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Schottisch gemütlich

10. Februar 2018 12:54; Akt: 10.02.2018 12:54 Print

Còsagach ist das neue Hygge

von Nadia Fernandez - Nach dem dänischen Hygge und dem schwedischen Lagom kommt jetzt das schottische Còsagach. Wir sagen, worum es geht.

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Schönes Schottland: Bei diesem Bild von der Insel Skye fühlen Sie sich doch bereits irgendwie geborgen, oder? Kein Wunder: Die Schotten haben mit Còsagach das neue Hygge – ein Gefühl von Geborgenheit, die Abwesenheit von Stress und Angst. Die Dänen haben mit Hygge vorgemacht, was im Leben wirklich zählt: dicke Wollsocken anziehen und Tee trinken. Bei den Schotten ist das ähnlich. Sprachkenner des Gälischen werden jetzt hellhörig: Còsagach, das ist doch eigentlich ein feuchtes Loch, das von kleinen Lebewesen bewohnt wird. Das scheint den Verantwortlichen des schottischen Tourismusbüros herzlich egal zu sein. Sie behaupten, Còsagach, ausgesprochen wie Kosgoch, stehe für das Gefühl von Wohlbefinden und Aufgehobenssein, das sich ausschliesslich in Schottland einstellt. Das Wichtigste für die Schotten ist frische Luft. Es gibt kein schlechtes Wetter im regnerischen Schottland, sondern nur schlechte Kleidung. Also: dick einpacken. Dermassen eingekleidet, rufen sie sich «Lets bag a Munro!» zu («Komm, wir steigen auf einen Hügel!») und kehren anschliessend glücklich und mit roten Backen wieder heim. Còsagach, das ist beispielsweise auch ein warmes Schaumbad mit guter Musik und ein paar Kerzen. Oder es ist ein gutes Buch, gelesen mit flauschigen Socken und einem dicken Pulli. Und besonders wichtig: Còsagach ist Essen ohne Kalorienzählen und ohne schlechtes Gewissen. Gönnen Sie sich gute und reichhaltige Mahlzeiten und gerade im Winter lieber etwas Warmes als einen Salat. Auch Flammen, egal ob von einem Cheminée oder von Kerzenschein, helfen dem Còsagach-Gefühl. Und jetzt: Machen Sie es sich auf Schottisch gemütlich.

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Die Dänen haben mit Hygge vorgemacht, was im Leben wirklich zählt: dicke Wollsocken anziehen und Tee trinken. Die Schweden haben das nicht lange auf sich sitzen lassen und den Begriff Lagom lanciert. Der besagt, dass es auf das richtige Mass ankommt: nicht zu viel und nicht zu wenig. Das sehen die Schotten anders, die jetzt das Còsagach-Gefühl propagieren: Es kann nie zu gemütlich sein!

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Ein feuchtes Loch?

Kenner der gälischen Sprache geben zu bedenken, dass Còsagach eigentlich ein feuchtes Loch, das von kleinen Lebewesen bewohnt wird, bezeichnet. Es hat also herzlich wenig mit Gemütlichkeit zu tun. Das scheint den Verantwortlichen des schottischen Tourismusbüros herzlich egal zu sein. Sie behaupten, Còsagach, ausgesprochen wie Kosgoch, stehe für das Gefühl von Wohlbefinden und Aufgehobensein, das sich ausschliesslich in Schottland einstellt.

Das schönste Land der Welt

Schotten lieben ihre Heimat über alles, und seit die Leser der «Rough Guide»-Reisebücher im letzten September ihr Land zum schönsten der Welt gekürt haben, sind sie nochmals stolzer darauf. Zu Recht, denn Schottland hat herrliche Naturlandschaften, dramatische Burgen, verlassene Ruinen und kilometerlange Küstenstriche zu bieten.

Dazu ist es mit einer relativ geringen Besiedlung gesegnet, nur 60 Personen pro Quadratkilometer statt über 200 wie bei uns in der Schweiz. Aber – und jetzt kommts: Das Wetter lässt oft zu wünschen übrig. Entweder ist es bewölkt oder es regnet – und auch wenn es ausnahmsweise weder regnet noch bewölkt ist, ist es selten richtig schön warm. Nicht mal im Sommer. Um nicht in die Winterdepression zu verfallen, die in Schottland von Oktober bis April anhalten würde, müssen sich die Leute etwas einfallen lassen. Und das tun sie auch.

Schlechtes Wetter? Egal!

Frei nach dem britischen Spruch, dass es kein schlechtes Wetter, nur unpassende Kleidung gibt, sind Schotten bei jeder Witterung draussen in der Natur anzutreffen. Harris-Tweed, dicke, handgestrickte Pullis, Schiebermützen, gewachste Jacken von Barbour, Sensible Shoes und natürlich auch Gummistiefel gehören zur Grundausstattung jedes Schotten und jeder Schottin und dürfen auch im Gepäck der Touristen nicht fehlen. Dermassen eingekleidet, rufen sie sich «Let’s bag a Munro!» zu («Komm, wir steigen auf einen Hügel!») und kehren anschliessend glücklich und mit roten Backen wieder heim. Oder noch besser: in ein gemütliches Pub, wo man mit anderen plaudert, lacht, singt – und trinkt. Und damit ist in Schottland nicht bloss Tee gemeint, sondern eher ein Hot Toddy (Rezept in der Infobox).

Còsagach – selbstgemacht

Egal, ob Sie bereits in einem Knusperhaus mit viel Holz leben oder in einer Stadtwohnung, etwas Còsagach in Ihr Leben zu holen, ist nicht schwer: Gehen Sie oft an die frische Luft und machen Sie ausgedehnte Spaziergänge, auch abends. Wenn Sie zu Hause sind, lassen Sie sich ein heisses Bad einlaufen, machen das Feuer im Cheminée an oder stellen mehrere Kerzen zu einem Flammenbild zusammen. Stärken Sie sich mit einem währschaften Essen, bei dem keine Kalorien gezählt werden dürfen. Setzen Sie sich anschliessend mit einer kuscheligen Decke und einem guten Buch ans Fenster und tauchen Sie in eine andere Welt ein.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • traveler am 10.02.2018 14:50 Report Diesen Beitrag melden

    schön

    Schottland ist schön, weil die Bevölkerungsdichte noch einigermassen ok ist. Die Schweiz ist nicht mehr schön, weil...

    einklappen einklappen
  • Bärin am 11.02.2018 09:43 Report Diesen Beitrag melden

    Schönes Schottland

    Wer das geschrieben hat, war wohl noch nie in Schottland. Lebe in den Highlands. Tagelang nass und trüb gibt es hier nicht. Aber das mit dem Lebensstil stimmt schon.

  • Herr Max Bünzlig Live im Ochsen am 10.02.2018 14:24 Report Diesen Beitrag melden

    ja genau

    sollen wir da in dieser Einöde Daumen drehen, oder was sonst

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Bärin am 11.02.2018 09:43 Report Diesen Beitrag melden

    Schönes Schottland

    Wer das geschrieben hat, war wohl noch nie in Schottland. Lebe in den Highlands. Tagelang nass und trüb gibt es hier nicht. Aber das mit dem Lebensstil stimmt schon.

  • traveler am 10.02.2018 14:50 Report Diesen Beitrag melden

    schön

    Schottland ist schön, weil die Bevölkerungsdichte noch einigermassen ok ist. Die Schweiz ist nicht mehr schön, weil...

    • R.F.ZH am 10.02.2018 15:42 Report Diesen Beitrag melden

      ich vervollständige den Satz noch

      weil es zu viele Nörgler gibt, bei denen das Gras auf der anderen Seite immer grüner ist. Die Schweiz hat vieles zu bieten, ich war gerade 90 Minuten Velofahren, auf schönen Schneebedeckten Strassen im Wald, und habe nur eine einzige Person gesehen.

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  • Herr Max Bünzlig Live im Ochsen am 10.02.2018 14:24 Report Diesen Beitrag melden

    ja genau

    sollen wir da in dieser Einöde Daumen drehen, oder was sonst

    • Frau am 11.02.2018 12:02 Report Diesen Beitrag melden

      Zu Hause bleiben

      Nein, einfach zu Hause am Stammtisch bleiben und dumm reden!

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