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Laferrière

21. September 2017 12:46; Akt: 21.09.2017 12:46 Print

Für Haitianer bedeutet diese Festung Freiheit

von Meret Steiger - Nach der Revolution fürchtete man sich in Haiti vor einer Rückkehr der Franzosen. Ein Fort sollte künftige Angriffe verhindern.

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Die Zitadelle Laferrière steht auf einem Berg im Norden von Haiti. Sie ist eines der grössten Forts der Welt. Gebaut wurde das Fort von Henri Christophe, einem damaligen General in der Haitianischen Revolution, und wenige Jahre später von König Henri, dem Herrscher Nord-Haitis.

Zum Schutz vor Frankreich

Die Haitianische Revolution führte zur Unabhängigkeit Haitis von Frankreich im Jahr 1804. Unmittelbar darauf, zwischen 1805 und 1820, wurde das Fort gebaut. Es sollte künftige Angriffe der Franzosen oder anderer Länder verhindern, die den Haitianern die neu gewonnene Unabhängigkeit nehmen wollen.

Gebaut wurde es auf dem Bonnet a L'Eveque, einem 900 Meter hohen Berg rund 28 Kilometer von Cap-Haïtien, einer Hafenstadt, entfernt. Von den Burgmauern aus sieht man bis zur Atlantikküste und an klaren Tagen manchmal sogar bis nach Kuba – das ungefähr 145 Kilometer entfernt ist.

365 Kanonen

Die Militärbasis erstreckt sich über 10'000 Quadratmeter und ist von 365 Kanonen umgeben. Grosse Pyramiden mit aufgestapelten Kanonenkugeln reihen sich an die Wände des Forts. Im Inneren gibt es Schlafräume, eine Zisterne und diverse Lagerräume. Sie sind so gebaut, dass sie bis zu 5000 Soldaten für ein Jahr mit Wasser und Nahrungsmitteln versorgen könnten.

Es gibt auch einen königlichen Schlafplatz: Einige Räume waren für den König und seine Familie reserviert, sollte er je Schutz suchen müssen. Und dieser Fall war damals gar nicht so unwahrscheinlich.

König Henry und sein Volk

König Henri fürchtete sich damals nicht nur vor einem französischen Militärschlag, er hatte vor allem auch wegen des eigenen Volks Angst: Henri war ein unbeliebter, autokratischer Monarch. Er war zudem der Sklavenarbeit nicht abgeneigt, was seine Popularität im Volk weiter sinken liess.

1820, kurz nachdem die Zitadelle fertig gebaut wurde, erschoss sich König Henri selbst, bevor er Opfer eines Mordanschlags werden konnte. Loyale Anhänger begruben ihn in den Gärten der Zitadelle, damit seine Leiche in Frieden ruhen kann – und nicht von Grabräubern heimgesucht wird.

Nie getestet

Die Uneinnehmbarkeit der Zitadelle ist übrigens umstritten. Da die Franzosen nicht wie angekündigt zurückkamen, trat der Notfall nie ein – keine der Kanonen wurde jemals abgefeuert und keine Wand musste Schüssen standhalten.

Heute ist die Zitadelle ein wichtiges Wahrzeichen von Haiti. Sie findet sich auf der Währung, auf Briefmarken und auf Werbeplakaten der Tourismusberhörde. Seit 1982 zählt sie zum Unesco-Weltkulturerbe.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Döme, Bern am 21.09.2017 12:54 Report Diesen Beitrag melden

    Welcome les Francoises

    Würde es den Haitianern nicht besser gehen, wenn die Franzosen nie gegangen wären?

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  • Pius am 21.09.2017 13:09 Report Diesen Beitrag melden

    Geographie

    Wisst Ihr eigentlich wo Haiti liegt? Das ist nicht in Asien die Insel befindet sich in der Karibik. Bitte besucht nochmal die Schule merci

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  • goofy am 21.09.2017 13:26 Report Diesen Beitrag melden

    eindrücklich

    Ich habe das Fort vor vielen Jahren besucht, war sehr eindrücklich.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Barbarossa am 23.09.2017 13:25 Report Diesen Beitrag melden

    Was wäre wenn....

    Die Clintons haben fast alle gesammelten Spenden für die Erdbebenopfer behalten.

  • Frederic Maeder am 23.09.2017 10:15 Report Diesen Beitrag melden

    La tragédie du roi Christophe

    Immerhin wird in '20min' über Haiti geschrieben, und dies für einmal nicht im Zusammenhang mit Naturkatastrophen! Den guten König Christophe, selbst ernannter 'Begründer des Adelsstandes der Neuen Welt', hätte es bestimmt gefreut, dass sein durch Suizid beendetes Leben nicht ganz umsonst gewesen war. Lesetipp: Doku-Roman 'Hochzeit haitianisch - Goudougoudou ex-ante!' überall im Online-Handel erhältlich.

  • Cavi33 am 22.09.2017 19:32 Report Diesen Beitrag melden

    Frankreich wäre besser gewesen

    Heute wären sie wohl besser ein Überseedistrict das eine gewisse Selbstverwaltung hätte anstelle der Unsbhängigkeit.

  • Cavi33 am 22.09.2017 14:12 Report Diesen Beitrag melden

    Tango korrupti

    Die Wahrsager haben da auch in den falschen Topf geguckt. Unter den Franzosen hätten die Haitianer aber elndeutig den besseren Part gehabt.

  • Madinina am 21.09.2017 21:07 Report Diesen Beitrag melden

    Gerücht?

    Ich hab da mal ne Frage! Ist es ein Gerücht oder eine Tatsache, dass Haiti noch immer eine Ablösesumme an Frankreich zahlen muss???

    • Ayiti am 22.09.2017 07:23 Report Diesen Beitrag melden

      Wahrheit

      Ist wahr und unter Anderem ein Grund für die hohe Verschuldung.

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