Projekt 2700 Zürich–Moskau

02. Juli 2017 09:07; Akt: 07.07.2017 21:37 Print

«Neue Tagesstruktur frisst den Bauch weg»

von Jürg Hösli - Früher ass Jürg Hösli den ganzen Tag nichts, abends überfiel er den Kühlschrank. In seinem Blog verrät er, warum er jetzt so viel isst, dass er abends keinen Hunger mehr hat.

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Die Gewichtsreduktion vor dem Trainingsstart war für Ernährungsdiagnostiker Jürg Hösli die schwierigste Etappe. (Bild: Alice Das Neves)

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Morgens bin ich aufgestanden, danach schnell ins Geschäft, zu viele unerledigte Dinge warteten auf mich. Frühstück gab es selten. Über den Tag vergass ich oft zu essen. Zu Hause holte mich der Hunger umso mehr ein. Ich hatte Lust auf Süsses, Brot, alles, war verboten war. Dazu hatte ich null Energie, um dann auch noch wirklich zu kochen – der Pizza Kurier wurde mein bester Lieferant. Diese Strukturen, welche ich auch in meinem «früheren» Leben hatte, sind bei vielen Menschen Ursprung von Erkrankungen, denn wer hauptsächlich zu Abend isst, der baut deutlich mehr Bauchfett auf.

Genau dieses Viszeralfett musste weg und zwar so schnell wie möglich. Denn je mehr ich Körperfett in dieser Region habe, desto mehr entzündet mein Körper, desto langsamer regeneriere ich. Ohne genügend Regeneration kann ich nicht genügend oft, intensiv und lange trainieren, um Moskau schliesslich zu erreichen. Mein erstes Ziel war es also nicht weniger zu essen oder gar Kohlenhydrate wegzulassen, sondern alte Strukturen aufzubrechen und zu ändern.

Spezialmenü vom Pizzakurrier

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Ich muss zugeben, es war das Schwierigste für mich überhaupt. Ich hatte Mühe am Morgen aufzustehen und für mich Zeit zu nehmen. So versuchte ich in einem ersten Schritt beides zu kombinieren. Ich stand auf, duschte schnell, fuhr an die Tankstelle und kaufte mir als «Frühstück»: einen halben Liter Ovo und 100g Bündnerfleisch, Früchte und ein paar Nüsse für Zwischendurch. Zugegeben das Frühstück war nicht das Optimalste, aber der Sprung jeden Tag mein Müesli zu machen, war zu gross.

In dieser Zeit hatte ich ebenfalls das Glück, dass gleich um die Ecke ein Thai-Takeaway aufmachte. So war auch mein Mittagessen gesichert. Abends kam ich neu mit einem komplett anderen Befinden nach Hause. Ich war deutlich entspannter, nicht mehr so müde, hatte endlich Energie und auch die Lust, um zu trainieren. Um keine Ausreden mehr in meiner Struktur zu haben, ging ich zudem zu meinem Pizzakurier und fragte ihn an, ober er auch andere Gerichte machen würde. Ich gab ihm meine Menuevorschläge und er hatte einen Stammkunden gesichert.

Alles ist erlaubt – in Massen

Viele von uns denken immer, wenn ich Körperfett reduzieren will, dann muss alles perfekt sein. Im Frühstücksmüesli darf kein Gramm Zucker sein, Kohlenhydrate am Abend seien der Teufel und wer nicht eine fast religiöse Sicht auf die Ernährung hat, der wird nie Erfolg haben.Genau dies alles ist Blödsinn. Alles in Massen ist erlaubt, wenn die Ess-Struktur dabei stimmt.

Auch diese Änderung ist mit Spass umsetzbar. Alleine durch die Neuorganisation nahm ich in den ersten rund drei Monaten zirka 12 Kilogramm ab. Dies vor allem im Bauchbereich und natürlich war auch Wasser dabei. Mein erstes Ziel hatte ich erreicht. Ich konnte das Training intensivieren, ohne den Körper zu überlasten.

Wie kannst auch du einfach deine Ernährungsgewohnheiten ändern:

1. Iss ein Frühstück – zur Not auch einmal ein Müesli von der Tankstelle oder ein Smootie.

2. Mach eine Zwischenmahlzeiten-Schale für dich auf deinem Schreibtisch bereit mit etwas Nüssen und 2-3 Früchten. Alles muss geleert sein am Abend und trink 2 Liter pro Tag.

3. Vergiss nie über Mittag Kohlenhydrate zu essen, dann hast du am späteren Nachmittag auch weniger keine Lust auf Süsses.

4. Wenn du am Abend noch Hunger haben solltest, dann iss am nächsten Tag mehr zwischendurch und versuche das Abendessen zu reduzieren.



In nächsten Beitrag: Warum habe ich mehr Hunger wenn ich Frühstücke, warum haben wir mehr Lust auf Süsses und wie verbrenne ich am besten Fett?

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rouman am 02.07.2017 09:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Genau

    Da hat jemand das Prinzip der Ernährung verstanden. Ich betreibe seit 3 Jahren Bodybuilding und so viele Leute würden gerne Muskeln aufbauen aber das Ernährungsprinzip verstehen sie einfach nicht. Alle machen eine Wissenschaft daraus. Ich gönne mir auch jeden Tag Süsses im Wert von einer halben Tafel Schokolade & es funktioniert.

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  • roll2go am 02.07.2017 11:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jedem das seine!

    Immer dieses Müsli-Früchte-Geschwätz. Und immer gleich als das Allerwelt-Rezept propagieren, was zum "Erfolg" bei dem einen führt. Jeden Tag wird da über eine anderes Erfolgsrezept berichtet. Jeder Mensch ist individuell und reagiert anders.

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  • Typhoeus am 02.07.2017 09:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unbedingt zur Nachahmung

    empfohlen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Kletterbohne am 03.07.2017 14:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Projekte..

    Wenn Kranke einen speziellen Essensplan benötigen, ist es eines und auch richtig. Aber wenn Gesunde sich krank hirnen, um zu Essen, läuft einfach irgend etwas etwas schief. Genau dort, hört bei mir dieser Wahn auf!

  • Rocky Balboa am 03.07.2017 12:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Neue Tagesstruktur..

    Kommt mal weg vom eingetrichterten Fitnesswahn! Weniger Vorgekäutes, dafür ein bisschen mehr Bauchgefühl!

  • Alex am 03.07.2017 11:52 Report Diesen Beitrag melden

    kann ich bestätigen...

    ...ich mache das seit 2 Jahren so.. ich war vorher schon ziemlich fit, habe aber seither (trotz Verletzungspausen) nochmals rund 4 Kilo Mukis draufgepackt und das mit grademal 3x 1 Stunde Crossfit pro Woche... ich esse nachwievor Süsses oder Pizza und trinke Bier und Wein wann immer ich Lust dazu habe... auch das Alter ist keine Ausrede.. bin mittlerweile 47... also trau Dich...

  • YOYO EFFEKT?! am 03.07.2017 09:04 Report Diesen Beitrag melden

    Abnehmen

    Ich versuche jetzt seit ca. 2 monaten abzunehmen, BMI 35 1.69cm gross 102kg ich schaffe es nicht habe noch kein kg abgenommen, kann das an dem sogennanten "YOYO" effekt liegen ? Denn hatte ich mal weill icj in kurzer zeit viel abgenommen habe aber dann gleich das doppelte zugenommen habe ... ich esse normal frühstück und mittag weil da braucht der körper, abends nur ein Naturjoguhrt oder etwas anderes, ich Traniere jeden tag ca. 1.5-2std aber ich habe noch kein Gram abgenommen... :(( kann mir da jemand weiterhelfen ? Danke!

    • MW am 03.07.2017 11:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @YOYO EFFEKT

      Wie trainiers du denn? Am besten zum abnehmen ist Cardio, also Laufen oder Velofahren. Bei der Ernährung ist es wichtig, dass du Ein Kaloriendefizit zu dir nimmst. Also weniger Kalorien als du verbrennst. Viel Gemüse ist deshalb gut, weil du den Magen füllst aber gleichzeitig wenig Kalorien zu dir nimmst. Was auch helfen kann sind eins oder 2 fasten tage an denen du mindestens 12 Stunden am Stuck keine Nahrung zu dir nimmst. Stichwort Autophagie. Viel Glück.

    • Anton Keller am 03.07.2017 17:49 Report Diesen Beitrag melden

      @YOYO EFFEKT

      Der Jojo Effekt ist eigentlich wenn man mal abgenommen hat, das Ziel erreicht hat, aufhört und schwupps, sind die Pfunde wieder drauf. Aber wenn Du in 90 Tagen mal abnehmen willst checke mal jutube nach den Buchstaben P, der Zahl 90, dem Buchstaben X und dann noch das Wort Transformation. Viel Erfolg.

    • gugs am 03.07.2017 22:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @YOYO EFFEKT?!

      lade dir mal eine Kalorienzähl App runter und schrieb mal ( ehrlich) auf was du alles isst. und genau wieviwle min dj welchen Sport machst. Dann siehst du evtl was nicht1 optimal ist...und ausserdem viel trinken ,-P( Wasser versteht sich)

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  • Häns Beinstreng am 03.07.2017 07:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kcal input<kcal output

    Theoretisch ist abnehmen einfach. Es müssen weniger kcal eingenommen als verbraucht werden. Tägluch Kalorienzählen und Buchhaltung führen helfen dabei die Übersicht zu behalten.