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27. Januar 2012 09:30; Akt: 26.01.2012 20:30 Print
Oscarreif!
von Madeleine Wohlfahrt - Schon mal überlegt, wie du deine Oscar-Rede halten würdest? Das alles musst du beachten, falls du dran bist.

«Schluchz! Rotz! Plärr!» Gwyneth, setzen! (l.) Eindeutig zweideutige Geste, Kate (r.).
Stell dir vor, du trägst ein unbequemes Gala-Outfit, deine Frisur piekst, es ist heiss, und du sitzt schon seit drei Stunden. Du musst dringend aufs Klo und bereust die vier Gläser Champagner gegen die Nervosität bitter. In den Reihen vor dir sitzen sämtliche Schauspieler, die du bewunderst, dahinter alle Studiobosse, von denen du gern Jobs hättest. In dem Moment wird dein Name aufgerufen, und du musst vor Hunderten Millionen allen danken, die einen Oscar-Gewinner aus dir gemacht haben. Los gehts!
➜ Lass dir Zeit, wenn du auf die Bühne gehst! Gestoppt wird erst, wenn du vor dem Mikrofon stehst. Du kannst also in Ruhe deine Mom küssen, auf das Mobiliar klettern, andere Schauspieler umarmen und Siegerposen machen. Roberto Benigni hats auch getan.
➜ Nutze die ganze Bühne für einen Freudentanz oder ein kleines Kunststück, die Zeit läuft nämlich noch immer nicht! Cuba Gooding Jr. weiss, wie das geht.
➜ Küsse die Moderatoren. Gleichgeschlechtlich ist im Zweifelsfall noch besser für die Publicity.
➜ Halte den Oscar mit beiden Händen und sage: «Das Ding ist aber schwer!» Dann solltest du deine Hände jedoch still halten, damit niemand auf schmutzige Gedanken kommt – so wie einst bei Kate Winslet.
➜ Gib dir keine Mühe, perfekt Englisch zu sprechen, europäische Schauspieler wie Marion Cotillard sind in Hollywood momentan total hot.
➜ Sei überrascht, auch wenn alle schon seit Wochen schreiben, dass du der Favorit bist. Starre ins Publikum und sage: «Wow, wow! Das ist zu viel!»
➜ Jetzt rennt die Zeit! Also nicht zu lange staunen und den Applaus geniessen. Denn es ist peinlich, wenn man die Leute, die einem geholfen haben, schnell runterspult.
➜ Danke niemals deinem Fitnesstrainer, Anwalt oder Haustier. Eltern, Lehrer und Produktionsfirmen wiederum gehen immer.
➜ Weinen ist okay, aber nicht schluchzen. Faustregel: Solange man dabei noch gut aussieht, ist es okay. Aber Gwyneth hats damals wirklich übertrieben.
➜ Achtung mit Politik, das darf eigentlich nur Michael Moore. Muss es unbedingt sein, funktioniert «In schweren Zeiten wie diesen ...» oder «Ich bin für gleichgeschlechtliche Ehen!».
➜ Wenn die Musik beginnt und dir anzeigt, dass deine Zeit um ist, hast du zwei Möglichkeiten: Schreiend weiter Namen aufzählen und Standing Ovations provozieren oder «Thank you» ins Mikro hauchen.
➜ Lauf nirgends hin, wenn du fertig bist, sondern dreh dich nach links um. Dort steht eine Dame, die nur dafür da ist, dich hinauszubegleiten.



























