Fitness Challenge

28.7.2017 Print

Fitness Challenge

Leistungsfähiger dank Nahrungsergänzung?

Vitamin C, Zink, Magnesium, Aminosäuren, Kreatin ... Das Angebot an Nahrungsergänzungsmitteln – sogenannten Supplementen – ist enorm und die Erfolgsversprechen der Industrie sind noch grösser. Alles nur eine Verschwendung von finanziellen Ressourcen, oder braucht es diese Supplemente wirklich?

Supplemente sind unter Sportlern äusserst populär. So zeigte eine Onlinebefragung aus dem Jahr 2007*, dass über 80% der befragten Freizeitsportler mindestens 2 x pro Woche rezeptfreie Ergänzungsmittel einnehmen. Die Sportler versprechen sich eine höhere Leistung, ein stärkeres Immunsystem oder eine bessere Gesundheit. Meist erfolgt die Einnahme von Supplementen auf Empfehlung von Bekannten, Trainingspartnern oder durch Werbeversprechen und ohne den individuellen Bedarf vorab zu klären. Der Nutzen dieser Präparate ist jedoch in den meisten Fällen nicht oder nur unzureichend belegt. Dabei lohnt sich eine kritische Auseinandersetzung mit den verwendeten Supplementen für alle, denn neben vielen unrealistischen Versprechen sind bei hoher Dosierung unerwünschte Folgen nicht auszuschliessen. Um Kosten zu sparen, bestellen viele Konsumenten Präparate über dubiose Websites und gefährden zusätzlich ihre Gesundheit.

Keine Leistungssteigerung bei Überdosierung
Supplemente sind kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung oder unzureichendes Training. Wer gesund ist, sich ausgewogen ernährt und systematisch trainiert, braucht keine Supplemente. Auch bei intensiver sportlicher Aktivität kann ein erhöhter Bedarf an Nährstoffen meistens durch eine gesunde und ausgeglichene Ernährung gedeckt werden. Supplemente sollten nur bei einem bewiesenen Mangel eingesetzt werden. Nach aktuellem Wissensstand führt eine Supplementierung über den Bedarf hinaus zu keiner Leistungssteigerung. Werden Nährstoffe in hochdosierter Form zugeführt, kann die Aufnahme anderer Nährstoffe beeinträchtigt werden. Besteht ein Defizit, sollte immer zuerst die Ernährung optimiert werden, bevor eine Substitution durch Supplemente in Erwägung gezogen wird. Die Praxis zeigt jedoch, dass viele Sportler lieber auf Ergänzungsmittel zurückgreifen, anstatt sich mit ihrer Ernährung auseinanderzusetzen und diese zu optimieren.

Vieles spricht dagegen
Schuld am hohen Konsum von Ergänzungsmitteln sind auch weitverbreitete Irrtümer und unbestätigte Halbweisheiten. So wird beispielsweise bei Muskelkrämpfen seit Jahren auf Magnesiumpräparate zurückgegriffen, obwohl laut heutigem Stand der Wissenschaft deren Wirkung nicht belegt ist.

Neben der fraglichen Notwendigkeit ist auch die Qualität vieler Supplemente unzureichend. Ein unreflektierter Konsum von Supplementen birgt das Risiko, unreine Produkte einzunehmen. So kam es in der Vergangenheit bereits zu positiven Dopingtests, weil eingenommene Supplemente verbotene Substanzen enthielten. Um das Risiko von Verunreinigungen zu minimieren, sollte auf Produkte von unbekannten Herstellern oder dubiosen Anbietern im Internet verzichtet werden.

Fazit
Vor der Einnahme von Präparaten sollte zuerst die Ernährung optimiert werden. Wer sich für die Einnahme von Präparaten entschliesst, sollte dies unter Absprache mit einer Fachperson tun. Nur so kann der individuelle Bedarf bestimmt und mögliche Nährstoffmängel aufgedeckt werden.

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*Stamm H. et al., Schweizerische Zeitschrift für «Sportmedizin und Sporttraumatologie» 59 (3), 122–126, 2011