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Hashima

02. Januar 2018 08:58; Akt: 02.01.2018 08:58 Print

Verlassene Insel war einst dichtbesiedeltester Ort

von M. Steiger - Hashima vor der japanischen Küste war einst der am dichtesten besiedelte Ort der Welt – heute ist die Insel gänzlich verlassen.

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Diese Insel, rund 17 Kilometer vor Nagasaki, war einst der dichtbesiedelteste Ort der Welt. Hashima heisst die nur 160 mal 480 Meter grosse Insel. Hashima hat zwei Spitznamen: «Gunkanjima» (, Schlachtschiff-Insel) und «Midori nashi shima», Insel ohne Grün. Das Grün ist, nach Jahrzehnten der Vernachlässigung, zurückgekehrt. 1890 kaufte Mitsubishi die Insel und baute eine Fabrik, in der unterseeischer Kohleabbau gefördert wurde. 1916 wurde das erste Betonhochhaus auf Hashima gebaut: neun Stockwerke mit winzigen Wohnungen, grau in grau. Bis 1959 lebten auf der kleinen Insel über 5000 Minenarbeiter (umgerechnet 83'476 Einwohnern pro km²) mit ihren Familien, ... ... was sie zum dichtbesiedeltesten Platz der Welt machte. Auf der Insel gab es kaum Platz für Farmen: Die Bewohner waren bis 1957 sogar auf Wasserlieferungen vom Festland angewiesen. Im Bild: Eine Schülerin besucht die Überreste. Ansonsten war die Insel eine eigene kleine Welt: Es gab Schulen, Spielplätze, Kinos, Läden, ein Spital und einige Bordelle. Es gab keine Autos und keine Lifte – den neunten Stock mussten die Arbeiter zu Fuss erreichen. In den 60er-Jahren begann Japan schrittweise von Kohle auf Erdöl umzusteigen. Die Kohleminen im ganzen Land mussten schliessen, und die Mine auf Hashima war keine Ausnahme. Im Januar 1974 wurde die Mine offiziell geschlossen und die Bewohner der Insel verliessen ihr Zuhause fast fluchtartig – es gab nichts mehr, was sie auf der kargen Insel hielt. Nach zwei Monaten war sie komplett unbewohnt. Jahrzehnte harscher Witterung haben die Gebäude verfallen lassen. Heute ist Hashima ein Stück Geschichte und eine Traumdestination für Fotografen aus aller Welt.

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Die Insel Hashima liegt etwa 17 Kilometer vor der Küste von Nagasaki und hat zwei Spitznamen: «Gunkanjima» (軍艦島, Schlachtschiff-Insel) und «Midori nashi shima», Insel ohne Grün. Die Namen sprechen eigentlich für sich und passen zum Erscheinungsbild der 160 mal 480 Meter grossen Insel: ein Haufen Steine mit den verrottenden Überresten von Betongebäuden.

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Dichtbesiedeltester Ort der Welt

1890 kaufte Mitsubishi die Insel und baute eine Fabrik, in der unterseeischer Kohleabbau gefördert wurde. 1916 wurde das erste Betonhochhaus auf Hashima gebaut: neun Stockwerke mit winzigen Wohnungen, grau in grau. Bis 1959 lebten auf der kleinen Insel über 5000 Minenarbeiter (hochgerechnet 83'476 Einwohner pro km²) mit ihren Familien, was sie zum dichtbesiedeltesten Ort der Welt machte.

Auf der Insel gab es kaum Platz für Farmen: Die Bewohner waren bis 1957 sogar auf Wasserlieferungen vom Festland angewiesen. Ansonsten war die Insel eine eigene kleine Welt: Es gab Schulen, Spielplätze, Kinos, Läden, ein Spital und einige Bordelle. Es gab keine Autos und keine Lifte – den neunten Stock mussten die Arbeiter zu Fuss erreichen.

Erdöl gegen Kohle

In den 60er-Jahren begann Japan schrittweise von Kohle auf Erdöl umzusteigen. Die Kohleminen im ganzen Land mussten schliessen und die Mine auf Hashima war keine Ausnahme. Im Januar 1974 wurde die Mine offiziell geschlossen und die Bewohner der Insel verliessen ihr Zuhause fast fluchtartig – es gab nichts mehr, was sie auf der kargen Insel hielt, und nach zwei Monaten war sie komplett unbewohnt.

Jahrzehnte harscher Witterung haben die Gebäude verfallen lassen. Heute ist Hashima ein Stück Geschichte und eine Traumdestination für Fotografen aus aller Welt.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Christian Zehrenberger am 02.01.2018 09:38 Report Diesen Beitrag melden

    Lückenhaft

    Leider fehlt im Artikel, wie auch auf Hashima selbst, der Hinweis, dass dort (südkoreanische) Kriegsgefangene unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten und auch sterben mussten.

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  • Biodelic am 02.01.2018 09:21 Report Diesen Beitrag melden

    War einmal

    War bestimmt mal ne schöne insel,bevor der mensch auftauchte

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  • pater007 am 02.01.2018 09:38 Report Diesen Beitrag melden

    Natur

    Am Ende gewinnt die Natur, es seie denn, der Mensch zerstört sie...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Japan Reisender am 07.01.2018 23:54 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Ort, der nachdenklich stimmt

    Ich konnte 2010 die Insel im Rahmen einer geführten Tour besuchen. Man durfte - und darf auch heute nicht zwischen den Gebäuden hindurchgehen. Stattdessen läuft man am Pier entlang, wo ehemalige Bewohner der Insel den Besuchern erklären, was es mit den Ruinen auf sich hat und wie sie früher aussahen. Die Überreste stimmen nachdenklich und lassen erahnen, wie vergänglich unser Leben und Schaffen ist. Das ist wohl einer der Hauptgründe, wieso die Insel bis heute nicht komplett geräumt wurde. Ein anderer Grund sind sicher auch die damit verbundenen hohen Kosten.

  • Meinereiner meint: am 07.01.2018 13:27 Report Diesen Beitrag melden

    Die eigentliche Frage ist eine andere.

    Kann ein Ort tatsächlich "besiedelter" sein als ein anderer Ort? Kann dieser Ort gar der "besiedelteste"von allen Orten sein? Oder ist ein Ort vielmehr "dichter besiedelt" als ein anderer, gar der (am) "dichtest besiedelte" Ort? Demnach wäre die verlassene Inseln der einst "dichtest besiedelte" Ort der Welt gewesen und nicht der "dichtbesiedelteste". Bin aber kein Akademiker, bin bloss ein Ungelernter.

  • Rafi am 03.01.2018 13:54 Report Diesen Beitrag melden

    James Bond

    Kam die insel nicht bei james bond vor?

  • Axel Schweiss am 03.01.2018 12:31 Report Diesen Beitrag melden

    Japan könnte was tun

    Japan hat bisher keine Flüchtlinge aufgenommen, man könnte die Insel wieder herrichten und tausende Flüchtlinge unterbringen. Sie wären vor Ihren Verfolgern sicher und Japan hätte zu dieser Thematik auch mal was beigetragen. Geld um die Insel bewohnbar zu machen wäre wohl vorhanden.

    • Marco am 03.01.2018 15:41 Report Diesen Beitrag melden

      Japan führt keine

      Angriffskriege, dass ist eine Lehre aus dem 2. WK und diese Regel ist in der Verfassung verankert und sie halten sich dran. Flüchtilinge sollten die Länder aufnehmen die sie produzieren allem voran die USA und Saudi Arabien.

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  • Alfred A. am 03.01.2018 11:45 Report Diesen Beitrag melden

    Gut möglich

    dass da mal Einer kommt und aus dem Inselchen ein schöner Garten macht.