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Star Style
22. Januar 2010 10:05; Akt: 22.01.2010 00:19 Print
Ke$ha ist bös im Kommen
Sie fährt einen Pimp-Car, trinkt bei Interviews Bier und stösst Lady GaGa vom Thron: Ke$ha tickt anders.
Ke$ha Sebert («Kesch-ah, wie Ketchup», erklärt die 22-Jährige die Aussprache) ist der erste Shootingstar des neuen Jahres. Sie hat es auf die Welt abgesehen wie eben noch die Schweinegrippe. Ihre Smash-Single «Tik Tok» war bereits in fünf Ländern Nummer eins, in den USA toppte sie in der ersten Woche mit über
Ke$ha - «Animal»
Von einem frischen Pop-Grossmaul, irgendwo zwischen Elektro-Chick Uffie und Fergie von den Black Eyed Peas. Für unbeirrbare Tanzbären und trotzige Teenies.
«Ich habe eine klare Vorstellung davon, wer und wie ich bin», sagt Ke$ha. Wenn sie spricht, sagt sie ständig «Fuck», «Hell yeah», «Shit» und «Nah-ah» anstatt «No». Sie trägt zerrissene Strümpfe, viel Spitze, ultrakurze Miniröcke und setzt sich trotzdem im Schneidersitz hin. Zu den verfilzten Haaren trägt Ke$ha Chanel-Schmuck. Und auf der Bühne lässt sie sich vom Gitarristen Glitzer auf die Brüste streuen. Sonst noch was? Sie schläft mit ihren Freundinnen in einem Bett: «Alles Mega-Babes!» Ke$ha ist wie Taylor Swift nach einer Attacke mit der Dreckschleuder: derb und hemmungslos. Ein bisschen wirr. Und zugleich sexy rund um die Uhr. Ke$ha macht Spass. Da stört auch der eigentlich unmögliche Nasenring nicht.
Die Mama ist schuld
Ihr Turbo-Aufstieg begann 2009 mit Flo Ridas Welthit «Right Round». Sie sang für den Rapper den Refrain. Weigerte sich aber, in seinem Video mitzumachen: «Er wollte eh nur, dass ich die Sexbombe mache und mit dem Hintern wackle.» Zur gemeinsamen Single kam es, weil Ke$ha den gleichen Produzenten hatte wie Flo Rida – Dr. Luke. Der hatte Ke$ha entdeckt, nachdem sie jahrelang ohne Geld in Los Angeles umhergetingelt war, Dutzende Songs geschrieben und Demos verschickt hatte.
«Meine Mutter hat mir alles beigebracht», erzählt Ke$ha. Pebe Sebert ist überzeugte «Single Mom» und selbst Musikerin. Ihre einzige Tochter kam 1987 in Kalifornien zur Welt. Damals spielte Pebe in einer Punkband und schrieb Songs für Country-Stars wie Dolly Parton. 1991 zog die Familie nach Nashville. Mama Seberts Erziehung ist offenbar auch verantwortlich für Ke$has wildes Leben: «Sie sagte immer: ‹Du kannst trinken, aber dann fährst du nicht. Du kannst Sex haben, aber denk an Verhütung.›»
Mädels dürfen alles
Ke$ha beschreibt ihre Musik als «Super Dance Electro Pop Magic». Sie will, dass man den Spass, den sie an ihrem Leben hat, in ihrer Musik hört: «Ich kann in einer verdammten Kartonschachtel eine Party feiern! Bei der Musik geht es doch darum, eine gute Zeit zu haben. Und richtig gute Musik zu machen, natürlich.» So einfach ist das.
Ke$ha hat einen guten Plan: Party. Hinter ihrer Offensive steckt aber nicht bloss ein Kaugummi kauendes Blondie, das bei einer billigen Anmache mit den Augen rollt. In ihren halb gerappten, halb gesungenen Songs fahren Mädchen fette Schlitten (sie fährt einen goldenen Trans Am von 1978), putzen sich die Zähne mit Whiskey und halten Jungs etwa für gleich wichtig wie ein Paar Lieblingsschuhe. In Ke$has Welt sind sie und ihre Freundinnen die Königinnen. Jungs sind die Bitches, an denen vor allem die Hintern und Dicks interessant sind.
«Die Leute sind manchmal wahnsinnig beeindruckt, dass ich ein paar Akkorde auf der Gitarre spielen kann — nur weil ich eine Frau bin.» Ke$ha ist hier, um das zu ändern. Auf Youtube gibt es Dutzende Videos von Girls, die «Tik Tok» singen und nachspielen. Sie alle wollen sein wie Ke$ha.



























