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Familiensache
27. Mai 2011 09:30; Akt: 25.05.2011 20:36 Print
Gimme! Gimme!
von Marc-André Capeder - Sänger Guillermo Sorya hätte ohne seinen Bruder Alberto nicht lange überlebt. Und ohne Guillermo würde Alberto nicht Gitarre spielen.

«18 Jahre im selben Zimmer»: Guillermo (l.) und Alberto. (Foto: Fabian Unternährer)
Guillermo, 28, Glitter Thing
«Unsere Eltern waren mit mir viel strenger als mit Alberto. Ich war der Rebell, wollte mehr Taschengeld und länger im Ausgang bleiben. Bei Alberto war das dann alles selbstverständlich. Inzwischen ists andersrum: Alberto schaut, dass alles klappt. Er hilft mir auch immer wieder finanziell aus der Patsche. Vor allem anfangs, als ich gar nichts mit dem Singen verdiente. Ohne ihn hätte ich meine Musikkarriere schon lange an den Nagel hängen müssen. Dafür bin ich ihm extrem dankbar. Eigentlich sind wir wie Zwillinge. Wir sehen uns sehr ähnlich, lachen und weinen über dasselbe. Alberto ist aber viel zielstrebiger und karriereorientierter als ich. Streit gibts zwischen uns heute fast nie, ausser wenn sich seine Telefonphobie bemerkbar macht und er tagelang nicht ans Telefon geht oder meine SMS unbeantwortet lässt. Das macht mich echt wahnsinnig.»
Fast wie Zwillinge
Bevor Guillermo Sorya mit seiner souligen Interpretation von Mani Matters «Dr Sidi Abdel Assar vo El Hama» für Aufsehen sorgte, sang er background für Seven, Marc Sway oder Steff la Cheffe. Am 24. Juni erscheint sein erstes Album «Daily Bread». Sein Bruder Alberto führt an der Zürcher Bahnhofstrasse das Juweliergeschäft Les Ambassadeurs. 1989 in den Ferien in Spanien (Bild) waren die Brüder ein Herz und eine Seele; das sind sie immer noch – meistens.
Alberto, 27, Real Thing
«Ich steh an allen Konzerten von Guillermo in der ersten Reihe. Nachher will er immer wissen, wie ichs fand. Wars scheisse, muss ich das auch sagen. Er würde es sofort merken, wenn ich lügen würde – wir haben uns 18 Jahre lang ein und dasselbe Zimmer geteilt. Das war oft Horror. Er tanzte den ganzen Tag mit irgendeinem Gegenstand als Mikrofon im Zimmer herum und sang Lieder von Destiny’s Child und Whitney Houston. Das fand ich voll uncool, weils Mädchenmusik war. Manchmal haben wir uns deswegen geprügelt. Einmal so krass, dass ich ihm einen Teil eines Zahns rausschlug. Dank Guillermo habe ich aber meine Liebe zur Musik entdeckt. Mittlerweile spiele ich Gitarre und singe im Gospelchor, den er unterrichtet hat. Zusammen auftreten? No way. Ich mags lieber real auf der Bühne. Guillermo steht auf den ganzen Glitter Shit.»

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