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31. Januar 2018 14:13; Akt: 31.01.2018 14:13 Print

Zu diesem Anwesen gehört ein Freimaurer-Tempel

In Bethlehem, Pennsylvania, gibt es ein leerstehendes Anwesen. Das Spezielle daran? Der Freimaurer-Tempel, der an die Küche angebaut ist.

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Dieses ungewöhnliche Duo von verlassenen Gebäuden befindet sich in Bethlehem, einer Stadt mit rund 75'000 Einwohnern im Osten des Bundesstaates Pennsylvania.

Heimat der Schönen und Reichen

Bethlehem war einst eine der reichsten Industriestädte der USA – hier stand nicht nur das Hauptquartier von Bethlehem Steel, der zweitgrössten Stahlfirma des Landes, sondern auch die Lehigh Valley Railroad, deren Streckennetz wegen des Kohletransports auch als Black-Diamond-Route bekannt wurde.

Die Lehigh Valley Railroad geht von Buffalo über Pennsylvania bis nach New York. Es floss also viel Geld, auf verschiedenen Wegen, durch die Stadt im Osten der USA. Entsprechend bauten viele erfolgreiche und vermögende Unternehmer herrschaftliche Häuser in Bethlehem.

Von den Freimaurern gerettet

Einer dieser Unternehmer war E. P. Wilbur, dessen erster Vorname Elisha war. Er gründete die Lehigh Valley Railroad und liess 1863 ein Haus auf einem Hügel bauen, von dem er die Gleise überblicken konnte, die ihm sein Vermögen beschert hatten. Auch sein Haus sollte seines Vermögens würdig sein: Ein kleines Schlösschen, komplett mit Turm. Übrigens: Wilburs Haus war eines der wenigen in Bethlehem mit Telefonanschluss.

Die Depression von 1893 setzte Lehigh Valley Railway schwer zu. Wilbur verliess seine Firma und starb 1910 in New York. Seine Villa liess er unbeaufsichtigt zurück, es drohte der Verfall. Das Haus wurde von einer Organisation gerettet, mit der niemand gerechnet hätte: Die Freimaurer.

Viktorianisches Herrenhaus und Art-Deco-Tempel

1925 bauten die Freimaurer, die seit 1853 in Bethlehem vertreten waren, einen Art-Deco-Tempel, der mit der Küche von Wilburs Herrenhaus verbunden wurde. Die beiden Gebäude stehen in einem grossen Kontrast zueinander, was die Freimaurer keineswegs davon abhielt, beide zu nutzen.

Fast 90 Jahre lang trafen sich die Freimaurer im Tempel und hielten im Herrenhaus Veranstaltungen ab. Bis sie 2013 von einem Skandal erschüttert wurden: Der Bankettmanager, der für die Veranstaltungen zuständig war, hatte über eine 250'000 Dollar veruntreut. Die Ersparnisse waren erschöpft, die Freimaurer verkauften das Haus und den Tempel.

Es droht der Abriss

Heute steht das Haus leer, obwohl es 2015 verkauft wurde. Die neuen Besitzer planen Wohnungen im Herrenhaus, der Tempel muss aber voraussichtlich abgerissen werden. «Jahrzehnte mit Schimmel und verrottete Stahlträger verunmöglichen eine Rettung des Tempels», werden die Besitzer in Medien zitiert.

(mst)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Gerry am 31.01.2018 15:48 Report Diesen Beitrag melden

    Antwort

    "Ein viktorianisches Herrenhaus, direkt nebenan ein Freimaurer-Tempel wo gibts denn sowas?" Steht doch da "In Bethlehem, Pennsylvania..." :-)

  • Tinu am 31.01.2018 15:40 Report Diesen Beitrag melden

    Schönes Haus

    Da würde ich jetzt auch noch einziehen. Aber natürlich schade, wenn der Tempel daneben mit Schimmel durchsetzt ist.

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  • André Gubelmann Brasilien am 31.01.2018 17:54 Report Diesen Beitrag melden

    Holz-Traum

    Die Einrichtungen aus Holz sind heutzutage kaum zu bezahlen.Könnte sicher irgendwo nützlich gebraucht werden.Interessant wäre zu wissen,um was für einen Skandal es sich im Jahre 2013 handelte.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • L. Ogen Schwester am 01.02.2018 10:50 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Hinterlassenschaften?

    Vermute mal, sie haben vor dem Verkauf auch sehr genau darauf geachtet, dass alles rausgenommen wird, was "Nicht-Freimaurer" nicht sehen oder wissen dürfen. Schade, wir hätten gerne mal hinter die Fassade geschaut und damit meinen wir weder das Herrenhaus noch den Tempel!

    • L.Ogen Bruder am 01.02.2018 20:01 Report Diesen Beitrag melden

      L.Ogen Schwester

      Geht mir genau gleich, aber ich bin sicher so ein Freimaurer-Mitglied laesst nicht auf sich warten und wird uns noch in diesem Forum endgültig aufklären, oder irr ich mich wieder. Wa haend diae zverschteckae, bi ugh gwundrig!

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  • Leser am 31.01.2018 20:08 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Schaden

    Finde es keinen Schaden, wenn dieser Tempel abgerissen wird, m.E. wirkt die Anlage mit dem Tempel sehr unharmonisch und wenn man etwas schönes aus dem Haus und dem Umschwung machen will, muss der Tempel weg. Die wollten wohl damals bei der Planung des Tempels bloss im Winter nicht aus dem Haus müssen beim Wechsel zwischen Haus und Tempel - mit einem Tunnel hätte sich da vielleicht eine architektonisch bessere Lösung finden lassen.

  • Kannnibalismus und Logen am 31.01.2018 19:34 Report Diesen Beitrag melden

    Ob da was dran ist

    Wurden die geopferten direkt in die Küche weitergereicht und nachher serviert.

    • Frei erfunden am 31.01.2018 20:05 Report Diesen Beitrag melden

      Gute quatsch

      Lustig! Aber nicht glaubhaft

    • Mary J am 01.02.2018 13:31 Report Diesen Beitrag melden

      Bon Appetit

      Nicht bei den Freimaurern, hätte der Tempel den Azteken gehört sähe es anders aus...

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  • David Stoop am 31.01.2018 18:31 Report Diesen Beitrag melden

    Keine NWO mehr

    Was für ein Ende der NWO. Freimaurer sind pleite und müssen verkaufen. Da fragt man sich, an wen sie verkauft haben, die Illuminaten oder doch die Templer?

    • Medici am 31.01.2018 20:08 Report Diesen Beitrag melden

      Freimaurer brauchen auch geld

      Nö, es steht da, es wird verkauft an ein Mäkler die daraus Wohnungen machen will

    • F. Reimaurer am 01.02.2018 10:44 Report Diesen Beitrag melden

      @David Stoop

      die freimaurer werden niemals pleite gehen, niemals! eine einzelne kleine loge ist hier betroffenund nicht die ganze organisation

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  • Alboreto am 31.01.2018 18:18 Report Diesen Beitrag melden

    Einfältig

    Sehr guter Bericht.Nur interressiert er niemanden.Absoluter Leerlauf.

    • Frau am 31.01.2018 19:08 Report Diesen Beitrag melden

      Jemand

      Doch, mich interessiert er Und ich bin jemand, im Fall.

    • Spiritualist am 31.01.2018 19:19 Report Diesen Beitrag melden

      schön auf dem Teppich bleiben

      Es gib wenig, dass abgehobener ist, als von eigenem Desinteresse auf andere zu schliessen. Einfälig ist nicht der Bericht.

    • tüechlidrugger am 31.01.2018 21:16 Report Diesen Beitrag melden

      Warum?

      in drei Teufels Namen muss ich dann diesen Kommentar lesen? Und nein nicht bloss im Fall sondern auch im Stand und beim Sitzen oder Gehen.

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