Star Style

29. Januar 2010 10:10; Akt: 27.01.2010 19:53 Print

«Ich durfte George Clooney anschreien»«Ich durfte George Clooney anschreien»

Anna Kendrick spielt in «Up in the Air» eine Karrierefrau. Im richtigen Leben ist sie eher schüchtern. Und von Filmpartner Clooney ziemlich beeindruckt.

Bildstrecke im Grossformat »

  • Artikel per Mail weiterempfehlen
Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

Im Minikleid mit ­langen Ärmeln betritt Anna Kendrick, 24, den Raum. Lässig setzt sie sich hin und beginnt gut gelaunt über den Stress der vergangenen Tage zu quatschen. Ihr neuer Film «Up in the Air» ist in Amerika hoch gelobt worden und es wird gemunkelt, dass die Schauspielerin, die bereits in einer Nebenrolle in «Twilight» und «New Moon» zu sehen war, für einen Oscar nominiert ist.

Friday: Anna, du spielst in «Up in the Air» an der Seite von George Clooney. Wie ist er?
Anna: Ich war ziemlich nervös, als ich ihn das erste Mal getroffen habe. Kaum hatten wir uns kennengelernt, begann er Witze über meine Frisur zu machen. Und ich war hin und weg: «Oh mein Gott, er macht sich über mein Haar lustig. Das ist das Beste, was mir je passiert ist!» Der kann machen, was er will, er ist halt einfach die charmanteste Person auf diesem Planeten.

Du bist ganz schön verwöhnt: Erst hast du für die «Twilight»-Filme mit Robert Pattinson gearbeitet. Und jetzt mit George Clooney. Beide wurden bereits zum Sexiest Man Alive ernannt.
Also ich nehme die beiden gar nicht so wahr. Im Gegenteil: Wenn jemand so über die beiden spricht, dann fühlt es sich für mich an, wie wenn man einen scharfen Cousin hat, über den deine Freundinnen alles wissen wollen und von dem sie dir dauernd erzählen, dass sie mit ihm ins Bett gehen wollen. Da schaudert es mich richtig.

Deine Rolle in «Up in the Air» hat Regisseur Jason Reitman extra für dich geschrieben. Wie war das für dich?
Er hat es mir ja erst gesagt, als ich den Job schon in der Tasche hatte! Beim Mittagessen. Ich habe versucht mein Pokerface aufzusetzen und so zu tun, als ob mir das jeden Tag passiert. Gleichzeitig war ich aber so aufgeregt, dass ich mich darauf konzentrieren musste, mich nicht zu übergeben.

Und, was gefällt dir an der Rolle, die er für dich geschrieben hat?
Ich mag, dass Natalie so unglaublich ehrgeizig ist und sich nicht dafür entschuldigt. Sie hat keine Angst, stark zu sein, selbst wenn sie es manchmal gar nicht ist. Von uns jungen Frauen wird doch immer noch erwartet, dass wir nett und friedlich sind, weil es das ist, was die Gesellschaft an Frauen mag.

Wie viel Natalie steckt in dir?
Ich bin im richtigen Leben viel schüchterner, als Natalie es ist. Aber mal ehrlich, ich glaube nicht, dass es wichtig ist, sich in der Figur, die man spielt, wiederzuerkennen. Das ist doch einer der Gründe, warum man Schauspieler wird: Damit man Dinge tun darf, die man im richtigen Leben nicht machen kann. Etwa George Clooney anschreien.

Wirst du eigentlich schon auf der Strasse erkannt, wenn du privat unterwegs bist?
Nein, eigentlich gar nicht. Ich laufe immer in Jeans und Converse-Schuhen herum, und manchmal vergehen Wochen, in denen mich niemand erkennt. Wenns dann aber passiert, bin ich immer total geschockt, weil ich das Gefühl habe, dass ich doch wie tausend andere Menschen aussehe. Der einzige Ort, an dem ich wirklich kein normales Leben führen kann, ist Vancouver.

Weil dort die «Twilight»-Filme gedreht werden.
Genau. Dort werde ich dauernd fotografiert und angesprochen. Meistens stört mich das nicht so, aber wenn ich mal schlecht gelaunt bin, hab ich Angst, ich könnte unhöflich sein. Ich will niemanden enttäuschen.

Wie sehr schüchtert dich der Trubel ein?
Es ist schon manchmal furchteinflös­send und komisch, dass Menschen mich für etwas so innig lieben, wovon ich das Gefühl habe, dass ich nicht mal sonderlich viel dazu beigetragen habe. Es ist die Arbeit von Stephenie Meyer, der Autorin, und ich komme dann einfach ans Set, sag den Dialog auf und dann kreischen mir die Fans auf der Stras­se nach. Es gibt keinen Zeitpunkt im Leben, in dem man auf so etwas vorbereitet ist.

Hat dir George Clooney Tipps gegeben, wie man am besten damit umgehen kann?
Wir haben uns nie hingesetzt und darüber gesprochen, aber es ist toll, jemandem zuzuschauen, der so berühmt und erfahren ist. Er lebt schon lange mit dieser Aufmerksamkeit und trotzdem ist er nett zu allen. Und wenn George Clooney jeden Tag nett ist, dann hat niemand eine Ausrede, es ihm nicht nachzumachen.