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Interview
05. Februar 2010 09:50; Akt: 03.02.2010 20:53 Print
«Ben gibt alles auf für die Liebe. Das ist krass!»
von Nuria Furrer - David Kross verliebt sich als Ben Prüfer im Film «Same Same But Different» in eine HIV-positive Prostituierte. Ihm selbst wäre das wohl zu viel.
Friday: Deine Filmfigur Ben gibt alles für seine kambodschanische Ferienliebe auf, als er erfährt, dass sie HIV-positiv ist. Würdest du das Gleiche tun?
David Kross: Das habe ich mich oft gefragt, und ich wünschte, ich könnte sagen, dass ich es für die grosse Liebe tun würde. Aber ich weiss es nicht. Ben kennt Sreykeo erst seit einem Monat, trotzdem verlässt er seine sichere Welt in Deutschland und reist zu ihr. Das ist krass! Ich glaube nicht, dass ich diese Sicherheit aufgeben könnte.
«Ich wünschte, dass ich es für die grosse Liebe tun würde»: David Kross, 19.
«Same Same But Different»
Der Film von Detlev Buck erzählt die wahre Geschichte von Benjamin Prüfer, der sich mit 23 auf einem Trip durch Kambodscha in die HIV-positive Prostituierte Sreykeo verliebt. Gegen alle Widerstände entscheidet er sich für sie. Heute hat das Paar zwei Kinder und lebt in Hamburg und Kambodscha.
Hast du die grosse Liebe noch nicht gefunden?
Nein, und ich suche auch nicht danach. Ich glaube an diesen magischen
Moment, wo sich zwei Menschen begegnen und beide wissen: Das ist es.
So wie bei Ben und Sreykeo?
Genau so. Sie treffen sich in einer Bar, Sreykeo legt sanft den Kopf auf Bens Schulter. Solche Momente kann man nicht suchen.
Eine ziemlich romantische Einstellung.
Ja, vielleicht. Aber da kannst du alle fragen, die schon lange zusammen sind: Jeder hatte diesen Moment! Ich habe das auch schon erlebt, leider hats dann nicht gehalten.
Ihr habt vor Ort gedreht. Was hat dich besonders beeindruckt?
Die krassen Gegensätze zwischen Arm und Reich. Wir haben auf einem Müllberg gedreht, auf dem tatsächlich Menschen lebten. Das war schwer zu verkraften. Besonders beeindruckt hat mich aber der Familienzusammenhalt. Man macht alles in der Gruppe, das Individuum existiert nicht.
Familie ist dir also wichtig, wohnst du deshalb noch bei deinen Eltern?
Die Erlebnisse in Kambodscha haben meinen Familiensinn noch verstärkt. Dass ich noch zu Hause wohne, bedeutet für mich aber auch Normalität.
Du lagst für «Der Vorleser» mit Superstar Kate Winslet nackt im Bett, während sich deine Kumpels vermutlich Joints rauchend über Mädels und die nächste Party unterhielten. Wer hat etwas verpasst, du oder sie?
Wer sagt denn, dass ich das Zweite nicht gemacht habe? Verpasst habe ich also nichts. Aber klar, ich musste schnell erwachsen werden, und das Berühmtsein ist irgendwie auch unheimlich. Manchmal wäre ich gern noch der Junge vom Land.


























