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Wasser schlucken

21. Januar 2018 14:28; Akt: 21.01.2018 14:28 Print

Surfen kann ernsthaft krank machen

Surfer leben gefährlich. Dies nicht etwa, weil ihr Sport so heikel ist, sondern weil sie viel Meerwasser schlucken.

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Was haben Surfer doch für ein wunderbares Leben. Schliesslich üben sie ihren Sport dort aus, wo nichts das Meereswasser trübt. So oder so ähnlich denken wohl viele. Doch der Schein trügt, wie eine Studie von Forschern der University of Exeter zeigt. Denn Surfer tragen dreimal häufiger ... ... Antibiotika-resistente E.coli-Keime in ihrem Darm als andere Strandbesucher. Der Grund: Surfer schlucken mit im Schnitt 171 Millilitern deutlich mehr Meerwasser als andere Wassersportler. Sie wähnen sich mit dem Kopf so weit vom Wasser entfernt, dass sie gar nicht merken, wie oft ihr Mund mit Wasser in Kontakt kommt. Doch das ist sowohl beim Gang ins Wasser, ... ... beim Paddeln als auch ... ... beim Surfen selbst der Fall. Das Problem: Das Wasser ist – vor allem in Küstennähe – oft mit resistenten Bakterien belastet, vor allem ... ... nach starken Regenfällen. Die Erreger stammen aus Kläranlagen. Weil die bei starken Regenfällen an ihre Grenzen stossen, öffnen sie ihre Notausgänge – sogenannte Mischwasserüberläufe. So wird verhindert, dass die Abwässer wieder zurück in die Häuser fliessen und für Überschwemmungen sorgen. Doch in diesen Fällen wird das Wasser nicht vorher geklärt, sondern fliesst inklusive Keimen in nahe gelegene Flüsse, Seen – oder ins Meer. Die in der aktuellen Studie nachgewiesenen E.coli-Keime sind als Auslöser von Blasenentzündungen und Magen-Darm-Beschwerden bekannt. Um das Risiko einer Infektion zu senken, empfehlen die Autoren der Surfer-Studie, Meere und Flüsse mindestens 72 Stunden nach Regenfällen zu meiden. Dies sei vor allem in der Nähe von Städten ratsam. (Im Bild: Badegäste an der Copacabana in Rio)

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«Sieht riskanter aus, als es ist», sagen Surfer gern über ihren Sport. Doch das stimmt nicht, wie Forscher der University of Exeter berichten. Demnach haben Surfer dreimal häufiger Antibiotika-resistente E.coli-Keime im Darm als andere Strandbesucher.

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Für die im Fachjournal «Environment International» erschienene Studie hat ein Team um Epidemiologin Anne Leonard die Stuhlproben von 143 Surfern und 130 nicht surfenden Badegästen in Wales und Grossbritannien auf resistente E.coli-Bakterien untersucht und die Werte miteinander verglichen.

Höheres Risiko

Dabei zeigte sich, dass neun Prozent der Wellenreiter Keime in sich tragen, die gegen das gängige Antibiotikum Cefotaxim resistent sind. Bei den Nicht-Surfern war das nur bei drei Prozent der Fall.

Zwar spüren die Betroffenen meist nichts von dem Befall, aber damit tragen sie unbemerkt zur Ausbreitung der Erreger bei, wie die Forscher schreiben.

Das Risiko, dass die Bakterien sogenannte mobile genetische Elemente beinhalten, mit der sie die Resistenz an andere weitergeben können, ist bei Surfern sogar viermal so hoch.

Vom Menschen zum Menschen

Verantwortlich dafür, dass Surfer öfter antibiotikaresistente Keime in sich tragen, ist laut Leonard und ihren Kollegen, dass sie bis zu zehnmal so viel Meerwasser schlucken wie etwa Schwimmer, Kanuten und sogar Taucher – nämlich 171 Milliliter, wie die «Süddeutsche Zeitung» unter Berufung auf frühere Studien schreibt.

Das Problem: Das Wasser ist – vor allem in Küstennähe – oft mit Bakterien belastet. Diese gelangen mit Abwasser aus der Kanalisation und Kläranlagen in die Gewässer.

Vorsicht nach Regen

Besonders hoch ist die Bakterienkonzentration nach starken Regenfällen. Weil die Kläranlagen dann an ihre Grenzen stossen, öffnen sie ihre Notausgänge. So wird verhindert, dass das Abwasser wieder zurück in die Häuser fliesst und für Überschwemmungen sorgt.

Um das Risiko einer Infektion zu senken, empfehlen die Autoren der Surfer-Studie, Meere und Flüsse mindestens 72 Stunden nach Regenfällen zu meiden. Dies sei vor allem in der Nähe von Städten ratsam.

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Antibiotikum am 21.01.2018 15:27 Report Diesen Beitrag melden

    Wie weiter?

    Und in spätestens 20 Jahren steht vor jedem Stand ein Schild mit dem Text "Warnung, Baden auf eigene Gefahr". Da das Meer so kontaminiert ist, dass man sich nicht länger darin aufhalten sollte. Schöne neue Welt.

    einklappen einklappen
  • Do Me am 21.01.2018 15:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hawaii

    Da mache ich mir um die Surfer auf Hawaii mehr Sorgen. Hawaii liegt genau in der Strömung des kontaminierten Wasser von Fukushima...

  • Sirtuta am 21.01.2018 15:00 Report Diesen Beitrag melden

    Nachdenken

    Man. Made. Problem.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Surferin am 25.01.2018 10:06 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo

    WAS für eine neue Erkenntnis! Mehrere Artikel wert!

  • Das Doktorchen am 25.01.2018 09:55 Report Diesen Beitrag melden

    Da wäre noch das Surfer's Ear

    zu erwähnen. Eine knöcherne Verengung des Ohrkanals aufgrund der Reizung durch Wasser im Ohr. Deutsch heisst das 'Schwimmerohr'. In meinem ORL-Praktikum in Zürich habe ich das in 4 Wochen 6 Mal gesehen. Erstaunlicherweise alles Expats aus Australien, Neuseeland und USA, keine Schweizer.

  • Zürcher Ex-Pat am 24.01.2018 00:54 Report Diesen Beitrag melden

    Wie bitte?

    Ich habe als Tauchlehrer während 15 Jahren jeden Tag 6-8 Stunden im Meer verbracht, gesurft habe ich, bin Kanu gefahren, gesegelt etc. Ich habe also sicher viel Wasser geschluckt und ich war nicht der Einzige. Ich kann mich aber an keinen TL Kollegen, Windsurflehrer oder Surflehrer erinnern der jemals an einer solchen Erkrankung gelitten hätte. Aber ich arbeitete auch nicht in den englischen Gewässern. Da ich jetzt aber auf der anderen Seite des Ärmelkanals in der Normandie lebe, werde ich beim Baden tunlichst vermeiden das Wasser zu schlucken.

  • Surfer am 22.01.2018 13:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gugus

    Alles gugus Das einzige was mittlerweile nicht krebserregend ist ist purer Vodka....

  • Rachel am 21.01.2018 18:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Oh ja

    Kann ich bestätigen. Ich war auch mal an so einem Strand, danach hatte ich eine schwere Blasen/Nierenentzündung. Ziemlich eklig ...