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Für 3,6 Mio. Dollar

07. September 2017 21:40; Akt: 07.09.2017 21:40 Print

Abercrombie-Schloss steht zum Verkauf

von Meret Steiger - Im Staat New York steht ein schottisches Schloss. Gebaut hat es David Thomas Abercrombie, der Gründer des Modekonzerns Abercrombie & Fitch.

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Der eigens erbaute Rückzugsort des Firmengründers von Abercrombie & Fitch steht in Westchester County, New York. Nach Jahren des Verfalls und der Zerstörung sucht das Schloss nun einen Retter.

Am Anfang war das Abenteuer

David Thomas Abercrombie war ein Abenteurer. Der Sohn schottischer Immigranten begann früh als Ingenieur zu arbeiten und plante mögliche Routen für den US-Bahnverkehr. Dafür war er häufig wochenlang in hügeligem, bewaldetem Terrain unterwegs – und das alles mit einem für heutige Verhältnisse rudimentären Equipment. Diese Erfahrungen sollten der Grundstein für die heute weltberühmte Kleidermarke werden.

In Manhattan eröffnete Abercrombie einen Shop mit Jagd- und Fischereiutensilien, aber auch Funktionskleidung für das Leben in der Wildnis. Und seine Kundschaft liess nicht lange auf sich warten: Zu den berühmten Kunden von Abercrombies Outdoor-Shop zählten Schriftsteller Ernest Hemingway, US-Präsident Theodore Roosevelt, Pilotin Amelia Earhart und Polarforscher Richard E. Byrd (das E. steht übrigens für Evelyn. Ja, wirklich.)

Fitch war ursprünglich Kunde

In seinem Laden an der 36 South Street gingen aber nicht nur Prominente ein und aus. Einer der besten Kunden von Abercrombie war der Jurist und Immobilienhändler Ezra Fitch, der in seiner Freizeit gerne segelte, kletterte und in den Catskills fischte. Fitch langweilte sich in seinem Job und kaufte im Februar 1900 49 Prozent der Anteile des wachsenden Unternehmens.

1904 wurde das Unternehmen in Abercrombie & Fitch umbenannt. Es sollte aber nicht lange dauern, bis die beiden neuen Geschäftspartner sich uneins waren – und das in praktisch jedem einzelnen Sachverhalt. Abercrombie wollte die Marke nicht verändern, sie sollte weiterhin Outdoor-Equipment für Abenteurer verkaufen. Fitch dagegen wollte das Sortiment öffnen und mehr Alltagskleidung verkaufen.

Der Bruch und der Rückzug von Abercrombie

1907 verliess David Abercrombie das von ihm gegründete Unternehmen. Für kurze Zeit führte er die David T. Abercrombie Company am Broadway, die sich wieder auf Campingausrüstungen und Ähnliches spezialisierte. Im Zuge des kommenden Krieges brachen die Verkäufe aber ein und Abercrombie hängte das Geschäft an den Nagel, um eine militärische Karriere zu verfolgen.

Mitte der 20er-Jahre zog sich Abercrombie ganz zurück. Zusammen mit seiner Frau Lucy kaufte Abercrombie ein Grundstück in Westchester County und baute darauf ein Schloss. Lucy Abercrombie war Architektin und entwarf das Schloss nach schottischer Vorlage – ihr Mann wollte an seine Wurzeln erinnern. Das Schloss wurde als Elda Castle bekannt.

Ein verlassener Waffenraum

Das Grundstück hat sagenhafte 20 Hektar, inklusive eines eigenen Schiessplatzes. Das Schloss selbst hat immerhin 450 Quadratmeter Wohnfläche auf zwei Stockwerken. Es gibt vier grössere Zimmer und vier Badezimmer, ausserdem einen Waffenraum im Turm. Das ganze Schloss ist dringend renovierungsbedürftig. Aber warum ist es so heruntergekommen?

Als Abercrombie 1931 starb, verliess seine Witwe das Haus. Es war mehrere Jahre unbewohnt, bis es zu Beginn der 40er-Jahre an eine Firma verkauft wurde, die an der Entwicklung von neuen Farben arbeitete. Es wird spekuliert, dass eine der Explosionen, die Teile des Esszimmers komplett zerstörten, auf Experimente dieser Firma zurückzuführen sind.

Gescheiterte Projekte

Nach dem Zweiten Weltkrieg stand das Haus erneut ein Jahrzehnt lang leer und wurde von Vandalen heimgesucht: Die Marmorböden wurden mit Farbe beschmiert und diverse Räume brannten mindestens einmal. 1964 kaufte es ein Investor und versuchte sich erfolglos an der Renovation: Zwar hatte er nur gerade 15'000 Dollar für das Schloss bezahlt, die Reparaturkosten gehen aber in die Millionen.

Der Nächste, der sein Glück mit dem Abercrombie-Schloss versuchte, war Dr. Lamont von J.P. Morgan. Er und seine Frau bezahlten 1,5 Millionen Dollar für das Schloss. Doch als Lamont 1995 starb, war seine Ehefrau mit dem grossen Grundstück überfordert. Nach einem gescheiterten Versuch, das Gebäude in ein Hotel- und Konferenzzentrum umzubauen, wurde es schliesslich 2011 an eine Investorengruppe verkauft.

Seither steht das Haus erneut leer. Seit rund einem Monat ist Elda Castle nun wieder auf dem Markt: Für 3,6 Millionen Dollar könnte dieses Stück Geschichte Ihnen gehören.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • MaxD am 07.09.2017 21:52 Report Diesen Beitrag melden

    Voraussetzungen?

    Darf dieses Schloss auch nur von ganz hübschen und dünnen Leuten gekauft werden, ähnlich wie deren Kleider ;) ?

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  • Stan Nople am 07.09.2017 22:31 Report Diesen Beitrag melden

    Aber wo finden?

    Die Renovation und der Unterhalt verschlingen Unsummen von Geld. Ich denke, ein Liebhaber der noch Milliardär ist könnte das interessieren.

  • Don Logan am 07.09.2017 23:02 Report Diesen Beitrag melden

    Zombieschloss

    Das Schloss mitten im Wald wäre der ideale Ort einen Zombie Film zu drehen. Sind die Dreharbeiten zu aufwendig, würde es auch Hänsel und Gretel tun.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Herr Max Bünzlig am 08.09.2017 11:06 Report Diesen Beitrag melden

    ja genau

    würde das schöne Schloss gerne gegen meine Schwiegermutter tauschen, wenn es geht

  • auchschlossbesitzer am 08.09.2017 09:01 Report Diesen Beitrag melden

    für eine Ruine zu teuer....

    seeehr schön...aber leider eine Ruine....dafür viel zu teuer....

  • Ronald am 08.09.2017 08:55 Report Diesen Beitrag melden

    Abreissen

    Tand, Tand ist das Gebilde von Menschenhand.

  • Josephe am 08.09.2017 07:53 Report Diesen Beitrag melden

    Traum

    Was ein Traum. Nicht das "Schloss" aber das Grundstück. Auf New Yorker Boden eine so ernorme Fläche zu besitzen und sich in der Mitte eben diesem ein schönes Haus zu bauen. Dort könnte man perfekt für sich sein und die Natur geniesse und doch "nahe" an einer der grössten Städte leben. Hätte ich die Mittel würde ich sofort zuschlage...eine Investition für Generationen. Ich liebe es wenn Häuser mit Bäumen und Sträuchern umringt sind. So kann man sich ein kleines Paradies aufbauen.

    • M.K. am 08.09.2017 08:41 Report Diesen Beitrag melden

      Nähe ist relativ

      Der Bundeststaat New York ist 3,5mal so gross wie die Schweiz. Sie müssen also unter Umständen sehr weit in die "nahe" Grossstadt fahren.

    • P. Erson am 08.09.2017 09:05 Report Diesen Beitrag melden

      @M.K.

      Das ist im Prinzip richtig, was Sie schreiben, nur ist diese Ruine gemäss Google Maps weniger als eine Stunde vom Central Park entfernt...also doch relativ nahe...aber das Gemäuer möchte ich gleichwohl nicht. Ich denke mal, der Preis ist gerade mal das Grundstück wert. Der Rest ist Abbruch.

    • Rainer B. Trug am 08.09.2017 11:34 Report Diesen Beitrag melden

      Green

      Eine Stunde Luftlinie vielleicht. Mit dem Verkehr da, gehts wahrscheinlich nochmals 2 Stunden bis man im Central Park ankommt.

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  • Patty Rysch am 08.09.2017 07:31 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht schön

    Schloss für Arme. Sieht wirklich sehr schlecht aus.