, lerne nicht zu viel, sonst finden dich die Männer nicht mehr sexy!" Wenn also eine Frau ihr ganzes Potential ausschöpfen will, dann soll sie das tun und sich nicht von der Ansicht derjenigen Männer (und Frauen) bremsen lassen, welche Angst vor starken Frauen haben. Viele fitte Frauen haben immer ein Sixpack schaut euch mal die Crossfitterinnen an!

  • Celine P am 08.01.2017 21:24 Report Diesen Beitrag melden

    Verantwortung

    Für alle, die noch nachdoppeln von wegen mein Sixpack kommt vom Chipsessen, haltet mal den Rand. Treibt euch mal in den Gyms rum, hört euch mal die Gespräche der jungen Girls an, den Druck, den sie durch die Gesellschaft verspüren, das Unwissen über ihren Körper. Die Gesellschaft wurde durch ständig neue Erkenntnisse über Ernährung und Training irrgeführt. Jürg nimmt seine Verantwortung wahr und klärt auf, zum Schutz der vielen jungen Damen in der Umkleide, welche auf meinen flachen Bauch spähen. Geh dann auch mal auf eine zu und erkläre ihr, welche Massnahmen ich dafür treffen musste.

  • Elizabeth am 08.01.2017 16:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bei mir

    Ich gehe einmal pro woche ins Tanzen, jogge häuffig, und spiele Basketball. Ich habe so ein sixpack ansatz seitdem ich 8 bin, und mehr tu ich nicht dafür . Nebenwirkungen hatte ich bis jetzt auch keine...

  • Gins am 08.01.2017 11:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weiblich

    Ich bin eindeutig in der falschen Zeit geboren, für mich gilt als schön Frauen wie Marilyn Monroe, Sofia Loren und aus jetziger Zeit Scarlett Johansen. Sinnlich, kurvig, weiblich! Kein mageres 6- pack Ding! Geschmacks Sache halt!