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11. Februar 2018 14:17; Akt: 11.02.2018 14:17 Print

«Die richtigen Fette zünden den Super-Turbo»

von Sulamith Ehrensperger - Gute Fette, schlechte Fette – was macht den Unterschied aus? Arzt Kurt Mosetter gibt Antworten.

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«Die richtigen Fette sind in der Lage, einen in der Evolution entwickelten Super-Turbo innerhalb der Energiekraftwerke der Zellen zu zünden», verrät Arzt Kurt Mosetter. Eine Vielzahl unterschiedlicher gesunder Fette liefern unter anderem Nüsse, Mandeln, Leinöl, Hanföl, Chiasamen, Kokos, Olivenöl. Jedes Fett hat seine Stärken. Was die einen an Benefit bringen, können die anderen Fette oft nur begrenzt leisten. All diese pflanzlichen Fette sollten nicht erhitzt werden, sonst oxidieren sie, werden ranzig und verlieren ihren Wert. Kokosfett dagegen ist ein guter Kandidat für die Küche und lässt sich sehr gut erhitzen. Berühmt für seine besonderen Qualitäten ist das altbekannte Olivenöl. Oliven verfügen über sehr wenig ungesättigte Fette, dafür jedoch über wertvolle Inhaltsstoffe für Reparaturarbeiten in den Zellwänden. Der inneren und äusseren Anwendung über die Haut werden wahre Wunder nachgesagt. Wichtig in diesem Zusammenhang ist, zu sagen, dass die Qualität wirklich top sein sollte. Untersuchungen aus Skandinavien entlarvten sehr viel minderwertiges Öl in den Regalen. Die berühmten mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren, vor allem in Meeresfisch und Algen, verfügen über antientzündliche Fähigkeiten, nützen den Gefässen, dem Herz-Kreislauf-System und schützen das Gehirn. Mosetters heissester Tipp für den Winter: Damit Sie beim Sport den Turbo zünden können, gehören Baum-, Para-, Pecan-, Macadamia- und Cashew-Nüsse, Mandeln und Pistazien in die Hosentasche!

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Fett ist nicht gleich Fett. Verraten Sie uns, welche dem Körper guttun?
Eine Vielzahl unterschiedlicher gesunder Fette finden Sie in Nüssen, Mandeln, Leinöl, Hanföl, Chiasamen, Kokos, Olivenöl, Bergkäse, Bio-Weiderind, Meeresfisch und Algen. Das Spektrum dieser Fette dient ganz unterschiedlichen Gesundheitsbelangen. Jedes Fett hat seine Stärken. Was die einen an Benefit bringen, können die anderen Fette oft nur begrenzt leisten.

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Ungesättigte Omega-3-Fettsäuren sind in aller Munde. Was hat es mit diesen auf sich?
Die berühmten mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren, vor allem in Meeresfisch und Algen, verfügen über antientzündliche Fähigkeiten, nützen den Gefässen, dem Herz-Kreislauf-System und schützen das Gehirn. Unser psychoemotionales Wohlbefinden und die Gedächtnisleistungen können damit gestärkt werden.

Neben Meeresfisch und Algen beziehungsweise für alle, die nicht gerne Sushi mögen: Womit kann ich mir noch Omega-3 zuführen?
Ebenfalls reich an Omega-3-Fetten sind Leinöl, Hanföl, Leindotteröl, Rapsöl, Walnussöl und Chiasamen. Diese Fette sind pflanzlicher Herkunft und in ihrer Form kürzer, also kurzkettiger als die Omega-3-Fette aus Fischöl. Sie haben ebenfalls antientzündliche und stoffwechselfördernde Fähigkeiten; sie bringen dem Gehirn und Nervensystem jedoch wenig. Ihnen fehlen die DHA und EPA, die langkettigen, biologisch aktiveren Formen der Omega-3-Fette der Meeresfische und Algen. Sojaöl verfügt ebenfalls über kleine Mengen an Omega-3-Fetten, kann jedoch bei vielen Menschen den Darm sehr belasten.

Viele Öle verlieren an wertvollen Inhaltsstoffen, wenn sie erhitzt werden. Welche Tipps haben Sie, damit diese beim Kochen nicht draufgehen?
All diese pflanzlichen Fette sollten nicht erhitzt werden, sonst oxidieren sie, werden ranzig und verlieren ihren Wert. Kokosfett dagegen ist ein guter Kandidat für die Küche und kann sehr gut erhitzt werden.

Es ist ein richtiger Hype: Alles spricht von der Kokosnuss. Ist diese im Kern wirklich so wertvoll oder als Gesundmacher überbewertet?
Die sogenannten gesättigten mittelkettigen Fettsäuren MCT der Kokosnüsse füttern die Energiekraftwerke der Zellen, die Mitochondrien, aber helfen wiederum dem Herzen weniger. Bei Sportlern können die MCT von Kokosnüssen und Mandeln geradezu Flügel verleihen, da Fett im Gegensatz zu Zucker nicht vergoren werden kann und so kein Laktat und keine Übersäuerung entsteht.

Viele Sportler schätzen Proteinshakes auf Milchproteinbasis. Gibt es auch tierische Fette, die für den Körper wertvoll sind?
Gute tierische Quellen für mittelkettige Fettsäuren mit zusätzlichen Anteilen von Omega-3-Fetten sind Bergkäse, Ziegen- und Schafskäse von freilaufenden Tieren. Je höher die Weiden liegen, umso fettreicher das Gras und umso fettreicher und besser sind die Milch sowie die Milchprodukte der Tiere. Viele Hundert Studien der letzten Jahrzehnte konnten ausserdem zeigen, dass auch Epileptiker, Krebspatienten, Parkinson- und MS-Patienten und Menschen mit Energiehaushaltsstörungen von diesen Fetten profitieren können. Für die kurzkettigen Fette (SCT) wie Butyrat gilt das Gleiche. Diese SCT und die Omega-3-Fette können zudem der Darmgesundheit zuträglich sein.

Welches sind die häufigsten Fehler in der Küche, die verhindern, dass der Körper von gesunden Fetten profitieren kann?
Bei einem Überschuss an entzündungsauslösenden Omega-6-Fetten (vor allem im Sonnenblumenöl) und gleichzeitig einem Mangel an Omega-3-Fetten ist es essenziell, Omega-3 aufzufüllen. In diesen Fällen nützen alle anderen Fette leider so gut wie gar nichts. Gesättigte langkettige Fette mit gesunden Eigenschaften finden sich in Sesamöl und Tahini. Hier sollte man jedoch auf die Menge achten. Ein Übermass kann das Körpergewicht belasten.

Ich selbst koche gerne mit Olivenöl und liebe dieses auch in Salaten.
Berühmt für seine besonderen Qualitäten ist das altbekannte Olivenöl. Oliven verfügen über sehr wenig ungesättigte Fette, dafür jedoch über wertvolle Inhaltsstoffe für Reparaturarbeiten in den Zellwänden. Der inneren und äusseren Anwendung über die Haut werden wahre Wunder nachgesagt. Vieles ist wirklich wahr. Wichtig in diesem Zusammenhang ist, zu sagen, dass die Qualität wirklich top sein sollte. Untersuchungen aus Skandinavien entlarvten sehr viel minderwertiges Öl in den Regalen. In diesem Zusammenhang: Es gibt in der Tat auch viel gesundheitsschädliches Fett. Gemieden werden sollten sogenannte industriell verarbeiteten Trans-Fette und gehärtete Fette. In den USA und den meisten skandinavischen Ländern sind Trans-Fette schon lange verboten.

Zusammenfassend lässt sich also sagen: Die richtigen Fette sind Kerosin für den körpereignenen Turbo?
Die richtigen Fette sind in der Lage, einen in der Evolution entwickelten Super-Turbo innerhalb der Energiekraftwerke der Zellen, den Mitochondrien, zu zünden. Ein Vergleich dazu: Unter Bedingungen optimaler Verbrennung von Kohlehydraten beziehungsweise Zucker können bei gut trainierten Personen aus einem Molekül Glukose 38 Einheiten Energie-ATP gewonnen werden. Adenosintriphosphat oder ATP ist, einfach gesagt, der wichtigste chemische Energiespeicher von Lebewesen. Wenn es aber im Stoffwechsel irgendwo klemmt, können leider nur 2 ATP, bei gleichzeitiger Überfrachtung mit Laktat und Ammoniak, erzielt werden. Die Verbrennung einer einzigen Fettsäure kann hingegen 108 bis 120 ATP erzeugen. Dieser Prozess sollte beziehungsweise muss trainiert werden. Der Tipp für den Winter: Ob Ski alpin, Langlauf, Schneeschuhwandern, Biathlon oder Skiflug, damit Sie den Turbo zünden können, gehören Baum-, Para-, Pecan-, Macadamia- und Cashew-Nüsse, Mandeln und Pistazien in die Hosentasche!

Welches sind Ihre liebsten Fette oder fettreichen Nahrungsmittel? Teilen Sie Ihre Tipps im Kommentarfeld.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • M N am 11.02.2018 17:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frage, was ist mit Palmfett?

    Nur der Vollständigkeit halber, Cashew Kerne sind keine Nüsse. Sind Palmfett und Palmkernöl Transfette? Sind sie in den USA und den skandinavischen Ländern verboten? Hierzulande ist ja alles mit diesem unsäglichen, billigen Mist hergestellt. Ich kaufe seit längerem keine Produkte, in welchen Palm in der Zutatenliste steht! Nicht mal mehr die eigentlich geliebte Birewegge! Ich würde mir wirklich wünschen, dass die Grossverteiler, Guetzli-, Glace-, Teig-, Kuchen- und Tortenhersteller, usw. die Ökologische und gesundheitliche Katastrophe dieses Schrotts endlich ernst nehmen!

  • Föns am 11.02.2018 20:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Produkte von der Alp

    Alpkäse und Alpbutter sind sehr gute Omega 3 Lieferanten! Und sind in Bergregionen fast das ganze Jahr beim Bauer zum kaufen!

  • Dr. am 11.02.2018 20:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fette Botschaft

    Ein sehr guter Artikel, der eine wichtige Botschaft vermittelt: Fett ist nicht gleich Fett und auch nicht gleich ungesund! Es gibt gesunde Fette, die gerade im Ausdauersport von essentieller Bedeutung sind. Aber eben es kommt auf die Art und Qualität drauf an.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Föns am 11.02.2018 21:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alpprodukte

    Alpkäse und Alpbutter haben viel Omega 3 Fettsäuren und sind beim Bauer fast das ganze Jahr erhältlich!

  • Google am 11.02.2018 20:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Get your facts right

    'Oliven haben nur wenig ungesättigtes Fett'... Wenn ein Sport / Ernährungscoach nicht einmal die Basics versteht... Olivenöl besteht nämlich bis zu 85% aus ungesättigten Fetten.

  • Dr. am 11.02.2018 20:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fette Botschaft

    Ein sehr guter Artikel, der eine wichtige Botschaft vermittelt: Fett ist nicht gleich Fett und auch nicht gleich ungesund! Es gibt gesunde Fette, die gerade im Ausdauersport von essentieller Bedeutung sind. Aber eben es kommt auf die Art und Qualität drauf an.

  • Föns am 11.02.2018 20:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Produkte von der Alp

    Alpkäse und Alpbutter sind sehr gute Omega 3 Lieferanten! Und sind in Bergregionen fast das ganze Jahr beim Bauer zum kaufen!

  • marko 33 am 11.02.2018 20:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Funktioniert

    Das würde mich schon interessieren wie das funktioniert