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Familiensache
11. Juni 2010 09:30; Akt: 15.07.2010 13:30 Print
Chef & Koch
Rapper Samurai hat früher immer auf seine Schwester Serafina aufgepasst. Heute gibt sie ihm das zurück – in Form von Ruhe.

Am Herd ist Serafina der Chef, bei den Raps Samora.
Serafina, 27, in der Küche
«Auf der Hochzeit meines Bruders hab ich gekocht. Jetzt ist er nicht mehr verheiratet, aber das lag im Fall nicht am Essen. Ich bin sehr stolz auf Samora. In jedem Song ist was aus seinem Leben. Andere Leute hören das nicht raus. Seit ich denken kann, ist in unserem Zimmer Rap und Reggae gelaufen. Ich war Bon-Jovi-Fan, aber dass jeder seinen eigenen Sound hörte, war unmöglich: Wir sind in einer schimmligen Notwohnung am Schaffhauserplatz aufgewachsen, zu dritt in einem Zimmer. Damals gabs noch nicht so viele Dunkelhäutige in Zürich, im Schulhaus waren wir die einzigen mit Farbe. Ich sei wie ein Bub angezogen, sagten die Kinder auf dem Pausenplatz. Schon klar, ich trug ja auch die Kleider meines Bruders nach. Samora hatte für mich eine Vaterrolle. Er war immer schon sehr beliebt bei allen und die Leute waren so: ‹Aaah, du bist also die Schwester?› Das hat mir meistens gleich Respekt eingebracht.»
Walk This Way!
Die Bazarrabusas waren schon als Kids richtig cool. Auf dem Foto von 1988 sind Samora, sein Bruder Sanyu und seine Schwester Serafina (v. l.) als Run DMC verkleidet. Sie tragen Nike Air Force, die ihnen Keith Haring aus New York mitgebracht hatte – der Künstler war ein Freund ihrer Eltern. Samora aka Samurai hat eben sein zweites Soloalbum «Legendär» (Nation) herausgebracht. Serafina ist Köchin und gründet gerade ihren eigenen Cateringservice. Die Geschwister wuchsen bei ihrer ugandischen Mutter in Zürich auf.
Samora, 31, am Mikro
«Serafina kann mich gut beruhigen – wie damals, als ich achtzehn Monate lang arbeitslos war. Da gings mir verschissen. Ich schrieb über dreihundert Bewerbungen, bis es endlich geklappt hat. Ich hab mir auch schon überlegt, zu ihr nach Genf zu ziehen: Sie fühlt sich dort als Schwarze viel wohler als in Zürich. Manchmal würde ich auch lieber nicht so auffallen, einfach nur einer unter vielen sein. Was den Familienkontakt betrifft, bin ich nicht grad der Held. Aber oft läuft bei mir halt mein eigener Film ab. Dabei ist Familie so wichtig. Ich habe immer auf meine kleine Schwester aufgepasst. Ich mochte es zum Beispiel nicht, wenn sie als Teenie ständig am See rumhing. Es kam vor, dass ich sie auch mal heimschickte. Sie stand dann schon auf, aber sie fand es ziemlich peinlich. Manchmal muss ich mich heute echt zurücknehmen, damit ich nicht immer noch zu fest den Beschützer spiele. Serafina ist jetzt erwachsen.»

























