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Madeleine Alizadeh

19. März 2018 18:27; Akt: 19.03.2018 18:27 Print

«Bloggen machte mich immer unglücklicher»

Sie war die erfolgreichste Modebloggerin Österreichs, bis sie ein Burn-out erlitt. Madeleine Alizadeh über Digital Detox, Yoga und das Leben nach dem Stress.

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Madeleine Alizadeh, du hattest mit deinem Modeblog extremen Erfolg, bis du deinen Ausstieg bekannt gegeben hast. Was war der Auslöser?
Der einfachste Grund war, dass ich eine berufliche Veränderung gebraucht habe. Ich habe meinen Blog 2010 gestartet und nach sieben Jahren das Gefühl gehabt, inhaltlich schon so viel ausgeschöpft zu haben, dass ich ein neues Format suchte. Zudem mochte ich nicht mehr ständig für Fotos posieren, es hat sich einfach nicht mehr richtig angefühlt.

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Waren sie auch schon mal ausgebrannt?

Du hast zu dieser Zeit ein Burn-out erlebt. Wie kam es dazu?
Zu meiner Blogger-Zeit hatte ich das vermeintlich perfekte Leben: Eine schöne Wohnung, einen Freund, viele Followers und einen abwechslungsreichen Lifestyle. Was viele nicht sahen, war die Menge Hasskommentare, die dieser Beruf mit sich bringt, und der Stress, den Social Media auslösen kann. Ich wurde immer unsicherer und unglücklicher. Mir das einzugestehen, fiel mir aber schwer, weil doch in meinem Leben alles so gut schien. Bis ich 2016 plötzlich nicht mehr konnte.

Wie hast du dir aus dem Tief geholfen?
Ich habe alle Kommentarfunktionen auf meinen Channels deaktiviert, eine Therapie gemacht und Digital Detox betrieben, also eine Zeit lang ohne Social Media gelebt. Das permanente Online-Sein hatte bei mir zu Low Chronic Stress geführt, was ich lange nicht wahrnahm.

Heute betreibst du den Podcast A mindful mess, in dem du über das nachhaltige Leben erzählst und Leute interviewst. Wieso hast du dich für dieses Format entschieden?
Beim Podcast steht nur die Stimme im Zentrum. Wir schauen den ganzen Tag auf Screens, ob beim Smartphone oder Fernseher. Ich wollte meine User und mich selber einfach mal von diesen blöden Bildschirmen entlasten. (lacht)

Im Podcast sprichst du auch viel über deine Ausbildung zur Yogalehrerin, die du in Bali absolviert hast. Was gibt dir Yoga im Alltag?
Für mich ist Yoga ein Lebenskonzept: Vom Moment, in dem ich aufstehe, über das Frühstück, das ich zubereite, bis hin zur Art und Weise, wie ich auf Menschen zugehe und Erlebtes verarbeite – alles wird von Yoga beeinflusst. Zudem hat es mir die Kommunikation zwischen Geist und Körper wieder beigebracht.

Du bist seit drei Jahren Veganerin. Wieso hast du dich für diese Ernährungsweise entschieden?
Der erste Grund war ethischer Natur: Ich habe einen Hund, den ich über alles liebe, genau wie alle anderen Lebewesen. Diese zu essen, kam mir an einem gewissen Punkt absurd vor.

Und der zweite Grund?
Wir neigen dazu, chronisch übersäuert zu sein, was zu einem grossen Teil auf zu viel tierisches Eiweiss zurückzuführen ist. Krankheitserreger können sich in einem sauren Umfeld viel besser vermehren. Wenn ich da Gegensteuer geben kann, mache ich das natürlich gerne.

Spürst du einen gesundheitlichen Nutzen durch deine vegane Ernährung?
Meine Haut ist sehr rein geworden, und auch mein Bindegewebe wurde stärker. Ich habe zudem ein gutes Blutbild und keine Mangelerscheinungen. Mir ist aber bewusst, dass man auch als Veganerin krank werden kann. Täglich drei Bratwürste zu essen ist wahrscheinlich nicht ideal, genauso wenig wie drei Sojaschnitzel täglich. Eine ausgewogene Ernährung ist essenziell, mit oder ohne Fleisch.

Bist du heute ganz stressfrei?
In einem entspannten Umfeld wie Bali fällt es leichter, ständig gelassen zu bleiben, als zurück in der Stadt. Wir müssen uns aber alle davon verabschieden, Supermenschen sein zu wollen, die permanent glücklich sind. Das Leben besteht aus Hochs und Tiefs, die Frage ist nur, wie wir damit umgehen.

(gss)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Killerchef am 19.03.2018 20:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    vielleicht

    mal mit richtiger arbeit versuchen.....das ganze geblogge und influenzertum ist doch sowieso nur langweiliger mist..

    einklappen einklappen
  • Unused am 19.03.2018 19:23 Report Diesen Beitrag melden

    Völlig normal

    Internet macht unglücklich.

  • christoph am 19.03.2018 18:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ach die Arme

    Nimmt mich mal wunder wie glücklich sie jetzt wird wenn sie bald was richtiges arbeiten muss um die Brötchen nach Hause zu bringen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Willi T. am 21.03.2018 12:41 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn ich Zeit habe,

    werde ich sie bedauern. Aber jetzt muss ich wieder an die Arbeit. Tschüss!

  • Trauriger Lukas am 21.03.2018 10:20 Report Diesen Beitrag melden

    Depression

    Dieser Artikel und diese Dame machen mich Unglücklich.

  • Chrisi am 21.03.2018 08:10 Report Diesen Beitrag melden

    Unterbewusst wahrgenommen

    Stress entsteht auch wenn das Unterbewusstsein merkt, dass die eigene "Arbeit" sinnbefreit ist und man sich in einer fragwürdigen Scheinwelt bewegt. Dein Unterbewusstsein hat angefangen dich zu warnen. Es spürt dass das nicht ewig so weitergehen kann und schreit nach Veränderung. Hoffentlich machst du was daraus.

  • Jemand aus Wien am 20.03.2018 18:00 Report Diesen Beitrag melden

    Frau

    Verstehe nicht warum hier wieder so hated wir, leben und leben lassen. Zu sagen bloggen ist keine richtige Arbeit ist veraltet.. willkommen im heutigen Zeitalter. Zudem denke ich, dass keiner, der Zeit und Lust hat hier negative Kommentare zu schreiben richtig hart arbeitet!

  • E.H. am 20.03.2018 12:43 Report Diesen Beitrag melden

    am Leben vorbei gelebt

    Blog, Followers, Lifestyle, Channels, SocialMedia, Podcast, Screens, Smartphone, Low Chronic Stress, Digital Detox, BurnOut ... Teilgenommen, mitgemacht, Beachtung bekommen aber dennoch am Leben vorbei gelebt.... Solche Zombies gibts massenhaft.