Interview

27. Januar 2012 09:30; Akt: 26.01.2012 20:44 Print

«Ich bleibe daheim und schaue fern»«Ich bleibe daheim und schaue fern»

von Yvonne Eisenring - Shootingstar Ed Sheeran, 20, zog früh von zu Hause aus, um mit seiner Musik berühmt zu werden. Heute kann er kaum noch auf die Strasse.

storybild

Shootingstar Ed Sheeran. (Bild: PR)

  • Artikel per Mail weiterempfehlen
Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

Während des Interviews hängt Ed entspannt in seinem Sessel und gibt sich einigermassen wortkarg. Obwohl mir rothaarige Männer eigentlich nicht gefallen — dieser Gingerhead ist irgendwie attraktiv. Er selbst sieht das nicht unbedingt so.

Ed, du bekommst jeden Tag Fanpost. Meist von jungen Frauen. Was schreiben sie dir?
Zum Beispiel: «Willst du mich heiraten?»

Schreibst du zurück?
Manchmal. Auf Twitter.

Und was antwortest du dann? Ja, lass uns heiraten?
Nein, ich kann doch jetzt noch nicht heiraten! Bin ja erst zwanzig.

War es in der Schule auch schon so, dass dich die Mädchen heiraten wollten?
Nein, ganz und gar nicht. Keine wollte mich.

Warum?
Ich sah nicht aus wie Brad Pitt.

Wurdest du gehänselt?
Das nicht gerade. Aber du bist ja auch rothaarig, du weisst doch, wie das ist. Die anderen nannten mich oft Karotte, Tomate, Gingerhead ...

Und jetzt ist alles anders?
Ja. Dafür kann ich jetzt nicht mehr einfach so auf die Strasse. Sofort werde ich umzingelt, und alle wollen ein Autogramm. Wenn ich zu Hause in London bin, bleib ich darum meistens in meiner Wohnung und schaue fern.

Fühlst du dich einsam?
Nein, ich war schon immer ein Einzelgänger. Ich zog ja mit 16 von zu Hause aus, verliess Familie und Freunde und ging nach London. Ich bin es gewohnt, allein zu sein.

Hast du eine Freundin?
Nein.

Aber die Mädchen stehen doch Schlange!
Ja. Aber das ist nur wegen meinem Erfolg. Nicht wegen mir als Person. Ich sehe schliesslich immer noch nicht aus wie Brad Pitt.

Dafür wie Rupert Grint, der Rotschopf aus den Harry-Potter-Filmen. Er spielt in deinem Video zu «Lego House» einen Stalker.
Rupert Grint ist toll. Der Dreh mit ihm war richtig lustig. Als wir entschieden haben, den Song zu verfilmen,wollte ich unbedingt, dass er im Video mitspielt. Der Witz ist, dass man am Anfang glaubt, er sei ich.

Stimmt, ich dachte das auch. Aber nur wegen der Haare, die sind ...

(Unterbricht) Ich verstehe nicht, warum das immer ein Thema ist. Es ist nur eine fucking Haarfarbe! Ich wurde so geboren, werde so sterben. Wäre ich schwarzhaarig, würde niemand darüber reden.

Rothaarige gibts nun mal seltener als Schwarzhaarige. In 90 Jahren sind wir sogar ausgestorben.
Das ist doch Quatsch. Es gibt ja
viele Gingers, die Nicht-Gingers heiraten und dann doch rothaarige Kinder haben. In der Familie meines Vaters hatten alle schwarze Haare. Nur meine Mutter hat rote. Ihre Gene waren also stärker.

Hoffst du, dass deine Kinder mal rothaarig sind?
Hoffen nicht gerade. Eigentlich ist es mir egal. Ich werde sie lieben, egal wie sie aussehen.

Aber du willst mal Kinder?
Ja, unbedingt. (Grinst) Zwei.

Weisst du schon wann?
Sicher nicht sofort. Aber ich würde die Karriere aufgeben, wenn ich Kinder hätte. Würde mein Leben ihnen und nicht dem Singen widmen.

Wir könnten heiraten, dann hättest du sicher rothaarige Kinder.
Okay. (Breites Grinsen)