Urban Gardening

05. Juni 2016 16:28; Akt: 06.06.2016 12:41 Print

«Gärtnern erdet uns im stressigen Alltag»

Gudrun Ongania, Gründerin und Geschäftsführerin von «VEG and the City» weiss, warum die gute alte Schrebergarten-Mentalität gerade jetzt auch in Zürich ein neues Update erfährt.

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Was sind das eigentlich für Leute, die neuerdings mitten in der Stadt ihre Leidenschaft für die Hege und Pflege von Setzlingen entdecken, für das Buddeln nach Kartoffeln, für die Blütenpracht von Kletterrosen oder für die Herrschaft über eine eigene, kleine Gartenparzelle? Es sind junge Familien, erfolgreiche Yuppies und nachhaltig engagierte Nerds und Hipster – nicht etwa Oma Gertrud oder Onkel Emil.

Umfrage
Welcher Typ Gärtner sind Sie?
18 %
27 %
33 %
22 %
Insgesamt 207 Teilnehmer

Was sie treibt, ist die Sehnsucht nach einer überschaubaren Welt im Zeitalter der Globalisierung, die Freude an unmittelbar «be-greifbaren» Erfahrungen im digitalisierten Alltag und das Sich-in-Geduld-Üben angesichts rasanter technologischer Entwicklungen und städtischer Hektik.

Wir sprechen mit Gudrun Ongania, Gründerin und Geschäftsführerin von «VEG and the City» über die neue Generation Schrebergärtner und was man als Stadtgärtner alles wissen muss.

Was kann man bei «VEG and the City» alles lernen?
Den Spass am Gärtnern in der Stadt, die Freude am Selber-Anbauen und das Wiederausgraben der buchstäblich «verschütteten» Verbindung zu den Rhythmen der Natur und den Wurzeln der Lebensmittel. Man kann bei uns unter anderem Gartenkurse machen, sich ein Gemüsebeet mieten oder seinen Garten auf Balkon oder Terrasse mit uns planen.

Wer interessiert sich hier fürs Urban Gardening?
Das sind zunächst einmal junge Eltern, die möchten, dass ihre Sprösslinge wissen, dass ein Kohlrabi nicht unter, sondern über der Erde wächst, dass Erdbeeren nicht in einer eingeschweissten Plastikschachtel genormt im Supermarkt reifen. Es sind Leute, die auf Nachhaltigkeit Wert legen und auf biologische, saisonale und regionale Lebensmittel. Und immer öfter auch gestresste Manager und Vielflieger, die nonstop erreichbar sein müssen: Endlich mal «offline» sein, mit den Händen in der Erde buddeln und erfahren, dass sie das Tempo der Natur nicht bestimmen können.

Was sind die häufigsten Fehler, die Anfänger machen?
Eben, dass sie Angst haben, Fehler zu machen. Ich sag immer wieder, dass das mit dem grünen Daumen ein Gerücht ist. Es geht um «trial and error», nicht um Erfolge auf ganzer Linie. Nach den ersten Fehlschlägen wächst so auch automatisch der Respekt vor der ökologischen Landwirtschaft, vor unseren Lebensmitteln und vor der Natur. Man lernt, dass eine Karotte 100 Tage und viel Hege braucht, um knackig zu werden, und nicht einfach so ratzfatz fertig ist. Dass nicht jeder Apfel perfekt aussehen muss wie ein Babypopo, um lecker zu schmecken. Und dass weniger oft mehr ist. Die meisten säen am Anfang viel zu viel Samen aus und wundern sich dann, dass sie wenig ernten …

Ist Gärtnern inzwischen mehr als ein Hobby?
Für die Grossstädter auf jeden Fall. Es ist eine Art Entschleunigungstherapie, die uns im urbanen Alltag wieder erdet. Nicht umsonst ist der «run» auf Schrebergärten in Zürich derzeit riesengross. Da findet gerade ein Generationswechsel statt und es gibt Wartelisten für die nächsten fünf Jahre. Aber den gleichen Effekt hat auch schon ein gemietetes Beet oder ein kleiner Nutzgarten auf dem Balkon.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Karina am 06.06.2016 11:19 Report Diesen Beitrag melden

    Bild 5 keine Balkongärtner

    In diesem Hochaus in Mailand tummeln sich offensichtlich viele Balkongärtner. Auch offensichtlich wohl eher nicht. Das italienische Architekturbüro Boeri Studio lässt in Mailand ein Hochhaus inklusive eigener Frischluftabrik entstehen. 2 Hochhäuser werden 900 Bäume von je drei bis neun Metern Höhe beherbergen, mit Grauwasser also den Abwässern bewässert. 5.000 Büsche und 11.000 Pflanzen werden den Bäumen Gesellschaft leisten. Fertigstellung ist Ende 2013. Kein einziger Mieter hievt hier einen 9 Meter hohen Baum. Danke für die tollen Recherchen.

  • Marc am 06.06.2016 11:07 Report Diesen Beitrag melden

    Gartenteich

    Isso. Ich persönlich bin gerne im Garten und geniesse die Arbeit daran und am Koiteich... und den Fischen dann zuzuschauen ist Meditation.

  • De Heimisch Schnabel am 06.06.2016 12:37 Report Diesen Beitrag melden

    Wo kommen wir bloss hin

    Urban Gardening? Was soll das? Gärtnern kann man überall und es heisst immer noch einfach gärtnern. Und die Ware welche die Damke verkauft gibt es schon seit 50 Jahren...

Die neusten Leser-Kommentare

  • De Heimisch Schnabel am 06.06.2016 12:37 Report Diesen Beitrag melden

    Wo kommen wir bloss hin

    Urban Gardening? Was soll das? Gärtnern kann man überall und es heisst immer noch einfach gärtnern. Und die Ware welche die Damke verkauft gibt es schon seit 50 Jahren...

  • Karina am 06.06.2016 11:19 Report Diesen Beitrag melden

    Bild 5 keine Balkongärtner

    In diesem Hochaus in Mailand tummeln sich offensichtlich viele Balkongärtner. Auch offensichtlich wohl eher nicht. Das italienische Architekturbüro Boeri Studio lässt in Mailand ein Hochhaus inklusive eigener Frischluftabrik entstehen. 2 Hochhäuser werden 900 Bäume von je drei bis neun Metern Höhe beherbergen, mit Grauwasser also den Abwässern bewässert. 5.000 Büsche und 11.000 Pflanzen werden den Bäumen Gesellschaft leisten. Fertigstellung ist Ende 2013. Kein einziger Mieter hievt hier einen 9 Meter hohen Baum. Danke für die tollen Recherchen.

  • Marc am 06.06.2016 11:07 Report Diesen Beitrag melden

    Gartenteich

    Isso. Ich persönlich bin gerne im Garten und geniesse die Arbeit daran und am Koiteich... und den Fischen dann zuzuschauen ist Meditation.