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05. Februar 2010 10:00; Akt: 03.02.2010 20:37 Print

Ein Typ zum VerliebenEin Typ zum Verlieben

von Jonas Dreyfus - Ed Westwick gibt als Chuck Bass in «Gossip Girl» den fiesen Snob. Privat ist der Engländer «ein echter Romantiker», wie er sagt.

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huck Bass müsste man heissen. Wer sich «Gossip Girl» reinzieht, weiss warum: Niemand kriegt so einfach, was er will (meistens Frauen), wie der steinreiche Bösewicht aus der New Yorker Elite. Während andere nett sein müssen, lässt der 17-Jährige einfach kurz seinen Namen fallen. Und niemand hat die geileren Klamotten. Er ist ein urba­ner Dandy, weiss immer, was modisch abgeht, trägt pinke Krawattenschals, Einstecktücher, gepunktete Fliegen und Multicolor-Hemden in Pastell­tönen. Selbst in einem mit Swarovskisteinen besetzten Blazer macht er eine gute Figur.

Der Mann hinter dem stilsicheren Teenage-Bad-Boy ist Schauspieler Ed Westwick, 22, Engländer. Er weiss, warum sein Serien-Charakter die Frauen in «Gossip Girl» schwach macht: «Er ist nicht greifbar, und diese Un­sicherheit lässt ihre Herzen höherschlagen. Sie wissen, dass sie sich in Gefahr begeben, aber gerade das macht das Ganze so spannend. In Chucks Fall kommt hinzu, dass er ein junger, reicher Kerl ist. Er ist deshalb doppelt so anziehend.» Und warum kreischen die Fans, wenn er auf dem roten Teppich auftaucht? «Die wollen Chuck, nicht mich. Chicks stehen auf böse Typen.»

Westwick kam in der englischen Kleinstadt Stevenage zur Welt. Seine Mutter ist Schulpsychologin, der Vater Dozent für Betriebs­ökonomie. Mit 16 begann er am Natio­nal Youth Theatre London mit Schauspiel. Gute Verhältnisse, aus denen er stammt, nicht vergleichbar aber mit denen des versnobbten Chuck, der in einer schwarzen Stretch-Limo durch die Upper East Side chauffiert wird. Als Teenager habe er andere Wünsche gehabt, sagt Westwick, und auch nicht reihenweise Mädchen flach­gelegt. «Ich bin mehr der Typ fürs Verliebtsein. Ein echter Romantiker. Wenn ich mich in eine Frau vergucke, bin ich ihr absolut ergeben.»

Anscheinend ist was dran: Nach einer wilden Knutscherei mit Drew Barrymore an einem Konzert der Kings of Leon verknallte sich Ed Anfang 2008 in Jessica Szohr, die in «Gossip Girl» das «arme» Brooklyn-Mädchen Vanessa verkörpert. Seither laufen die beiden händchenhaltend durch Manhattan oder lassen sich beim Küssen erwischen.

Was bei Chuck das Hemd, ist bei Ed das zerrissene T-Shirt («Ich zeige gern ein bisschen Brusthaar»). Dazu gehören Lederjacke, schwarze Röhren-Jeans, spitze Schuhe oder Slippers aus Samt. Bei Festlichkeiten darf es schon einmal ein wenig Chuck-alike sein, aber immer mit Rock’n’Roll-Attitüde: «Ich mag den glamourösen Indie-Look.»


Im Traum ist er ein Rocker

Noch in London war Ed Sänger der Band The Filthy Youth («die dreckige Jugend»). Mit alten Kumpels spielte er rotzigen Garage-Rock, zu dem Pete Doherty Pogo tanzen könnte. Auf dem roten Teppich sagt Westwick nun Dinge wie: «In meinen Träumen bin ich ein Rockstar.» Dabei streicht er sich mit der Hand leicht abwesend übers un­rasierte Kinn, die Augen in die Ferne gerichtet, den Kopf leicht schief, die Lippen geschürzt. «I caaaan’t hear you, darling!», rief er mit britischem Akzent einer Journalistin zu, die ihn an der Pressekonferenz der Teen Choice Awards fragte, warum er ein James-Dean-T-Shirt trage. Die Antwort dramatisch: «Lebe schnell, sterbe jung und hinterlasse eine hübsche Leiche.»

Klingt fast, als bezweifle Westwick, dass es für ihn ein Leben nach «Gossip Girl» geben wird. Die dritte Staffel wird gerade abgedreht, es wird wohl nicht die letzte sein. Mit Bond-Girl Gemma Arterton kommt Ed dieses Jahr noch ins Kino. Im Remake der Buchverfilmung «Wuthering Heights» spielt er die abgründige Figur Heathcliff. Weitere Filme sind nicht in Aussicht. Serienstars sind mit der Figur, die sie verkörpern, oft so stark behaftet, dass sie kaum neue Rollen ergattern. Steht Ed also doch noch die ersehnte Karriere als Rocker bevor? Gerüchte sagen, dass er in New York eine Band gründen will. Ed selbst bleibt geheimnisvoll: «Wenn es so weit ist, werdet ihr Bescheid wissen.»