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Fakten-Check

04. Januar 2018 17:30; Akt: 04.01.2018 17:30 Print

So steht es wirklich um den Wohnungsmarkt

Der Schweizer Wohnungsmarkt ist hart umkämpft und man findet nur mit Glück eine neue Bleibe. Stimmt das wirklich? Zahlen und Fakten.

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Knapper Wohnraum, Warteschlangen durch das halbe Quartier: Diese Probleme assoziieren viele Mieter mit der Wohnungssuche in der Schweiz. Tatsächlich ist in Städten wie Zürich bezahlbarer Wohnraum knapp. Das gilt aber längst nicht für die ganze Schweiz, wie aktuelle Zahlen des Vergleichsdienstes Comparis beweisen. Hier die Mythen und die Fakten.

Umfrage
War es schwierig für Sie eine Wohnung zu finden?

«Mit den Wohnungsbewerbungen kann man ganze Ordner füllen»

Stimmt nicht. Ein Drittel der über 1000 von Comparis Befragten gaben an, dass sie bei ihrem letzten Umzug mit nur gerade einer Wohnungsbewerbung Erfolg gehabt hatten. Der Durchschnitt liegt bei vier Bewerbungen. Weniger erstaunt, dass auf dem Land häufiger nur eine Wohnungsbewerbung geschrieben wurde als in der Stadt oder in der Agglomeration.

«Es braucht Dutzende von Besichtigungen, bis man fündig wird»

Nein. Gemäss der obigen Befragung werden durchschnittlich fünf Wohnungen besichtigt, bis man seine neue Bleibe hat. Allerdings gilt auch hier: Auf dem Land schaut man sich oft nur gerade eine Wohnung an, während es in der Stadt deutlich mehr sind.

«Bis man eine neue Wohnung hat, dauert es Monate oder gar Jahre»

Auch das stimmt nicht: 45 Prozent der Mieter suchten beim letzten Umzug nur gerade maximal zwei Monate nach der Traumwohnung. Ein Fünftel von ihnen sogar nur einen Monat oder noch weniger. Am längsten auf der Suche waren Mieter nicht etwa in Zürich oder Bern, sondern in der Westschweiz.

«Wenn man schon zügelt, dann aber auch an einen anderen Ort»

Interessanterweise bleibt ein Drittel der Mieter gern im selben Dorf oder Quartier und zieht nur gerade im Umkreis von drei Kilometern um.

«Die meisten ziehen um, weil sie mehr Platz brauchen»

Das stimmt nur zum Teil. Tatsächlich sind es häufig Veränderungen in der Haushaltsform, also zum Beispiel eine Heirat oder die Geburt eines Kindes, die einen Umzug nötig machen. Zuweilen ist es auch der Arbeitsplatzwechsel. Oder die Wohnung oder der Wohnort gefällt dem Mieter nicht. Was den Platz anbelangt, hier noch ein paar erstaunliche Zahlen aus einer Umfrage des Bundesamts für Wohnungswesen: Jeder zehnte Haushalt verfügt über zu viel Wohnraum – und ist sich dessen sogar bewusst. Rund 350'000 Haushalte haben also gemäss eigener Einschätzung einen zu hohen Wohnflächenkonsum.

Warum ziehen sie nicht aus? Bei langjährigen Mietern ist der Mietzins häufig tief, es besteht also kein Anreiz, in eine kleinere, aber teurere Wohnung zu ziehen.

(mst/20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jule am 04.01.2018 18:25 Report Diesen Beitrag melden

    Parallelgeselschaft

    Ich vermiete Wohnungen in Fribourg. In diesem Quartier sind 90% auslaender anteil. Die Schweizer die noch dort wohnen, ziehen weg sobald die Kinder in die Schule gehen. Viele Auslaender auch schauen erstmal die Name auf den briefkarten um zu schauen ob es mit den Nachbarn funktionieren kann, schweizer ziehen systematisch aus der stadt, um wieder ein zugehoerigkeitsgefuehl zu bekommen. Ich hoffe diese schwierige situation wird endlich ernstgenommen, ich muss fast jeden Woche energie fuer konfliktbewaeltigung aufwenden.

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  • passionate dude am 04.01.2018 17:37 Report Diesen Beitrag melden

    realistisch

    Also für Genf und Zürich braucht man keine Fakten. Wer selbst schon mal gesucht hat weiss von was ich spreche.

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  • Beat am 04.01.2018 18:12 Report Diesen Beitrag melden

    5500 leere Wohnungen

    Kommt in den Kanton Solothurn, hier hat es 5500 leere Wohnungen, und es wird gebaut wie verrückt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Globi am 05.01.2018 11:33 Report Diesen Beitrag melden

    Geheimtipp

    Kommt doch in den Kanton Schaffhausen! Beringen, Neunkirch und fast jede andere Gemeinde hat Massenhaft Neuwohnungen zu vermieten! Zwar ist die Infrastruktur nicht entsprechend angepasst, der Kanton hat sonst auch nicht viel zu bieten.... aber leere Wohnungen wie Sand am Meer!

    • Thomas am 05.01.2018 15:44 Report Diesen Beitrag melden

      kann mich nur anschliessen

      In der Region Bätterkinden, Utzenstorf und Wiler b. Utzenstorf (Kanton Bern an die Kantonsgrenze zu Solothurn) hats auch jede menge freie Wohnungen

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  • Domino am 05.01.2018 07:31 Report Diesen Beitrag melden

    Viele wollen nichts bezahlen

    Ein Arbeitskollege suchte in der Gegend um Effretikon eine 2-Zimmer-Wohnung und fand angeblich ein Jahr lang nichts. Als ich ihm sagt, mit 1500.- müsse er rechnen, schüttelte er nur den Kopf. Gratis gibts natürlich nichts oder sonst ist es eine uralte Wohnung ohne jeglichen Komfort.

  • Petra Wyler am 05.01.2018 07:28 Report Diesen Beitrag melden

    Wünsche vs. Realität

    Es ist nun halt so: früher wohnte man eher in einer kleinen Wohnung mit Gemeinschaftswaschküche. Heute will man offen Küche mit Insel, Induktionsherd, Steamer, eigene WM/TU, edelste Oberflächen, mindestens 120 qm Wohnfläche, mitten in der Stadt in einem ruhigen Quartier und das ganze für keine 2000 CHF. Mensch, in welcher Traumwelt leben die Leute heute? Man verlangt ETW-Ausbau und bezahlen will man altes Loch. Vielleicht würden die restlichen 50% innert kürzester Zeit eine Wohnung finden, wenn sie die Wünschen nach unten schrauben würden!

    • Sunfra am 05.01.2018 08:58 Report Diesen Beitrag melden

      Überzogenes Anspruchsdenken

      Dieses Anspruchsdenken scheint weit verbreitet zu sein. Man stellt relativ hohe Ansprüche, für die man aber nicht bereit ist zu bezahlen. Und wenn diejenigen dann selbst ein Haus bauen, fallen sie vom Glauben ab und erfahren zum ersten Mal, was z. B. eine Mittelklasse-Küche kostet. Spätestens dann wird nach preiswerten Alternativen gesucht, die dann am Ende doppelt so teuer werden, weil die Qualität nicht die ist, die man über die vielen Jahre benötigt.

    • Markus Amstutz am 05.01.2018 23:39 Report Diesen Beitrag melden

      Spiegelbild unserer Gesellschaft !!

      Stimmt genau! Ich habe an bester Lage, direkt am See und Bootshafen in der steuergünstigen Gemeinde Hergiswil/NW 2 Gehminuten vom Bahnhof 1 Minute vom Coop entfernt eine 3 1/2 ZW. Aus baulichen Gründen ohne Geschirrspülmaschine. Dies passt den heutigen Wohnungssuchenden überhaupt nicht obwohl diese Maschinen Stromfresser und WasserSäufer sind und die meisten Mieter nicht mehr als einmal kochen pro Woche. Schwierig! Aber leider unsere Gesellschaft.

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  • Querdenker am 05.01.2018 07:27 Report Diesen Beitrag melden

    Am Ziel vorbei

    Ein bisschen am Ziel vorbei dieser Artikel: Eine neue Wohnung zu finden ist kein Problem, wenn man sich dies überhaupt leisten kann.

    • Petra Wyler am 05.01.2018 07:33 Report Diesen Beitrag melden

      Oder sich in der Realität befindent

      Natürlich muss man für eine günstige Wohnung Abstriche in Kauf nehmen. Aber einem Traum hinterher zu jagen bringt eben nichts. Selbst in der Stadt ZH hätte es noch günstige Wohnungen, aber da kommen dann eben so Argumente wie: ich will kein Altbau, Gemeinschaftswaschküche geht nicht, Küche zu alt, Bad ohne Fester geht nicht, etc. etc.

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  • Frau L. Ebenserfahrung am 05.01.2018 07:09 Report Diesen Beitrag melden

    Zeitgeist

    Wenn die lieben Studenten und weiteren Billigwohraumsuchenden bereit wären, ein paar Kilometer weiter weg in die Agglomeration oder aufs Land zu ziehen, wären die Probleme inexistent! Unser Nahverkehr ist so gut ausgebaut, dass das echt keine Sache ist. Aber eben , manche Leute möchten einfach immer den Batzen und das Weggli haben..,,

    • Richi B am 05.01.2018 07:19 Report Diesen Beitrag melden

      Studenten in der Stadt

      Die Studenten werden in der Stadt benötigt, damit sie die von der Elite gewünschten Trends nachhaltig und sichtbaretablieren können.

    • Ich verkaufe Koks an Banker am 07.01.2018 10:35 Report Diesen Beitrag melden

      Zeitgeist

      Ich will Batzen, Weggli, einen Lamborghini Huracan, Eine Villa auf Ibiza, einen Privatjet mit Krokoledersitzen, 2 Mios in Cash, 5 Kilogramm Koks, einen Rolly Royce Phantom, eine AK47 und nochmals 2 Mios cash und nochmals 85 Mios in cash und 50 kg Gold.

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