Fitness Challenge – Blog

27. Juli 2017 14:59; Akt: 27.07.2017 16:57 Print

Wer nicht abnimmt, bescheisst sich selbst

Nach einer Sinnkrise hat Julia auf einen Rat aus der 20-Minuten-Community gehört und so ihren Weg gefunden. Jetzt zeigt die Waage sechs Kilo weniger an.

Bildstrecke im Grossformat »
Mit diesem Kommentar unter meinem letzten Beitrag hat Mimy den Ball für mich ins Rollen gebracht. Ich folgte ihrem Rat und kaufte mir das Buch. Die Autorin beschreibt darin ihren nur (!) zweijährigen Weg von 150 zu 65 Kilo bei einer Grösse von 1,75 m. Kurz zusammengefasst lautet ihre Botschaft: Wenn du mehr verbrennst, als du reinhaust, nimmst du ab. Wenn nicht, bescheisst du dich selbst. Also habe ich mir eine App heruntergeladen, die mir hilft, Kalorien zu zählen. Der letzte Check bei Erpse ergab, dass ich – ohne Sport – täglich circa 1900 Kalorien verbrenne. Um abzunehmen, soll ich jetzt nicht mehr als 1600 Kalorien zu mir nehmen. Ausser ich trainiere. Die dabei verbrannten Kalorien trage ich ebenfalls in die App ein, weil ich sie dann bei meinen Menüs draufschlagen darf. Und ich gebe zu: Ich hab schon ein paar Mal eine Sport-Session eingelegt, damit ich mir ohne schlechtes Gewissen etwas gönnen konnte, auf das ich Lust hatte. Konkret mache ich drei- bis fünfmal pro Woche morgens Krafttraining zu Hause. Und zwar mit einem Online-Programm, das mir eine Freundin empfohlen hat (danke Sisa!). Die Workouts sind zwischen 15 und 35 Minuten lang, also absolut machbar. Zusätzlich fahre ich, wann immer möglich, mit dem Velo und laufe Treppen, statt den Lift zu nehmen. Auch meine Wochenenden sind viel aktiver als früher: Es stehen oft Velo-Touren oder wandern auf dem Programm. Bei weniger Zeit oder schlechtem Wetter lege ich eine HIIT-Session auf dem Indoor-Bike ein oder trainiere meine Ausdauer auf dem Crosstrainer. Eines meiner Ziele der Fitness Challenge – endlich Spass an Bewegung zu finden – habe ich definitiv schon erreicht. Den Ernährungsplan habe ich zusammen mit Nilan, meinem Experten vom Erpse-Team, auf meine Bedürfnisse umgeschrieben. Konkret bedeutet das, dass ich immer noch mein Müesli mit Früchten am Morgen frühstücke. Am Wochenende darfs aber auch mal ein dicker Brunch sein, solange ich die Kalorien im Verlauf des Tages wieder einspare oder abstrample. Da mein Sozialleben abends nach der Arbeit beginnt und meistens im Restaurant oder bei Freunden zum Essen stattfindet, sieht mein Mittagessen in der Kantine jetzt oft so aus. Die fettigen Menüs spare ich mir. Weniger Kalorien muss aber nicht immer Salat in der Kantine bedeuten. Im Restaurant wähle ich einfach bewusster (und oft auch mit Hilfe der Kalorien-App) aus. Wenn es abends von den Kalorien her noch drinliegt, dann gönne ich mir auch mal eine meiner geliebten Ramen-Suppen (dieses Exemplar hat ca. 1000 kcal). Oder ein Glace. Oder ein Glas Wein... ;) Wenn ich dagegen durch den Tag sündige, bereue ich das am Abend. Wer geht schon gern hungrig ins Bett? Und das Ergebnis? Nach der Sinnkrise, die der letzte Check bei mir auslöste, darf ich mich nun über diese Ergebnisse der Körperfettmessung freuen. Die verlorenen sechs Kilo sieht man auch im Spiegel. Freude herrscht! Aber auch wenn ich jetzt schon aus dem Übergewichts-BMI raus bin, dürfen gern noch ein paar Pfunde purzeln. Die Challenge läuft ja zum Glück noch bis Ende November... ;-)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Servus und hoi zäme

Gleich zu Beginn dieses Beitrags möchte ich mich bei Mimy bedanken. Mimy hat meinen letzten, vor Selbstmitleid triefenden Blogeintrag gelesen und mir in den Kommentaren freundlich, aber bestimmt die Leviten gelesen.

Weil ich darin jammerte, wie unfair es sei, dass ich wieder zugenommen habe, obwohl ich doch alle Regeln der Experten befolgt hätte, hat sie mir das Buch «Fettlogik überwinden» von Dr. Nadja Hermann empfohlen. Liebe Mimy, ich habe es gelesen. Und Du hattest recht, es hat geholfen. Danke dir vielmal!

Und was steht in diesem Wunder-Buch?

Die Autorin beschreibt darin ihren nur (!) zweijährigen Weg von 150 zu 65 Kilo bei einer Grösse von 1,75 m (zufällig auch meine Grösse). Weil sie von all den herrschenden Mythen, Meinungen und gut gemeinten Ratschlägen verwirrt war, hat die 30-Jährige alle möglichen Studien, die es zum Thema gibt, in sich aufgesogen.

Mit dem Ergebnis, dass sie Aussagen wie «Ich esse nur 1000 Kalorien am Tag und nehme nicht ab!», «Mein Stoffwechsel ist kaputt!» oder «Übergewicht ist zu einem hohen Anteil genetisch bedingt!» Lügen straft. Und das vehement, knallhart und fundiert. Stattdessen behauptet sie, jeder könne abnehmen – und geht selbst als gutes Beispiel voran (das Buch ist mit Fotos von ihr illustriert).

«Du bescheisst dich selbst!»

In einem Satz zusammengefasst, lautet ihre Botschaft: Wenn du mehr verbrennst, als du reinhaust, nimmst du ab. Wenn nicht, bescheisst du dich selbst. Und genau das war passiert, bevor ich den letzten Beitrag geschrieben hatte.

Jetzt werden die Klugscheisser da draussen sofort in die Tasten hauen: «Was für eine Erkenntnis, Blondie!» oder «Das haben wir doch letztes Mal schon in den Kommentaren geschrieben!» Okayyy. Trotzdem habe ich die Erläuterungen von Nadja Hermann gebraucht, um endlich den Wald hinter all den Bäumen wieder zu sehen. Und hey: Besser spät als nie, oder? ;-)

Jedenfalls habe ich begriffen, dass ich mir – anstatt auf meinen Verstand und meinen Körper zu hören – einfach die attraktivsten Aussagen des Experten rausgepickt («Mittags kannst du essen, was du willst», «Wenn du Krafttraining nicht magst, wirst du das nie machen müssen») und alle anderen Regeln eher schwammig umgesetzt hatte.

«Nüsse haben soooo viele Kalorien???»

Beim Ernährungsplan habe ich regelmässig geschummelt, weil mir einfach nicht bewusst war, wie viele Kalorien in was steckt (ich hielt Kalorienzählen immer für krankhaftes Verhalten). Das lief dann in etwa so ab: «Auf dem Plan steht 15 g Nüsse. Hmm, so eine geringe Menge zeigt meine Back-Waage gar nicht an ... Naja, wird circa 'ne Handvoll sein», «100 g Fruchtjoghurt? Da müsste ich ja jedes Mal nen halben Becher wegwerfen. So ein Quatsch!» oder «Ach, jetzt hat der nette Verkäufer an der Theke 160 statt 120 Gramm Lachs abgeschnitten. Naja, ist doch egal, oder? Fisch ist gesund.»

Ich gebe zu: ich schäme mich ein bisschen. Aber hey, ich habe meinen Weg ja doch noch gefunden. Und der funktioniert bisher einwandfrei. Beim letzten Check vor knapp zwei Wochen waren bereits viereinhalb Kilo Fett weg. Jetzt sind es auf der Waage noch mal eineinhalb weniger. Von den sechs verlorenen Kilo haben sich vier in den letzten vier Wochen verabschiedet. Ich bin also zuversichtlich, dass bis zum Ende der Fitness Challenge im November noch ein paar Pfunde purzeln. Was genau ich seit meinem letzten Blogbeitrag verändert habe, erzähl ich euch oben in der Bildstrecke.

Liebe Grüsse und bis bald,
Julia

(lia)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • siouxsie am 27.07.2017 16:27 Report Diesen Beitrag melden

    Aufgabe der Coaches?

    Hut ab vor soviel Ehrlichkeit und Selbstkritik. Ich frage mich bloss, warum die Erpse-Coaches nicht zum Ernährungstagebuch geraten haben und warum sie Julia kein individuelles Krafttraining zusammengestellt haben, anstatt dass sie sich selber ein Internet-Standard-Programm sucht? Ich würde dies von einem solchen Coaching jedenfalls erwarten.

  • Tom Cerrutti am 27.07.2017 15:16 Report Diesen Beitrag melden

    fddb oder myfitnesspal als App

    Abnehmen ist eine Frage des Willens. Für mich klappt es nicht, wenn ich nicht Tagebuch führe über meine Kcal und Makros (Proteine, KH, Fett, Ballaststoffe). Ich betrüge mich ohne diese Kontrolle stets selber. Und: man gewöhnt sich rasch an die paar Sekunden, die man für das Eintragen auf einer App benötigt. Tipp: 1x wiegen im Monat genügt völlig. Gerade bei Training geht das Gewicht oft hoch, das ist aber KEIN Fett!

    einklappen einklappen
  • Thesi am 27.07.2017 17:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Liberty

    Jeder Mensch ist anderst Und jeder sieht sich wie er ist Aber unsere Gesellschaft sieht nur schlank und dünn ! Soll doch jeder so sein wie er möchte ! Es ist schlimm wenn wir uns nach den Modelsmassen richten !

Die neusten Leser-Kommentare

  • Noldi Schwarz am 28.07.2017 17:26 Report Diesen Beitrag melden

    Mmmmmhhhh...

    Gut, dass das Rezept für leckere Schinkengipfeli gleich unter dem Artikel auftauchen....

  • Al Bundy am 28.07.2017 10:40 Report Diesen Beitrag melden

    Will runter

    Welche Apps sind empfehlenswert um die Kalorien zu überwachen? Ich stagniere seit Monaten auf 91-93 Kg...

  • Al Bundy am 28.07.2017 09:58 Report Diesen Beitrag melden

    @Julia

    Julia, was für eine App verwendest du fürs Kalorien zählen? Und wie machst du das, wenn du auswärts isst? Wie misst du da die Kalorien?

  • Lecoia am 28.07.2017 09:58 Report Diesen Beitrag melden

    "Fettlogik überwinden" als Augenöffner

    Liebe Julia, ich finde es schön zu lesen, dass auch dir das Buch von Dr. Nadja Herrmann geholfen hat. Für mich war das Lesen dieses Buches ein Befreiungsschlag, um mich von all diesen Fettlogiken ein für alle mal lösen zu können. Ich wiege mittlerweile so viel bzw. wenig, wie mit 16 Jahren das letzte Mal und fühle mich endlich wohl in meinem Körper. Kalorienzählen erscheint anfangs zwar etwas aufwändig aber mit der Zeit wird man schneller und geschickter darin UND man begreift, wie schnell man sich verschätzen kann. Die einzige Regel lautet: Input Output. :) LG

  • Sportsfan am 28.07.2017 09:41 Report Diesen Beitrag melden

    wieso die Aufregung?

    wieso gesund und schlank sein wollen wenn Du mit 150 kg heiss begehrte Curvy Model sein kannst?