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Sardinien

01. Februar 2018 19:38; Akt: 01.02.2018 19:38 Print

Italienische Gemeinde verkauft Häuser für 1 Euro

von Meret Steiger - Träumen Sie von einem Häuschen in Italien? In Ollolai, einer Berggemeinde auf Sardinien, könnte dieser Traum wahr werden.

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Das ist Ollolai, eine Gemeinde auf Sardinien. In den letzten 50 Jahren hat sich die Bevölkerung halbiert. Heute leben nur noch etwa 1300 Personen in der Berggemeinde. Die traditionellen, aus Stein gebauten sardischen Häuser sind teilweise seit Jahrzehnten verlassen und befinden sich in einem desolaten Zustand. Um die Häuser zu retten und dem Ort neues Leben einzuhauchen, wurden nun drastische Massnahmen ergriffen. Diverse Häuser wurden an die Regierung überschrieben und können jetzt für nur einen Euro gekauft werden. Der Haken? Die Häuser müssen innerhalb von drei Jahren renoviert werden. Und die Renovationen werden nicht billig: Bei den meisten Häusern rechnet man mit umgerechnet rund 25'000 Franken. Im Dorf gibt es diverse Beschäftigungsmöglichkeiten: Kulinarisch lässt sich einiges entdecken, es gibt aber auch traditionelle Feste und eine Art Fasnacht. Und: Sprachkurse. Bürgermeister Arbau sagt: «Unsere Sprache ist sogar für Sarden schwer zu verstehen. Aber wir wollen die neuen Bewohner willkommen heissen und es ihnen möglichst leicht machen.» Mit Erfolg, wie es scheint. Käufer Vito Casula sagt gegenüber Medien: «Meine Frau hat die Anzeige in der Zeitung gesehen und wir haben unsere Chance genutzt. Ollolai ist so friedlich und wirkt, als wäre die Zeit stehengeblieben. Und die Leute sind so nett. Wir werden ständig eingeladen.» Von hier stammt übrigens der berühmte Schafskäse Casu Fiore Sardo. Und Sie? Können Sie sich vorstellen, in die Schäfergemeinde zu ziehen?

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Ollolai, ein Dorf auf Sardinien, verkauft Hunderte von Häusern im Dorf für nur gerade einen Euro, also umgerechnet 1.20 Franken. Einen kleinen Haken gibt es bei diesem Angebot natürlich.

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Italien rettet seine Dörfer

Ollolai ist nicht die erste italienische Gemeinde, die mit solchen Anreizen versucht, baufällige Häuser zu retten. In Bormida wurde Neuzuzügern Geld versprochen, während die italienische Regierung Schlösser verschenkt – unter der Bedingung, dass die neuen Besitzer die baufälligen Gebilde renovieren.

In Ollolai geht es ebenfalls um den Erhalt alter Häuser: Die rund 200 Steinhäuser, die verkauft werden, sind teilweise in einem desolaten Zustand und müssen dringend renoviert werden. Wer eines der Häuser kauft, verpflichtet sich, das Gebäude innert drei Jahren zu renovieren. Die Renovationen sollen voraussichtlich rund 25'000 Franken kosten.

Das Dorf stirbt aus

Dass die Häuser überhaupt in einem so schlechten Zustand sind, hat mit der schwindenden Bevölkerung in Ollolai zu tun. In den letzten 50 Jahren hat sich die Bevölkerung fast halbiert und heute wohnen nur noch etwa 1300 Personen in der kleinen Berggemeinde, nur wenige Babys werden geboren.

«Ollolai hat eine lange Geschichte. Mein Ziel ist es, unsere einzigartigen Traditionen vor dem Aussterben zu bewahren. Wir sind stolz auf unsere Vergangenheit. Wir sind zäh, wir werden unser Dorf nicht sterben lassen», sagt Bürgermeister Efisio Arbau gegenüber den Medien.

Historisch wertvoll

Ollolai war einst der Hauptort der Region Barbagia, einer felsigen Hochebene auf Sardinien. Heute sind die Strassen verlassen, die jüngeren Leute sind in grössere Städte gezogen und viele der Häuser zerfallen seit Jahrzehnten. Aber nicht alle sind gegangen: In Ollolai produzieren Schäfer noch immer den berühmten Schafskäse, den Casu Fiore Sardo.

Seinen Namen hat Ollolai übrigens von einem historischen Kriegsruf: «Alalé!» – und auch heute kämpfen die Bewohner für ihr Dorf. Für das 1-Euro-Projekt wurden Dutzende der typisch sardischen Privathäuser an die Stadt überschrieben.

Das Projekt ist ein Erfolg

Trotz des miserablen Zustands, in dem sich viele der Häuser befinden, wurden bereits drei verkauft. Bürgermeister Arbau sagt, er habe Hunderte von Anfragen aus der ganzen Welt erhalten, sogar aus Russland und Australien. Arbau setzt grosse Hoffnungen in sein Projekt: «Ich hoffe, die renovierten Häuser locken wieder mehr Touristen an und stützen so unsere lokale Wirtschaft.»

Einer der Käufer ist Vito Casula, ein pensionierter Bauunternehmer. Er renovierte das zweistöckige Haus, das er für weniger als einen Cappuccino gekauft hatte, mit recycelten Materialien. Er bemühte sich dabei, den altmodischen Charme des Hauses zu erhalten. «Wir lebten in der Nähe», sagt Casula, «meine Frau hat die Anzeige in der Zeitung gesehen und wir haben unsere Chance genutzt. Ollalai ist so friedlich und wirkt, als wäre die Zeit stehengeblieben. Und die Leute sind so nett. Wir werden ständig eingeladen.»

Für Unterhaltung ist gesorgt

Im Dorf gibt es diverse Beschäftigungsmöglichkeiten. Kulinarisch lässt sich einiges entdecken, unter anderem der Su Pistiddu, ein Herbstkuchen mit Nüssen, Kaffee und Rosinen. Oder Porceddu, über dem Feuer gebratenes Ferkel. In Ollolai gibt es auch eine Art Fasnacht und viele traditionelle Feste.

Neu gibt es auch Kurse fürs Käsen, Pastamachen und Körbeflechten. Und, besonders wichtig: Sprachkurse. In Ollolai wird Sardisch besser verstanden als Italienisch. Bürgermeister Arbau sagt: «Unsere Sprache ist sogar für Sarden schwer zu verstehen. Aber wir wollen die neuen Bewohner willkommen heissen und es ihnen leicht machen.»

Apropos Unterhaltung: Im Mai beginnt eine holländische Reality-Show über mehrere Familien, die einige der Häuser in Ollolai renovieren werden.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fabio am 01.02.2018 20:00 Report Diesen Beitrag melden

    Der Haken????

    Mit 25000.- kaufe ich mir in der Schweiz nicht mal einen Garagenplatz

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  • orchidee am 01.02.2018 20:07 Report Diesen Beitrag melden

    guter arbeitsplatz

    haben sie zuverlässig internet? dann zügle ich mit der firma dorthin.. 5 häuser für 5 euro ist wenig und zum programmieren schön ruhig ;)

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  • INTERESIERTER am 01.02.2018 19:55 Report Diesen Beitrag melden

    nicht als Wohnsitz, aber......

    Darf man ein haus als ferienwohnsitz kaufen?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Vale Doncabrio am 02.02.2018 12:13 Report Diesen Beitrag melden

    Haken wird nicht erwähnt

    Und dan weiter vermieten so gehts der haken ist aber die Maffia

  • Florian Meier am 02.02.2018 11:07 Report Diesen Beitrag melden

    Aus 25000 Franken

    werden dann auf einmal ganz schnell 100000 oder mehr.

    • Bau-Inschenör Jürg am 02.02.2018 17:24 Report Diesen Beitrag melden

      Warum?

      Warum? Schau' dir mal Bild 8 an, das mit dem Haus das Vitu Casula gekauft hat. Keller - Erdgeschoss Wohnküche - 1. 2. Stock Schlafzimmer. WC aussen an der Wand (Direktentleerung) Kaminheizung - basta. Baupreise enorm tief und Löhne durch Arbeitslosigkeit am Minimum.

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  • Karl von Arb am 02.02.2018 11:03 Report Diesen Beitrag melden

    Interesse

    Wo kann man sich die Häuser bzw. das Projekt im Internet ansehen?

    • Lisa am 02.02.2018 11:20 Report Diesen Beitrag melden

      Auch interessiert

      Möchte ich auch gerne wissen. Wäre sehr daran interesseirt.

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  • McMoneysac am 02.02.2018 10:45 Report Diesen Beitrag melden

    teuer?

    Wahnsinnig teuer - Fr. 25'000.00 für die Renovation eines Hauses. Fehlt da vielleicht noch eine Null??

    • rubi am 02.02.2018 21:52 Report Diesen Beitrag melden

      Wieso?

      ist nicht überall so teuer wie in der Schweiz, ein Kaffe kostet ca 1 Euro bei uns rund 4x mehr. So ist es auch mit anderen Sachen.

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  • Aargauer am 02.02.2018 10:42 Report Diesen Beitrag melden

    Das glaubt doch nicht mal ihr...

    ... das man auf Sardinien für 25'000 das ganze Haus sanieren kann oder? Da muss schon einiges mehr an Geld fliessen um die Hütten auf Vordermann zu bringen