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Süssstoffe

11. September 2017 18:39; Akt: 11.09.2017 18:39 Print

Wie schwer liegen uns Light-Produkte im Magen?

von Sulamith Ehrensperger - Süssstoffe machen dick, dement und verändern die Darmflora. Ernährungswissenschaftlerin Saskia Gehrig nimmt die Süssstoffe unter die Lupe.

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Steht «light», «Wellness» oder «zuckerfrei» drauf, ist sind fast immer Süssstoffe drin. Wir kommen also um künstlichen Zucker fast nicht mehr herum. Warum raten Sie davon ab?
Ich rate nicht generell von Süssstoffen ab. Ab und zu und massvoll konsumiert sind sie kein Problem, deren täglicher Konsum hingegen schon. Künstliche Süssstoffe haben zwar keine Kalorien, dennoch sind sie nicht automatisch gesund. Nahrungsmittel ohne Zucker oder Süssstoffe sind deshalb gesüssten Produkten vorzuziehen.

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Jahrelang schien Süssstoff statt Zucker das perfekte Rezept zu sein. Doch die künstliche Süsse hat Nebenwirkungen, wie verschiedene Studien zeigen. Darmprobleme, Diabetes und Übergewicht – sollte man doch lieber die Finger davon lassen?
Die Studienlage ist unklar, aber es deutet immer mehr darauf hin, dass Süssstoffe im Stoffwechsel nicht inaktiv sind, wie anfangs vermutet wurde. Süssstoffe schmecken süss, worauf die Geschmacksrezeptoren mit entsprechenden Signalen an den Körper reagieren. Im Gegensatz zu Zucker liefern sie aber keine für den menschlichen Organismus nutzbare Energie. Süss verbinden wir seit unserer Geburt mit der Zufuhr von Energie. So trinken Babys Muttermilch, die süss schmeckt. Diese Süsse stellt auch eine Garantie für die Qualität, das heisst Unverdorbenheit des Lebensmittels dar. Wir sind bereits seit Geburt auf diesen Geschmack konditioniert.

Süssstoffe fördern also die Lust auf Süsses?
In Tierversuchen stellten Forscher fest, dass Rezeptoren auf Dauer abstumpfen können und der Körper teilweise nach mehr Süssem verlangt. Süssstoffe haben zudem die Eigenschaft, trotz ihrer geringen Menge über eine viel höhere Süsskraft zu verfügen als gewöhnlicher Haushaltszucker.

Süssstoffe sind in aller Munde, aber die Langzeitfolgen sind kaum erforscht.
Bei neueren Untersuchungen mit Mäusen konnte gezeigt werden, dass durch einzelne Süssstoffe gesundheitsrelevante Darmbakterien abnehmen, andere dafür zunehmen. Das dadurch entstandene Ungleichgewicht in der Darmflora hatte bei diesen Mäusen negative gesundheitliche Auswirkungen. Interessanterweise führte die Übertragung dieser Untersuchungen auf den Menschen zu ähnlichen Resultaten. Damit können künstliche Süssstoffe auch beim Menschen eine Gewichtszunahme und eine Glukoseintoleranz, eine Vorstufe von Diabetes Typ 2, auslösen.

Um welche Süssstoffe handelte es sich bei diesen Untersuchungen?
Die vorhin genannten Effekte wurden bei der Verwendung von Saccharin, Sucralose und Aspartam festgestellt. Wobei Saccharin die grössten Auswirkungen auf den Stoffwechsel hatte. Die Auswirkung weiterer Süssstoffe, beispielsweise Acesulfam-K und Stevia sowie deren Kombinationen, auch mit Zucker, bleibt vorerst offen.

Es gibt sie in verschiedenen Varianten und Formen. Für uns Konsumenten sind künstliche Süssstoffe immer schwieriger zu erkennen. Ihre Tipps für die nächste Einkaufstour?
Da hilft nur der Blick auf die Zutatenliste. Wenn auf dem Produkt beispielsweise «ohne Zusatz von künstlichen Süssstoffen» steht, bedeutet dies nicht, dass das Produkt frei davon ist. Das beste Beispiel dafür ist das gewissen Produkten zugesetzte, angeblich natürliche Stevia, wobei es sich tatsächlich um das durch chemische Prozesse gewonnene Steviolglykosid handelt. Auch der Begriff «ohne Zuckerzusatz» ist kein Garant für die Zuckerfreiheit. Oft sind natürliche Zuckerarten, beispielsweise Fruchtzucker, enthalten. Somit lohnt es sich, als Konsument die angegebenen Inhaltsstoffe zu überprüfen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Flitzpiepe am 11.09.2017 19:04 Report Diesen Beitrag melden

    Verzicht auf Fertigprodukte

    Essen und Getränke selber zubereiten - da weiss man was drin ist ;)

  • R.K. am 12.09.2017 05:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Totalverzicht

    Seit am Kiosk fast alle Bonbons und Kaugummis nur noch mit künstlichen Süssstoffen erhältlich sind, konsumiere ich sie nicht mehr, da mein Magen äusserst empfindlich auf sie reagiert. Ich bekomme davon Blähungen und Durchfall und muss daher grundsätzlich auf sämtliche Produkte verzichten, die künstlich gesüsst sind.

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  • Franceskohli am 11.09.2017 20:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zucker

    Ich brauche weder Süssstoffe noch gewöhnlichen Zucker. Ich bin süss genug :b

Die neusten Leser-Kommentare

  • frankjy am 14.09.2017 16:03 Report Diesen Beitrag melden

    kein wunder hab ich immer bauchschmerzen

    Dann könnt ihr alle ab jetzt auch aufhören Kaugummi zu essen...es gibt praktisch keine mehr die Zucker enthalten und keine Süssstoffe

  • Okee am 14.09.2017 14:09 Report Diesen Beitrag melden

    Evtl. nochmals hinter die Bücher

    Erstens kann man nicht von "den Süssstoffen" reden, da es mittlerweile eine Vielzahl davon gibt. Zweitens sind die angesprochenen Studien ein absoluter Witz. Bei den Aspartamstudien bspw. (die an Mäusen durchgeführt wurden) ist die Lage zum einen sehr unklar und zum anderen wurde jeweils eine Dosis jenseits von gut und böse verabreicht (unmöglich für einen Menschen an einem Tag zu konsumieren).

    • franky am 14.09.2017 16:04 Report Diesen Beitrag melden

      jeder wird älter und anfälliger

      schon mal vom steter tropfen höhlt den Stein gehört?

    • Okee am 15.09.2017 08:58 Report Diesen Beitrag melden

      Im Leben nicht

      Man wird diese Mengen, die dort verabreicht wurden nie im Leben zu sich nehmen können. Thema Aspartam: die sichere Menge für Aspartam wurde vor ca 20 Jahren auf 20mg/Kg Körpergewicht gesetzt und bis 2007 stetig auf 50mg erhöht. 50mg/kg Körpergewicht entspricht übrigens über 300 Süssstofftabletten (pro Tag!). Tierversuche werden mit um die 4000mg/kg pro Tag gemacht und trotzdem ist die Studienlage unklar - also bitte... Das sind einfach einmal mehr falsche Infos, genauso wie zu viel Eiweiss zerschiesst generell die Nieren oder Süssstoffe lösen eine Insuinreaktion aus.

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  • marko 32 am 14.09.2017 13:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Super

  • sebastian am 14.09.2017 09:10 Report Diesen Beitrag melden

    mein vater war lebensmitteldingsbums

    und sagte uns schon in den 70gern wir sollen die finger von künstlichen süsstoffen lassen, weil sie so sehr schädlich sind und dem körper falsche signale senden etc, einzig zum früchte/fruchtsalat süssen sind künstliche gut, da so keine feuchtigkeit gezogen wird....

  • S. Schoch am 13.09.2017 17:57 Report Diesen Beitrag melden

    Fragwürdig

    Nicht gerade ein toller Beitrag. Es ist auf jedenfall besser Light-Getränke mit Süssstoffen den Gezuckerten vorzuziehen. Adipositas ist eines der weitverbreitesten Public Health Probleme, da sind Süssstoffe 100 Mal besser als Zucker...