2700 km im Velosattel

08. Juni 2017 18:07; Akt: 28.06.2017 09:50 Print

In 11 Tagen von Zürich nach Moskau

von Sulamith Ehrensperger - 2700 Kilometer auf dem Velo durch fremde Länder und bei jedem Wetter. Schafft das ein Durchschnittssportler körperlich und mental? Ernährungsdiagnostiker Jürg Hösli wills wissen.

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In genau 100 Tagen radeln Sie los: Mit dem Velo vom Paradeplatz zum Roten Platz in Moskau in 11 Tagen – wie verrückt muss man für dieses Vorhaben sein?
Es braucht eine grosse Portion Verrücktheit, aber auch viel Realismus. Nur so ist dieses Abenteuer machbar, denn ich werde an meine Grenzen kommen.

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Insgesamt 661 Teilnehmer

Warum gerade Moskau – erwartet Sie dort etwa ein Schatz?
Nicht die Liebe, sondern eine tiefe Freundschaft mit vielen Menschen. Moskau ist für mich eine magische Stadt.

Was hat Sie dazu bewegt, 2700 Kilometer unter die Räder zu nehmen?
Das Projekt ist aus einem persönlichen Erlebnis entstanden. Ich merkte, dass ich auf dem Holzweg bin. Ich hatte zuvor meine ganze Energie in die Arbeit gesteckt, so sehr, dass Privatleben und Lebensqualität draufgingen. Ich brachte 104 Kilo auf die Waage. Mein Arzt sagte, wenn ich so weitermache, könne er für nichts garantieren. In meinem Alltag sehe ich viele Menschen, die hart arbeiten, aber nicht für sich selber. Mit meiner Vorbereitung habe ich meinen Lebensstil komplett geändert und genau hier möchte ich anderen ein Vorbild sein, auch wenn nicht alle so verrückt sind wie ich.

Sie zeigen mit der Tour, ob ein Durchschnittssportler mit nur einem Jahr Vorbereitung es schaffen kann, in 11 Tagen nach Moskau zu radeln. Welche Etappensiege haben Sie bisher erreicht?
Ich darf sagen, dass ich so fit sein werde, dass ich mir das überhaupt zutrauen kann. Insofern habe ich den wichtigsten Sieg schon errungen. Die erste Etappe war eine Gewichtsreduktion von rund 19 Kilo. Diese Phase dauerte ein Dreivierteljahr, wie ich Ernährung und Training angeordnet habe, darüber berichte ich in den kommenden Wochen. In den letzten 100 Tagen geht es nun nicht mehr um eine Gewichtsreduktion, sondern um eine Leistungssteigerung, auch durch mentales Training. Ich fahre nicht mehr als drei, maximal vier Tage pro Woche inklusive einem Athletik-Training. Die Regeneration steht im Zentrum. Ich habe es bisher geschafft, nur aufs Velo zu steigen, wenn ich Lust hatte. Das Geheimnis des Erfolgs ist nicht den inneren Schweinehund zu überwinden, sondern auf den inneren Labrador zu hören.

Welches war Ihre bisher grösste Herausforderung?
Für mich gibt es zwei Hürden. Die Finanzierung des Projektes einerseits, die eine aufwändige Geschichte ist. Andererseits der Gedanke, dass ich als Vater diesen Weg auf mich nehme. Ich habe zwei Kollegen wegen Velounfällen verloren. Da fährt man als Vater ein bisschen langsamer bergab.

Sie haben von über 100 Kilo auf sportliche 85 abgenommen. Wie haben Sie sich Veloabenteuer-fit gegessen?
Mit einem kompletten Lebensstilwechsel. Zuvor habe ich über den Tag so viel gearbeitet, dass ich keine Zeit für mich selbst und kaum gegessen hatte. Ich habe angefangen richtig Zmorge zu essen und mir Zeit für die Mahlzeiten zu nehmen. Die ersten zwölf Kilo waren so schnell weg. Ich habe nie Kalorien gezählt, sondern so gegessen, dass ich abends nicht hungrig war. Wichtig ist, dass man genug isst, vor allem bei intensiven Trainingseinheiten.

Stunden- und tagelang im Sattel kann ziemlich öd sein. Welches sind Ihre Motivationstipps?
Der beste Motivationsschub ist für mich Musik. Ich höre meinen persönlichen Musikmix, der mich fit dopt. Wichtig ist auch ein emotional positives Ziel, das einen belohnt. Für mich ist dies Moskau mit all den Freunden, die dort warten.

Sie sind täglich 12 bis 14 Stunden auf dem Velo. Mal ehrlich, wie geht es Ihren Weichteilen?
Tomaten! Nein, ernsthaft, das Rezept heisst Bikefitting. Das Velo muss optimal auf mich abgestimmt sein. Ich bin rund 20 Kilo schwerer als ein Profivelofahrer. Wenn du täglich 250 bis 350 Kilometer fährst, musst du eins sein mit dem Rad, sonst riskierst du Verletzungen.

Wir werden Sie auf Ihrer Fahrt begleiten. Verraten Sie uns jetzt schon Ihr Herzensziel?
Ich habe dieses schon erreicht, denn ich habe es geschafft, mein Leben vom Stress wegzuführen. Ich habe Lebensqualität und Zeit für mich und meine Regeneration gewonnen. Was ich jetzt noch erreichen möchte, ist ein sportliches und emotionales Ziel: Moskau erreichen und viele Menschen auf diesem Weg zu motivieren und mit meinem Blog anzuleiten, wie so etwas überhaupt gehen kann.

Weitere Infos zum «Project 2700: von Zürich bis zum Roten Platz» unter diesem Link.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • oscar am 08.06.2017 18:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    du schafft es...

    es ist möglich...habe sowas ähnliches gemacht ohne team(2500 km) in 24 tagen mit bike...reine kopfsache...ok bisschen fit sollte mann schon sein

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  • GlennGranja am 08.06.2017 18:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Daumen drücken.

    Viel Glück :)

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  • Triathlet am 09.06.2017 08:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Viel Erfolg und Freude....

    Und lasse alle negativ-Frustrierte Kommentare von den typischen Schwarzmaler links liegen! Das sind bloss laute Sesselfurzer, welche noch nie sowas durchgezogen haben in ihrem langweiligen Leben! Solche Sumpfteichbewohner werden nie erfahren oder erradeln, wie schön und prägend fürs Leben ein solches Unterfangen sein kann.... viel Spass!!!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Triathlet am 09.06.2017 08:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Viel Erfolg und Freude....

    Und lasse alle negativ-Frustrierte Kommentare von den typischen Schwarzmaler links liegen! Das sind bloss laute Sesselfurzer, welche noch nie sowas durchgezogen haben in ihrem langweiligen Leben! Solche Sumpfteichbewohner werden nie erfahren oder erradeln, wie schön und prägend fürs Leben ein solches Unterfangen sein kann.... viel Spass!!!!

  • pater007 am 09.06.2017 05:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles Gute

    Respekt! Toitoitoi für dieses Abenteuer

  • Martial2 am 09.06.2017 00:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja und wo ist der Spass?

    Und sollte das bewältigend sein? Ich wüsste gescheitere Sachen...!

  • marko 32 am 08.06.2017 20:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zürich nach Moskau

    Das ist zu weit

    • Mon Dieu am 08.06.2017 22:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @marko 32/Fragwürdig

      Vorallem, was hat man davon? Sehen tut man von der Landschaft so ja auch nichts. Hm...

    • gerbet am 08.06.2017 23:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @marko 32

      vorallem für einen "Durschnitssportler"! Denn dieser hat weder Masseur noch Privatarzt auf den Touren

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  • GlennGranja am 08.06.2017 18:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Daumen drücken.

    Viel Glück :)

    • Gert am 08.06.2017 19:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @GlennGranja

      Ja Viel Glück!!! B

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