Familiensache

17. Februar 2012 09:30; Akt: 15.02.2012 19:09 Print

Disco, very

von Marc-André Capeder - Vincent Dubinsky sieht als DJ Cruz die ganze Welt. Nicht nur sein Vater staunt – auch Lil Jon ist beeindruckt.

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«Als Kind war Vincent so schüchtern. Heute legt er vor Tausenden auf»: Dubinsky senior über Dubinsky junior. (Bild: Ornella Cacace)

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Vincent, 21, Wegschmeisser
«Für mich ist mein Vater gleichzeitig auch Freund und Mentor. Als Galerieinhaber kann er mir Tipps geben, wie man mit Leuten verhandelt und kommuniziert. Ich hab viel von ihm gelernt. Er hat mich immer unterstützt, beim Auflegen oder früher beim Skaten. Da hat er mich sogar an die Contests begleitet. Er lebt nach dem Motto ‹Geht nicht gibts nicht›. Das hat mich angespornt, es als DJ zu schaffen. In meiner Jugend hatte ich viele Freiheiten, durfte länger raus als meine Freunde. Mein Vater hat mir auch nie was explizit ver­boten, sondern meinte immer nur ‹Ich finds nicht gut, Vincent›. Das war viel schlimmer, denn so hätte ich ihn enttäuscht, wenn ichs trotzdem gemacht hätte. Zusammen sind wir früher häufig in den Wald campieren gegangen. Er wollte mir und meiner Schwester zeigen, dass Strom, flies­send Wasser und sonstige Annehmlichkeiten nicht selbstverständlich sind. Das hat uns enorm zusammengeschweisst.»

Thomas, 57, Sammler
«Als Kind war Vincent so schüchtern, dass es schwierig war, ihn an Anlässe mit vielen Leuten zu kriegen. Heute legt er vor Tausenden auf. An seiner ersten Party im Kaufleuten war ich dabei. Weil Vincent damals erst 17 war, musste ich unterschreiben, dass er auflegen darf. Als ich ihn dann hinter dem DJ-Pult der Meute einheizen sah, war ich so was von stolz auf ihn. Ich bewundere, dass er seiner Leidenschaft folgt und macht, was er auch wirklich will. Er ist für sein junges Alter unglaublich gradlinig und direkt im Umgang mit Managern und Clubbesitzern. Er weiss, was und wohin er will. Ich war mit 21 noch nicht so weit. Ansonsten sind wir uns ziemlich ähnlich. Ausser dass ich der Sammler bin, alles aufhebe, sogar alte Agenden und so, während er alles wegwirft und lieber ohne Ballast ist. Klar sehen wir uns jetzt weniger, wo Vincent für seine Gigs rund um die Welt jettet. Aber wir mailen und telefonieren ständig. Das muss sein.»

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