Star Style

20. Januar 2012 09:30; Akt: 20.01.2012 13:16 Print

Zart, aber heftigZart, aber heftig

von Lucien Esseiva - Erst ist Rooney Mara geschockt, als sie die Hauptrolle in «The Girl With The Dragon Tattoo» bekommt. Dann spielt sie schockierend gut.

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(Bild: Keystone)

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Rooney Mara ist grossartig: In «The Girl with the Dragon Tattoo» spielt sie die traumatisierte, wütende, gepiercte und tätowierte Com­pu­ter­hackerin Lisbeth Salander der­mas­sen glaubwürdig, dass mir im Kino die Luft wegbleibt. Ihren Filmpartner Daniel Craig spielt sie an die Wand. Ich will wissen, wie diese Frau im realen Leben ist.

Im oscargekrönten Facebook-Film «The Social Network» von Starregisseur David Fincher spielte die 26-jährige Rooney eine unscheinbare Studentin, die ihren Lover Mark Zuckerberg abserviert. Sie trägt langes, gelocktes Haar, ihre Gesichts­züge sind weich und rundlich. Ich hatte sie nach dem Film schnell wieder vergessen. David Fincher aber nicht: Er verpflichtet sie kurz darauf für die Verfilmung des Mega-Bestsellers «Verblendung» des Schweden Stieg Larsson. «Klar hat es mich etwas geschockt, dass ich diese harte Rolle bekommen habe. Aber ich hatte ja über ein Jahr, um mich vorzubereiten», sagt die New Yorkerin uns Journalisten beim Interviewtermin.

Finchers Wahl war mutig. Rooney spielte vorher nur kleinere Rollen wie etwa im C-Liga-Horrorfilm «A Nightmare on Elm Street». Stars wie Natalie Portman und Emma Watson rissen sich um die Rolle der Lisbeth Salander. Fincher wollte aber unbedingt die zartblasse Schönheit – und traf ins Schwarze. Erst musste Rooney aber eine Verwandlung durchmachen: Ihr Haar wurde teils wegrasiert, was übrig blieb, wurde gefärbt und geschnitten. Ihre Augen­brauen wurden gebleicht, dazu kamen etliche Piercings – alles an einem Tag. Wegen der Augenbrauen ist sie erst etwas durchgedreht. Heute, Monate nachdem der Film abgedreht ist, scheint Rooney Gefallen an der Düsternis der Lisbeth Salander gefunden zu haben: Sie trägt ihr Haar noch immer kurz, geometrisch geschnitten und rabenschwarz. Auch ein Piercing hat sie noch. Das in ihrer linken Brustwarze.

Die New Yorkerin ist eine wortkarge Interviewpartnerin. Sie wirkt entrückt, fast gelangweilt, lächelt nie und senkt nach jeder Antwort den Blick. Dann guckt sie wieder mit stechendem Blick und ist hellwach. Wie eine lauernde Katze. Blöde Fragen verkneif ich mir jetzt lieber.

Ihre Präsenz jedenfalls ist überwältigend, genau wie ihre Schönheit. «Es war definitiv befreiend, sich ein Jahr lang nicht darüber Gedanken zu machen, ob ich auch hübsch genug bin», erzählt sie über ihre Verwandlung. «Ich hatte jeden Tag so etwas wie eine Uniform an.» Und die Gewalt­szenen? Setzt so etwas nicht zu? «Na ja, die Gewalt im Film ist schon heftig. Aber ich wusste ja, worauf ich mich einliess.» Dennoch brauchte es einiges, um von der schönen Rooney zur runtergerockten Lisbeth zu werden: «David bat mich, vor dem ersten Screentest richtig viel Alkohol zu trinken. Ich nahm seinen Rat etwas zu ernst und habe mich die ganze Nacht übergeben.»

Die Zeiten, in denen sie in kleinen Filmen spielen muss, sind nun definitiv vorbei: Rooney war für ihre Rolle in «The Girl with the Dragon Tattoo» für einen Golden Globe nominiert, eine Oscar-Nominierung sollte Formsache sein. Sie wird sich an das Leben eines Stars gewöhnen müssen. Bisher ist über ihr Privatleben kaum etwas bekannt, einzig, dass sie ihr Psychologiestudium abgebrochen und eine ältere Schwester hat. Jetzt endlich lächelt Rooney Mara: «Mehr hast du nicht rausgekriegt? Gut so.»

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«The Girl With The Dragon Tattoo» Trailer