Projekt 2700 Zürich–Moskau

19. September 2017 22:02; Akt: 23.09.2017 21:09 Print

Megaride – darum haben Pausen höchste Priorität

von Jürg Hösli - Vier Tage der 2700-Kilometer-Tour sind geschafft, sieben weitere folgen. Warum Pausen nun für Jürg Höslis Erfolg immer wichtiger werden.

Tag 4 der Mega-Tour nach Moskau: Jürg Hösli hat seine Muskulatur schon stärker beansprucht als geplant. Warum Pausen jetzt erste Priorität haben. (Video: Demateo).
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Auf der 2700 Kilometer langen Fahrt sind Jürg Hösli und seine Crew auf der Suche nach Antworten. Wie lange kann pro Tag gefahren werden? Wie lange sollten die Pause sein? Ist diese Herausforderung physiologisch überhaupt ohne Schäden machbar? Wie sieht es mit dem Schlafrhythmus aus? Wie kann das Team Höslis Wohlbefinden so lange wie möglich unterstützen? Fragen, auf die es eine gemeinsame Antwort gibt: Man kann sie nicht pauschal beantworten.

Beinmuskulatur im Dauereinsatz

Um die vielen anspruchsvollen Anstiege zu meistern, musste die vordefinierte Grenz-Wattzahl immer wieder überschritten werden. Demnach ist der aktuelle Stand, dass Höslis Beinmuskulatur nach den ersten drei Tagen stärker als gedacht beansprucht hat.

Der vierte Tag war endlich flach und auch der Wind spielte relativ gut mit. Hösli hatte sich daher zum Ziel gesetzt, so viel Strecke wie möglich zurückzulegen. 325 Kilometer sind es bis zum Abend auch geworden.

Priorität eins: Pausen!

Team-Arzt Jürgen Grunwald weiss, was es allgemein bei der Regeneration zu beachten gilt. Regelmässige Pausen einzuhalten, hat grösste Priorität. Essentiell ist die Energiezufuhr, wobei dem Körper nicht zu viel auf einmal zugemutet werden soll. Der Darm hat nur eine gewisse Aufnahmekapazität. Wird diese überschritten, vermindert sich die Blut- und Energiezufuhr zum Muskel.

Ansonsten bestimmt Hösli situativ selbst, wie viel Regeneration er braucht. Dies ist auch von der Tagesform und dem Streckenprofil abhängig. Hinzu kommt, dass ein ruhiger Schlaf mit der Zeit schwieriger wird. Der Körper verbraucht durch die konstante hohe Belastung viele essentielle Aminosäuren. In Folge dessen wird längeres Erholen und Abschalten für Höslis Körper immer schwieriger.

Fast die Hälfte geschafft

Das Team kann dem ein Stück weit entgegenwirken: Es versorgt Hösli nachdem er vom Rad steigt mit Regenerationsgetränken und achtet auf die ausreichende Einnahme wichtiger Aminosäuren. Auch die «magischen» Hände der medizinischen Masseurin Andrea, tragen dazu bei, dass sich die Beine möglichst gut erholen können.

Die Tausend-Kilometer-Marke hat Hösli bereits am Vormittag des vierten Tages geknackt. Die Hälfte der insgesamt 2700 Kilometer hat das Team schon fast geschafft. Jürgen Grunwald und die Crew sind überzeugt, dass Hösli Moskau in der geplanten Zeit von elf Tagen erreichen kann.