Fitness

Wir bringen Sie in Form.
Hier erfahren Sie alles rund um Training, Ernährung und einen sportlichen Lifestyle.

Sula rennt

13. August 2017 14:55; Akt: 16.08.2017 12:50 Print

«Wer läuft, braucht einen guten Beckenboden»

von Sulamith Ehrensperger - Fast der Hälfte aller Frauen soll das beim Sport schon passiert sein: Tröpfchen in der Hose. Was dagegen hilft, weiss Sportärztin Sibylle Matter.

storybild

Mit starkem Beckenboden läuft es sich leichter: Sportärztin Sibylle Matter beim Lauftraining mit Redaktorin Sulamith Ehrensperger. (Bild: Oskar Moyano)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Das Thema Beckenboden verbinden viele mit Sex oder Geburt, doch nicht mit Sport. Ist es ihnen peinlich?
Es braucht viel mehr Mut, über den Beckenboden zu sprechen als über Knieschmerzen. Vor allem wenn es um Urin- oder Stuhlverlust geht, traut sich niemand darüber zu reden. Schweigen macht das Problem aber nicht besser.

Umfrage
Trainieren Sie Ihren Beckenboden gezielt?

Irgendwo da unten ... viele haben nur eine vage Vorstellung, was der Beckenboden genau ist. Warum ist er für so viele eine körperliche Grauzone?
Der Beckenboden kontrolliert Blase und Darm, eine starke Beckenbodenmuskulatur trägt ausserdem zu gutem Sex bei. Doch weil wir diese Muskeln im Alltag nicht aktiv zusammenziehen, vergessen wir sie gerne. Ihn bewusst zu aktivieren und zu trainieren kann aber jede und jeder lernen.

Also nicht nur ein Thema für Frauen, die ein Kind zur Welt gebracht haben?
Auch Männer haben einen Beckenboden, der die unteren Eingeweide stützt. Beckenbodenschwäche betrifft also auch Männer, wenn auch weniger häufig als Frauen.

Ein starker Beckenboden ist also wichtig?
Nicht nur für den Sport, auch im Alltag. Ein schwacher Beckenboden wird mit der Zeit noch schwächer und belastet den Alltag. Sie können den Urin nicht mehr halten und ohne Toilette in der Nähe läuft nichts mehr. In Extremfällen führt dies zu sozialem Rückzug.

Als Läuferin hilft ein fitter Beckenboden, dass ich nicht ständig WC-Pausen einlegen muss. Welche Vorteile bringt er fürs Laufen?
Die Beckenboden- und Rumpfmuskulatur ist entscheidend für die Stabilisierung beim Laufen. Zusammen mit der Wirbelsäule sorgt sie für einen aufrechten Gang. Einen starken Beckenboden erkennen Sie am Laufstil. Wer instabil ist, knickt ein und kann sich durch Fehlbelastungen verletzen. Wer gesund laufen will, braucht einen stabilen Beckenbodenbereich.

Wie merke ich, dass mein Beckenboden schwächelt?
Das häufigste Anzeichen ist Urinverlust. Vor allem beim Bergabrennen, aber auch beim Springen, Lachen, Husten oder Niesen. Wenn ein Beckenboden nicht mehr genug stark ist, fällt es schwer, ihn bewusst anzuspannen.

Mit welchen Tipps kann ich den Beckenboden stärken?
Wie alle anderen Muskeln auch, können Sie den Beckenboden trainieren. Sie können ihn im Alltag bewusst anspannen oder nicht sofort zur Toilette gehen, um noch ein bisschen zu halten. Doch nur wer den Beckenboden bewusst aktiviert, kann ihn auch stärker machen. Wenn dies nicht gelingt, empfehle ich, zu einer Fachperson zugehen. Warten Sie damit nicht zu lange.

Sehen Sie auch das Video So trimmen auch Sie Ihren Beckenboden.