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Star Style
09. Dezember 2011 09:30; Akt: 07.12.2011 22:43 Print
Chérie de Paris
von Martin Fischer - Lou Lesage, 20, ist der neue Liebling der Pariser Musik- und Modeszene. Musste ja so kommen.

Die 60er und 70er sind ihre Welt: Lou Lesage, geboren in den 90ern.
Fünf Dinge, und man weiss, wie Lou Lesage tickt.
Rétro à la française
Lo-Fi-Sounds, Schrummelgitarren und Lous nonchalanter Gesang mit charmantem Akzent: «Under My Bed» ist eine gelungene Hommage an die Musik der 60er und 70er, die Lou so liebt. Den letzten Schliff erhielten die 13 Songs in Nashville — im Studio, in dem auch Jack White gearbeitet hat. Anspieltipps: «Forgotten Child», «Dirty Looks» und «Gonzo Needs a Holiday».
Lou Lesage: «Under My Bed»
Erstens: Wenn ihr Haus brennen würde, würde sie ihren Teddybären Patrick und ihr Skizzenbuch retten. Zweitens: Seit sie zwölf ist, hat sie kein Kleidungsstück mehr weggeworfen. Ihr Schrank platzt aus allen Nähten. Drittens: Lou guckt gern in alten Pariser Kinos alte Filme oder spaziert durch die Stadt. Viertens: Sie mag keine Clubs. Lieber tanzt sie mit ihren Freunden auf den Tischen der Stolly's-Bar im Szeneviertel Marais. Fünftens: Sie hat diesen verträumten Blick und eine Siebziger-Mähne.
Kurz: Lou ist das neue Pariser It-Girl und erfüllt alle Klischees: Sie ist Model, Schauspielerin und Sängerin und lebt noch bei ihren Eltern in einem Atelier-Loft am Rand von Paris. Ihr Vater ist Musiker und Künstler, die Mutter Fotografin und Stylistin. Ein privilegiertes Kind, das mit der Plattensammlung seiner Eltern aufwächst: The Rolling Stones, Velvet Underground und The Stooges. «Rockmusik berührt mich. Höre ich eine elektrische Gitarre, hab ich das Gefühl, dass ich die Elektrizität am ganzen Körper spüre», sagt Lou. Und seit sie klein ist, kriegt sie gratis Modeltraining: «Meine Mutter hat immer die Kamera bei sich, auch zu Hause. Sie macht dauernd Fotos von mir.»
Mit 12 beim Chefpunker
Lous Universum ist die Bohème-Welt der Eltern, in der sich alles um Kleider, Kunst und Konzerte dreht. Mit zwölf besucht sie ihren ersten Punk-Gig: Auf den Schultern ihres Vaters sieht sie Iggy Pop. «Ich war so fasziniert von diesem Typen! Als wir nach Hause kamen, hab ich gleich das T-Shirt ausgezogen, bin in der Wohnung rumgerannt und habe Iggy imitiert.» Und Maman hat natürlich alles mit der Kamera festgehalten.
Hat sie denn vor, bei ihren Eltern auszuziehen? «Ich denke nicht so sehr an die Zukunft», antwortet Lou, «ich lebe wirklich für den Moment.» Sie hat kein Bedürfnis, aus der starken Bindung zu ihren Eltern auszubrechen: «Ich habe eine super Beziehung zu
ihnen. Wir reden über alles, ohne falsche Scham. Sie kennen alle meine Freunde, und es stört mich auch nicht, sind sie abends mit dabei, wenn wir ausgehen und Party machen.» Eines weiss sie jedoch über die Zukunft: «Ich will später in einem kleinen Landhaus am Meer leben. Ich liebe den Wind.»
Heute bei Chloé
Ihre Freunde sind natürlich Models, Künstler, Designer und Musiker. Lou geht an Partys, wo Socialites wie Lou Doillon oder Camille Rowe-Pourcheresse feiern. Sitzt bei Chloé an der Pariser Fashion Week neben Alexa Chung in der Frontrow. Und gerade hat sie mit den Models Annabelle Dexter-Jones und Poppy Delevigne in einem Kurzfilm des Pariser Künstlers André Saraiva mitgespielt.
Nun ist sie mit ihrem Album «Under My Bed» auf Tour. Ihr Debüt ist eine Lesage-Familienproduktion: Die Songs und die Texte hat ihr Vater geschrieben, die Fotos für das Artwork sind von der Mutter. Lou erinnert sich noch genau an den Moment, in dem das Coverbild entstanden ist. «Ich hatte eine Operation. Nach einer Woche im Spital konnte ich nach Hause. Es war ein kalter Tag, und es ging mir nicht gut.» Als Lou in die Wohnung kommt, geht sie direkt ins Badezimmer, stellt sich vor den Spiegel. «Da habe ich dieses nachdenkliche Gesicht gemacht. Und meine Mutter hat abgedrückt.»


























