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Familiensache
10. Februar 2012 09:30; Akt: 08.02.2012 23:03 Print
Body Check
von Vanja Kadic - Eine Betrunkene hat Eishockeyprofi Kevin Lötscher fast getötet. Sein Vater half ihm wieder auf die Beine.

«Jetzt ist die Beziehung noch intensiver»: Kevin Lötscher, Vater Martin. (Bild: Anja Schori)
Kevin, 24, Kämpfer
«Es war schon krass, wie mein Vater und der Rest der Familie für mich da waren, als ich vergangenen Mai meinen Unfall hatte. Er fuhr zwei Monate lang jeden Abend mit dem Zug aus dem Wallis nach Bern, um mich im Spital zu besuchen. Dass er sich in dieser schweren Zeit so engagierte, hat mir bei der Genesung sehr geholfen. Wir hatten schon immer ein enges Verhältnis, jetzt ist die Beziehung noch intensiver. Die Leute sagen, dass wir den gleichen Gang haben und uns gleich bewegen. Da er mich immer begleitet hat, brauchte ich nie einen Coach. Wenn andere aus dem Team eine Woche auf Feedback von ihrem Trainer warten mussten, kriegte ich es gleich nach dem Match im Auto oder zu Hause. Ich bin dankbar, dass ich immer so ein gutes Vorbild hatte. Als ich klein war, spielte er oft mit mir und meinem Bruder Fussball im Schnee. Oder Hockey auf gefrorenen Wiesen. Lustig: Obwohl wir immer an kalten Orten waren, fühlte ich mich sehr geborgen.»
Sportliche Bande
Kevin Lötscher, hier 1990 auf dem Arm seines Vaters, kennt die Höhen und Tiefen des Sportlerlebens: Der Walliser SCB-Stürmer ist der beliebteste Schweizer NLA-Spieler, und er traf an der Eishockey-WM im April 2011 zwei Mal gegen die USA. Kurz darauf hat ihn eine stark alkoholisierte Autolenkerin angefahren – er
erlitt schwere Verletzungen und lag eine Woche im künstlichen Koma. Inzwischen trainiert er wieder auf dem Eis. Auch sein Vater Martin spielte jahrelang Eishockey in der Nationalliga A. Heute ist er Mitglied des Kaders bei einer Versicherung.
Martin, 55, Vorbild
«Als Kevin den Unfall hatte, war die Welt für mich von einem Tag auf den anderen nicht mehr dieselbe. Alles andere war plötzlich unwichtig. Die Zeit im Spital war sehr emotional; den eigenen Sohn in solch einem Zustand zu sehen, ist schlimm. Wir haben während dieser Zeit eine unglaublich intensive Nähe zueinander aufgebaut. Nachdem er aus dem Spital entlassen wurde, war er für einen Monat bei uns im Wallis. Als er dann wieder wegging, war das für mich ein Weltuntergang. Es war schmerzhaft, ihn loszulassen, und gleichzeitig wunderschön zu sehen, dass er seinen Alltag wieder selbständig meistern konnte. Der Sport war für Kevin immer das Grösste. Schon mit 13 wollte er Eishockeyprofi werden. Da habe ich gesagt, dass ich ihm dabei helfe. Voraussetzung war, dass er zusätzlich zum Sport eine Ausbildung macht. Früher war Kevin ein Luusbueb. Ich vergesse nie, wie er mal mit seinem Freund die Fische im Biotop mit Holzscheiten ‹gefüttert› hat.»



























