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Wild & Vernünftig
05. Februar 2010 09:30; Akt: 03.02.2010 19:58 Print
Auf hohen Hacken
von Nuria Furrer - Stephanie Müller Knab hebt beim Schuhedesignen gern mal ab. Ihre Schwester Samantha holt sie wieder auf den Boden.
Stephanie, 25, die Wilde«Als ich in London Modedesign studierte, besuchte ich einen Kurs für Schuhdesign und begann für Freunde Schuhe zu entwerfen. Bald kam die Idee auf, mit meinen Geschwistern ein Schuhgeschäft zu betreiben. Unser Vater arbeitete für Adidas und hatte gute Kontakte zu Schuhfabriken in Brasilien. Das half uns natürlich. Heute produzieren wir in Brasilien. Samantha muss mich immer wieder bremsen, wenn meine Kreationen zu verrückt werden. Ich verwende zum Beispiel gern mal zu viel Gold und achte nicht darauf, wie teuer das Ganze wird. Samantha ist meine beste Freundin, hier in Zürich wohnen wir auch zusammen. Sie ist oft zu Hause oder geht mit Freunden essen, während ich ständig unterwegs bin und auch mal bis morgens um fünf an einer Party durchtanze. Wenn ich meiner Schwester dann nicht Bescheid gebe, dass ich spät nach Hause komme, macht sie sich Sorgen. Ich werde wahrscheinlich immer das Küken bleiben. »
Stephanie (l.) und Samantha im Schuhgeschäft: «Wir sind beste Freundinnen.» (Foto: Basil Stücheli)
Von Rio nach Zürich
Stephanie und Samantha Müller Knab wuchsen mit ihrer Schweizer Mutter und ihrem deutschen Vater in Rio de Janeiro auf. Dort entstand an Weihnachten 1986 dieser Schnappschuss. Als die Kinder im Teenager-Alter waren, zog die Familie nach Zürich. Ende vergangenes Jahr eröffneten die Schwestern mit ihrem Bruder Florian Bernardo das Schuhgeschäft Lele Pyp an der Stadelhoferstrasse 42 in Zürich. Stephanie designt die Schuhe, ihre Geschwister führen das Geschäft.
Samantha, 28, die Vernünftige
«Stephanie ist die Kreative der Familie und flippt gern mal ein bisschen aus, macht Party, ist immer auf dem Sprung. Die Schuhe designt sie in Brasilien. Wenn sie in Zürich ist, leben wir zusammen mit unserem Bruder in einer Wohnung. Das geht ganz gut. Wäre Stephanie aber immer da, würde ich mich über ihre chaotische Art nerven. Ich bin froh, dass wir jetzt alle in Zürich sind, auch wenn ich damals grosse Mühe hatte, meine Freunde in Brasilien zurückzulassen. Stephanie hat das nichts ausgemacht, sie war jünger und fand schneller neue Freunde. Wir fanden es aber beide erschreckend, wie wichtig am Schweizer Internat Markenkleider waren. In der Privatschule in Brasilien war das nicht so. Vielleicht auch, weil es zu gefährlich war, ausserhalb der Schule mit Markenkleidern herumzulaufen. Unterdessen bin ich voll Schweizerin. Ich spreche Dialekt, bin so genau wie die Schweizer und schätze die Sicherheit.»

























