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Hygiene-Tipps

20. Februar 2017 13:40; Akt: 20.02.2017 13:40 Print

Kücheputzen für Faule

von Daniela Gschweng - Glänzen und blinken muss es gar nicht: Die meisten Leute putzen ihre Küche nicht zu wenig, sondern falsch.

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Ah, die Küche. Für die einen ein Lieblingsort, für die anderen nur ein Raum, der nach der Benutzung besonders viel Pflege benötigt. Glücklicherweise stehen uns heute bessere Putzmethoden zur Verfügung als noch vor 50 Jahren. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Küche mit wenig Aufwand saubermachen können. Wissen Sie, wo sich besonders viele Bakterien tummeln? Auf einem Wischmopp oder einem Feuchtreiniger. Das Gute daran ist, dass Sie diese Textilien in die Waschmaschine werfen können. 60 Grad töten die meisten Bakterien ab. Dasselbe gilt für Schwämme. Schwämme sind Bakterienherde und lassen sich von Hand nur schlecht reinigen – irgendwo im Inneren bleibt bestimmt etwas hängen. Auch die können Sie in die Waschmaschine packen, am besten in einem Waschsäckli, damit die raue Seite die Restwäsche nicht beschädigen kann. Auf die Schwämme könnten Sie aber auch ganz verzichten: Die raue Seite ist für die meisten Oberflächen sowieso zu aggressiv. Besser und umweltschonender sind Lappen. Häufig sind die meisten Keime auch nicht da, wo man sie vermutet – dort wird nämlich sorgfältig geputzt. An anderen Orten dagegen wird die Reinigung gern vernachlässigt. Ein Beispiel? Die Abzugshaube über dem Herd. Auch Schneidbrettchen können Bakteriensammelstellen sein, wenn Sie nicht richtig geputzt werden. Und: Auch Ihrem Bürsteli tut eine Heisswasserdusche gelegentlich ganz gut, damit sich darauf nicht alles vermehrt. Wenn Sie können, dann verzichten Sie auch auf Abtrocknungstücher. Wenn die nicht häufig gewaschen werden, schmieren Sie damit nur Keime auf gewaschenes Geschirr. Besser: An der Luft trocknen lassen. Das ist auch für Holzbrettchen und -kellen optimal. Worum Sie leider nicht herumkommen: der Kühlschrank. Wenn Ihr Kühlschrank sauber sein soll, dann müssen Sie ihn einmal pro Monat ausräumen, alle Flächen reinigen und abgelaufenes wegschmeissen. Dafür hat es danach ja auch wieder Platz für Neues. Keine Sorgen machen müssen Sie sich übrigens bei Topfpflanzen in der Küche. Die sind genauso «dreckig» wie ungewaschenes Gemüse.

Zum Thema
Fehler gesehen?

«Manchmal wundere ich mich schon, was Leute als sauber empfinden, wenn ich in fremden Wohnungen die Küche sehe», sagt ein Bekannter ziemlich oft. Oberflächlich glänze und blinke es, aber beim genauen Hinschauen grusle es ihn öfter. Das mag Ausdruck berufsbedingter Paranoia sein – der Bekannte ist Koch. Doch er hat recht.

Umfrage
Hand aufs Herz: Wie gründlich putzen Sie Ihre Küche?
16 %
46 %
13 %
10 %
1 %
3 %
11 %
Insgesamt 1607 Teilnehmer

Profiköche wissen, wo die meisten Keime sitzen. Dass sich in einem Spülschwämmchen 3000-mal mehr davon finden als auf der Klobrille und immer noch 800-mal mehr als im Mülleimer zum Beispiel. Das liegt unter anderem an der grossen Oberfläche. In dem kleinen Schwamm sind ganze Hallen versteckt, in die sich kleine Speisereste verirren. Gemütlich für Bakterien ist es auch auf Spülbürste und Geschirrtuch. Der Spitzenreiter unter den Keimschleudern ist der Wischmopp.

Ab in die Waschmaschine: Wischmopp und Spülschwamm
Zum Putzteufel werden muss deshalb aber niemand. Was für das Geschirrtuch selbstverständlich ist, gilt auch für Wischmopp und Spülschwämmchen: Beide lassen sich einfach entvölkern, indem man sie jede Woche in der Waschmaschine wäscht. Bei 60 Grad und mehr gehen die meisten Keime kaputt. Das Spülschwämmchen kann man dazu in einen Wäschebeutel stecken, damit die raue Seite die Wäsche nicht beschädigt.

Nicht nur gut für die Umwelt: Lappen statt Schwämmchen
Für die meisten Oberflächen ist sie ohnehin zu aggressiv. Lappen sind weicher und trocknen schneller als Schwämme. Die feuchten «Reservate» im Inneren gibt es auch nicht. Keime können sich so weniger gut vermehren. Wer statt eines Schwämmchens zum Spülen einen Lappen benutzt, verursacht noch dazu weniger Kunststoffmüll.

Abzugshaube, Spülbürste und Schneidebretter
In den meisten Haushalten ungestört sind Keime in der Abzugshaube. Wenn sie einen Aktivkohlefilter hat, sollte man ihn mehrmals pro Jahr austauschen. Noch besser ist ein Metallfilter, der einfach jeden Monat in der Spülmaschine landet. Eine regelmässige heisse Dusche tut auch der Spülbürste gut, genauso wie Schneidebrettern aus Kunststoff, auf denen sich nach einiger Zeit schon ein halbes Bergmassiv eingekerbt hat.

Oder einfach frische Luft
Wer Holzbrettchen hat oder mit der Hand spült, darf ohne schlechtes Gewissen faul sein: Geschirr an der Luft trocknen zu lassen ist hygienischer, als es mit einem Geschirrtuch abzutrocknen. Keime, die sich auf dem Tuch befinden, werden nicht weiter verteilt. Viel sinnvoller ist es, in der gesparten Zeit das Spülbecken zu säubern, dort halten sich die unerwünschten Gäste nämlich gerne auf.

Schrubben statt Chemie
Nur beim Kühlschrank hilft Faulheit nicht. Einmal im Monat ausräumen, putzen und alles Abgelaufene wegwerfen ist Pflicht. Scharfe Reinigungs- und Desinfektionsmittel sind in einer privaten Küche nebenbei Blödsinn: Was Pilze und Bakterien tötet, ist meist auch für Menschen giftig. Die Bio-Variante putzt meist genauso sauber.

Umsonst sorgen sich Köchinnen und Köche übrigens wegen Topfpflanzen in der Küche: Die sind etwa genauso keimbelastet wie ungewaschenes Gemüse.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Zulu am 20.02.2017 13:58 Report Diesen Beitrag melden

    Mindesthaltbarkeitsdatum

    Nur weil das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist, bedeutet es noch lange nicht dass es abgelaufen ist, im Gegenteil, meist sind die Lebensmittel noch lange danach geniessbar. Unglaublich das hier zur Verschwendung ermutigt wird! Das Datum bedeutet lediglich dass bis zu diesem Tag der Hersteller gewährleisten muss dass es noch ganz frisch ist.

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  • Anna am 20.02.2017 14:24 Report Diesen Beitrag melden

    Einfacher: Ab in die Spülmaschine damit

    Also bei mir wandern Brettchen, Schwamm und Bürsteli wenn alles fertiggeputzt und die Spülmaschine eingeräumt ist auch noch in die Maschine, die wäscht auch mit 60 Grad. Oder wenn ich kochend heisses Wasser abgiesse, schaue ich, dass diese Sachen unter dem Durchschlag im Waschtrog liegen. Einfach nachher schnell kaltes Wasser darüber giessen, bevor man die Sachen anfasst, sollte eigentlich klar sein aber mein Bruder hat auch schon versucht den noch kochend heissen Schwamm auszudrücken - Autsch!

  • Cybot am 20.02.2017 16:04 Report Diesen Beitrag melden

    Hygieneparanoia

    All diese pösen Pakterien - ich müsste längst tot sein, wenn das alles so schlimm wäre.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sunny Sunnschein am 22.02.2017 06:59 Report Diesen Beitrag melden

    Metallfilter der Abzugshaube

    Vielleicht weiss das jemand? Wie geb ich den Metallfilter der Abzugshaube in die Abwaschmaschine? Liegend (im oberen Fach) oder stehend (wie die Teller)? Die Dinger werden bei mir irgenwie nicht ganz sauber! Leg sie dann über Nacht in Soda ein und geb sie dann erst in den Spüler!

  • Silas A. am 20.02.2017 21:02 Report Diesen Beitrag melden

    Tipp für Singles

    Die Abwaschmaschine muss man sowieso alle zwei Tage laufen lassen, da der Inhalt ansonsten ein Eigenleben à la Schimmel entwickelt. Ich fülle sie dann mit den ohnehin eigentlich Spülmaschinengeeigneten Pfannen noch auf.

  • SL am 20.02.2017 20:53 Report Diesen Beitrag melden

    Mindestens haltbar bis und nicht tödloch ab...

    Es heisst mindistens haltbar bis und nicht tödich ab! Nur mal so zum Nachdenken an die, die immer alles wegwerfen kaum ist das Mindesthaltbarkeitsdatum erreicht, ohne auch nur einmal mit einem gesunden Menschenverstand zu probieren/riechen, ob das Produkt auch wirklich abgelaufen ist. Zu 90% kann man die Lebensmittel auch ein paar Tage später noch problemlos essen.

  • Rosenau am 20.02.2017 19:28 Report Diesen Beitrag melden

    Ja..

    Küchenputzen für Faule : Ich bin so Faul das ich den text nicht komplett gelesen hab ._. ( Bitte mit Humor nehmen )

  • baba am 20.02.2017 19:10 Report Diesen Beitrag melden

    und bei HOlzbäseli?

    und wie ist das wenn man ein Geschirrbäseli aus Holz hat? Dann kann mans wohl kaum in den Geschirrspühler legen, genausowenig wie Holzkellen...

    • @baba am 20.02.2017 19:28 Report Diesen Beitrag melden

      @baba

      Kochbesteck aus Nylon verwenden, das wandert zur Reinigung in den Geschirrspüler und sieht auch nach Jahren noch aus wie neu.

    • Mario M. am 20.02.2017 20:03 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht aus Holz kaufen

      Wie wärs damit einfach keines aus Holz zu kaufen? Denn wenn dus nicht reinigen kannst dann ist es schlicht das falsche Material für ein Geschirrbäseli;-)

    • Frosch am 20.02.2017 21:20 Report Diesen Beitrag melden

      @baba

      Ich bevorzuge Sachen aus Holz statt chemifiziertem, giftigem Plastikschmarren aus China. Am Abwaschen von Hand ist auch noch keiner gestorben.

    • baba am 21.02.2017 11:30 Report Diesen Beitrag melden

      @Mario

      Weil Holz einfach Umweltfreundlicher ist als Plastik was aus Erdöl hergestellt wird...

    • Peter Moser am 21.02.2017 12:23 Report Diesen Beitrag melden

      @Frosch

      Sie wissen auch, dass alle verwendeten Kunststoffe für diese Anwendungen physiologisch unbedenklich sind? Also rein theoretisch könnten Sie es auch kleinschneiden und essen.

    • Sofasurfer am 21.02.2017 20:49 Report Diesen Beitrag melden

      Holzkellen ... kein Problem im Spüler

      Meine rund 8 Jahre alten Holzkellen wandern mindestens 1 mal die Woche im Spüler und es geht ihnen wunderbar. Keine Ahnung woher dieser Irrglaube kommt.

    • Silvi am 02.03.2017 13:18 Report Diesen Beitrag melden

      Holz ist gesunder und besser

      Holz wirkt wegen seiner Gerbsäuren antibakteriell, Plastik hingegen nicht.

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