Projekt 2700 Zürich–Moskau

18. September 2017 16:48; Akt: 19.09.2017 21:02 Print

Die Tücken der Technik auf dem Weg nach Moskau

von Jürg Hösli - Projekt 2700 – bei Jürg Höslis Abenteuerfahrt steht der Weg nach Moskau im Fokus. Auf der 2700 Kilometer langen Velofahrt zählt Planung und Navigation.

Noch nichts verschreien, doch Jürg Hösli und sein Team sind auch am dritten Tag Velofahrt nach Moskau gut im Rennen (Video Demateo).
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Weshalb sich Jürg Hösli für den Weg über Deutschland, Polen, Littauen und Lettland entschieden hat, ist einfach zu erklären. Die Lage in Weissrussland ist versicherungstechnisch etwas schwierig und die Verkehrslage unsicher. Zu Gunsten der Sicherheit und Gesundheit nimmt er deshalb rund 200 Kilometer zusätzlich in Kauf.

Mit dem Bike durch den Schlamm

Trotz der guten Planung muss sich die Crew auf Hindernisse einstellen. Zum einen sind es die Hügel mit ein paar starken Anstiegen, vor allem auf den ersten rund 1000 Kilometern. Auch ist nicht überall klar, wie die Beschaffenheit der Strassen sein wird. Während der gestrigen dritten Etappe wollte das Navigationssystem das Team zudem partout auf die Schnellstrasse leiten. Hösli ist zwar fit, doch das wäre trotz der Aero-Position auf dem Rad kaum eine gute Idee gewesen.

Er entschied sich für eine Alternative. Ein paar Minuten später fand er sich in den tiefen Wäldern Deutschlands wieder. An Vorwärtskommen auf einem Rennrad war nicht mehr zu denken. Er nahm das Bike auf die Schulter und watete durch den Schlamm.

Strassenschilder auf Russisch

In Russland rechnet das Team mit sprachlichen Herausforderungen: Die Strassenschilder sind dann nur noch auf Russisch angeschrieben. Das Team hofft auf Olga, die Russisch spricht und sie auf dem Weg nach Moskau begleiten wird.

Die moderne Technik bietet viele Möglichkeiten an Navigation und Tracking. Hösli und seine Crew starteten mit allerlei Gadgets ausgestattet. Neben Smartphones sind zwei Navigationssysteme, zwei Funkgeräte sowie ein Tablet für die Routenplanung im Einsatz. Hösli und sein Team verständigen sich per App, die die vordefinierte Route zeigt. Hösli hört per Audio-Anweisung, wo es langgeht.

Nerven auf die Probe gestellt

Alles funktioniert – so lange das Team Netzverbindung hat. Doch bereits bei der Fahrt durch Deutschland kämpfte die Crew mit den Tücken der Technik. Schon am ersten Tag fuhr Hösli einen Umweg, der das Höhenmeter-Total ungewollt ansteigen liess. Auch Baustellen, Fahrverbote und Umleitungen stellen die Nerven der Crew immer wieder auf die Probe.

Ein System hat das Team in den letzten Tagen besonders unterstützt, wenn Hösli auf dem Bildschirm verschwand: das Tractive GPS – oder «Fido-Tracker», wie das Team es nennt. Ein Tool, das eigentlich zur Überwachung von Hunden gedacht wäre. Je länger, je mehr zeigt sich, dass es sich auch gut fürs Langdistanz-Radfahren eignet.

Alles in allem lief auch der dritte Tag gut und das Team legte weitere 254 Kilometer zurück. Die Grenze zu Polen hat es bereits passiert, von wo aus die Fahrt am vierten Tag weitergeht.