Familiensache

10. September 2010 09:30; Akt: 08.09.2010 20:15 Print

Sammler und Jäger

von David Torcasso - Modeblogger Pascal Grob hat den Sinn für das Schöne von Vater Marcel geerbt. Sein ruhiges Wesen eher nicht.

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«Wie in einer WG»: Pascal (l.) und Marcel auf einem Sessel von Le Corbusier in ihrem Garten. (Foto: Pascal Grob)

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Marcel, 63, der Impulsive
«Während seine Mitschüler tschutteten, schaute Pascal lieber zu. Er war schon immer der Beobachter und Kopfmensch. Ich schätze die ruhi­ge Art von Pascal, selber bin ich eher ein impulsiver Typ. Ich warne Pascal aber auch, dass er durch Zurückhaltung von anderen überrollt werden kann. Als Pascal seinen Blog gründete, hatte ich keine Ahnung, was das überhaupt ist. Ich habe mich nur gewundert, wie er plötzlich mit seiner Kamera und dem Stativ im Garten stand und per Selbstauslöser Fotos schoss. Ich war überrascht, dass Pascal sich auf einmal so intensiv mit Mode und Fotografie beschäftigt. Jetzt bin ich froh, dass er seine Leidenschaft gefunden hat. Wenn Pascal morgens aufsteht, bin ich schon lange wach. Diese Schlafgewohnheiten stehen wohl für den Wandel der Zeit. Im Internet gibt es halt keine Zeitgrenzen, und dort verweilt Pascal viel und vergisst, dass es schon 3 Uhr morgens ist.»

Pascal, 21, der Ruhige
«An meinem 18. Geburtstag konnte ich mich nicht entscheiden, ob ich eine Gitar­re oder einen Fotoapparat will. Meine Eltern schenkten mir schliesslich eine Kamera, zum Glück. Mit meinen Eltern ist es manchmal wie in einer WG, sie schreiben mir fast nichts vor. Mein Vater erzählt mir viele Geschichten, und ich höre ihm immer gern zu. Er ist viel in der Welt herumgekommen, hat lange im Ausland gelebt. Ich habe einen starken Bezug zu ihm, weil ich sein einziges Kind bin und noch zu Hause wohne. Weil wir beide sture Köpfe sind, wirds manchmal laut. Konflikte entstehen, weil mein Vater in einer anderen Zeit aufgewachsen ist und die heutige Welt oft kritisch betrachtet. Unser ganzes Haus ist voll mit antiken Gegenständen. Am besten gefällt mir natürlich seine Sammlung von alten Kameras. Mein Vater geht jeden Samstag auf den Flohmarkt, ich begleite ihn oft. Ich glaube, dass er mir einen Blick für Ästhetik vererbt hat.»

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