Projekt 2700 Zürich–Moskau

24. Juni 2017 17:11; Akt: 30.06.2017 13:32 Print

«Ich weiss, dass ich einen Dickschädel habe»

von Jürg Hösli - Vom 100-Kilo-Workaholic zum Velofahrer mit grossen Ambitionen: Jürg Hösli erklärt, wie er sich auf die 2700 Kilometer weite Abenteuerfahrt nach Moskau vorbereitet hat.

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Vorher sass er nie auf dem Rennvelo jetzt will Jürg Hösli in elf Tagen bis nach Moskau fahren. (Bild: Alice Das Neves)

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Vor rund elf Monaten habe ich mich entschieden, ein Projekt anzugehen, das im Grunde genommen schon etwas verrückt ist. Ich habe zuvor noch nie auf einem Rennrad gesessen, und nun sollen es pro Tag gleich 250 bis 300 Kilometer werden. Wie soll so etwas überhaupt möglich sein? Natürlich habe ich mir diese Frage auch gestellt, und darum habe ich mich zuerst durchchecken lassen. Doch wie kann man das machen?

Der menschliche Körper ist aufgebaut aus verschiedenen Systemen wie Herz, Lunge, Muskulatur, Niere, Leber und selbstverständlich auch kognitive Leistungsfähigkeit und Durchhaltewillen. Dass ich einen Dickschädel habe, wusste ich. Aber wie war es um die anderen Systeme bestellt? Denn erst wenn diese optimal zusammenarbeiten, kann ein Körper im Grenzbereich funktionieren. Zuerst checkten wir mich und meinen Körper in den Labors unseres Erpse-Instituts durch.

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Auch meine Gene spielen mit

Die Resultate waren höchst erfreulich. Mein Herzvolumen und Lungenvolumen waren weit überdurchschnittlich und noch ein Überbleibsel meiner früheren Laufbahn im Leistungssport. Das Potenzial der muskulären Regenerationsfähigkeit war ebenfalls hervorragend. Hier spielen natürlich auch meine Gene mit: Meine Mutter war Leistungsturnerin, mein Vater früher NLA-Fussballer und Mitglied der Nationalmannschaft.

Was hat das nun für einen Einfluss? Im Grunde genommen geht es beim Sport vor allem um Sauerstoff. Je mehr Sauerstoff ich aufnehmen kann, desto besser die Fettverbrennung, allgemeine Leistungsfähigkeit und natürlich auch die Regeneration. Und von diesen Komponenten brauche ich eine grosse Menge! Je besser vor allem das Herzvolumen ist, desto besser ist auch die Sauerstoffpumpe. Ohne diese Voraussetzungen hätte ich das Projekt gar nicht erst in Angriff genommen.

Säuren in der Muskulatur

Ein zweites wichtiges System, das eine zentrale Rolle in der Leistungsfähigkeit spielt, ist das sogenannte anaerobe System. Je besser ein Sportler auch Säuren in der Muskulatur puffern kann, desto besser eignet er sich für Sportarten wie Handball, Eishockey usw. In meiner Karriere als Berater durfte ich einige Ultracycler betreuen, darunter den weltbesten: Christoph Strasser.

Die Besten dieser Sportart sind keine typischen schlanken Ausdauersportler, sondern Mischtypen. Sie haben also nicht nur eine hervorragende Sauerstoffversorgung, sondern auch eine perfekte Säurepufferung und deutlich mehr Muskulatur. Denn je länger die Strecke ist, desto mehr entstehen Säuren und desto wichtiger wird das anaerobe System oder eben die Pufferung dieser Säuren, um nicht zu ermüden.

Körperfett musste schnellstens weg

Die Grösse der Lunge spielt eine Rolle dabei, wie viel Säure über das Ausatmen aus dem Körper geschafft werden kann. Bei mir konnten wir feststellen, dass ich auch hier hervorragende Voraussetzungen habe. Einfach zusammengefasst kann ich also sagen, dass sowohl Motor, Auspuff wie auch Radaufhängung die Voraussetzungen erfüllen, dass ich es schaffen kann. Doch alle Systeme waren in einem sehr schlechten Zustand, Übergewicht und monatelanger hoher Stress haben sie angegriffen.

Darum liess ich mich beim Mitdozenten der Erpse und Olympia-Arzt Jürgen Grunwald durchchecken. Sein Befund war klar: Alle Organe funktionieren, aber sind aufgrund des Lebensstils belastet. Vor allem das Körperfett in der Leber und im Bauchraum musste so schnell wie möglich weg – wie das geht, darauf gehe ich im zweiten Bericht ein.

Im heutigen Leistungssport und natürlich auch bei unserem Institut sind solche Analysen an der Tagesordnung, denn so haben wir eine hohe Sicherheit, dass unsere Ziele auch erreichbar sind und fahren so unseren Körper auch nicht an die Wand.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sebastian Tellenbach am 24.06.2017 17:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schmerzfrei sitzen...

    Chapeau, ich wünsche gutes gelingen und wünsche dir, dass du am dritten tag auch noch schmerzfrei im sattel sitzen kannst

  • Tony Breu Zülle am 24.06.2017 17:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    alleine

    cooles projekt! Mach es alleine ohne dein Team das wäre nah bei den durchnitts Sportlern. gib dir 15 Tage und einen kleinen Rucksack. kostet ca. 750fr mit übernachten in Pensionen und Hotels ink. allem essen. September ist super mit Rückenwind in den Osten.

  • Tino E. am 24.06.2017 20:45 Report Diesen Beitrag melden

    Wenig Applaus

    Na ja. Er hat ja ein ganzes Team als Unterstützung. Wenn er es allein - ohne Begleitteam - machen würde hätte er meine Bewunderung. Aber so ... Es richt stark nach Marketingmasche Herr Höslu.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Herr Max Bünzlig am 25.06.2017 16:57 Report Diesen Beitrag melden

    Ja genau

    So eine gewaltige Reise geht nur mit einem Dickschädel und Willen aus Stahl

  • Corinna am 25.06.2017 09:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lästern

    Liebe Männer Warum lese ich hier so viele Läster Kommentare von Euch? Bis anhin dachte ich, dass wie Frauen darin unschlagbar sind. Aber ich habe getäuscht - ihr steht uns da in nichts nach. Es ist super, was Jürg leistet. Wenn es euch nicht interessiert, ok. Dann lest es nicht und erspart bitte uns allen eure läster Kommentare.

    • Böser Eugen am 25.06.2017 15:33 Report Diesen Beitrag melden

      Celebrity

      Es gibt Leute, die fahren still und leise alleine los, mit einem Tourenvelo, Gepäck und dem Weg als Ziel. Danach schreiben sie vielleicht ein Buch oder halten einen Vortrag darüber, über das Erlebte und die damit gemachte Erfahrung, was man grundsätzlich achten kann. Es geht nicht ums Lästern, sondern um die Aufmachung der Story. Und darüber, dass man als Kritiker offensichtlich ausgerechnet von denen nicht gern gesehen wird, die sich so weit aus dem Fenster lehnen. Tomaten anstelle von Konfetti im Voraus, kombiniert mit Dünnhäutigkeit, wie Ihrer Reaktion zu entnehmen ist?

    einklappen einklappen
  • simon g am 25.06.2017 09:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    unglaubwürdig

    ernährungswissenschaftler ? und hat sich 100kg angefuttert ? da kann ich auf seine tipps verzichten!

    • Chrom24 am 25.06.2017 12:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @simon g

      Vielleicht hatte er sich 100kg angefuttert, bevor und weswegen er Ernährungswissenschaftler wurde - so ähnlich wie Saulus zu Paulus wurde. Wer weiss?

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  • fake marketing am 25.06.2017 07:50 Report Diesen Beitrag melden

    Leistungssportler???

    Ehemaliger Leistumgssportler? Welche Sportart hat er denn auf hohem Niveau betrieben? Keine. Das ist pures Eigenmarketing.

    • Ein Schnurri am 25.06.2017 10:08 Report Diesen Beitrag melden

      Konsistenz

      Er nennt sich ja auch Wissenschaftler obwohl er noch nie welche betrieben hat. Daher ist auch Leistungssportler in Ordnung. Er bleibt seiner Linie treu.

    einklappen einklappen
  • Thomas am 24.06.2017 22:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    habe ich auch Mal gemacht

    das habe ich letztes Jahr gemacht Zürich Moskau mit dem E Bike und das mit nur eine Akku Ladung