Famliensache

16. Juli 2010 09:30; Akt: 28.09.2010 14:53 Print

Zwei TakterZwei Takter

Die Famous Goldfinger Brothers beweisen, dass Familie und Job nicht zwingend getrennt werden müssen.

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Eres, 32, probiert
«Mein Brother war mein Super-Vorbild. Wenn er am Arbeiten war, habe ich heimlich auf seinen Turntables geübt. Als Janiv erste Auftritte als DJ hatte, schleppte ich seine Koffer und fuhr ihn herum. Unsere Rollenverteilung war schnell klar: Janiv ist der Administrator, ich bin der Bastler und Techniker. Ohne ihn wäre ich manchmal verloren, ich bin ein ziemlicher Chaot und froh, wenn er die Termine im Griff hat. Seit ich vor einem Jahr Vater geworden bin, habe ich meinem älteren Bruder endlich mal etwas voraus. Meine Tochter hat meinen Fokus extrem verändert; nicht die Musik steht jetzt im Zentrum, sondern sie. Unsere Zusammenarbeit ist deshalb komplizierter geworden, weil wir besser planen müssen. Nach wie vor gibt es für mir aber keine Alternative, als mit Janiv zu arbeiten: Ich kenne ihn wie keinen Zweiten und wir haben gemeinsam unser Hobby zum Beruf gemacht. Unser Traum wäre es, einen Club zu besitzen.»

Janiv, 35, organisiert
«Mein Bruder und ich waren fremd, als wir von Israel in die Schweiz nach Basel zogen. Ich war sechs und Eres drei. Wir sprachen am Anfang nur Hebräisch und sind als Kids vor allem mit den Italienern abgehängt; die konnten zuerst ja auch nur Italienisch. Insofern fühlten wir uns ein wenig wie Italo-Secondos. Als ich als DJ anfing, hat sich auch Eres dafür interessiert. Er hat mir sowieso alles nachgemacht. Erst als er zu sprayen begann, hatte er einen eigenen Weg eingeschlagen. Da standen plötzlich Polizei und Jugendanwaltschaft im Haus; mit meiner Mutter hatte er ziemlichen Stress, und ich stand daneben und staunte, wie aus meinem kleinen Bruder plötzlich ein Rebell geworden war. Er ist bis heute ein intuitiver Mensch geblieben, der vieles ausprobiert. Wenn er beim Auflegen ein Video laufen lassen möchte, dann macht er eben eines. Und während ich noch überlege, ob das eine gute Idee ist, wird es auch schon projiziert.»