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Warme Wohnung

31. August 2017 18:40; Akt: 31.08.2017 18:40 Print

So heizt die Schweiz

von D. Gschweng - Wer in den nächsten Tagen die Heizung aufdreht, sollte für einen Moment ans Klima denken.

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Bei Schmuddelwetter frieren muss hierzulande niemand. Laut dem Bundesamt für Statistik (BfS) hatten 2015 fast alle, nämlich 99,8 Prozent aller Wohnhäuser eine Heizung und die Bewohner können sich eine warme Wohnung auch leisten.

Nur 0,4 Prozent der Schweizer konnten 2013 die Heizungsrechnung nicht bezahlen, drei Prozent waren damit im Rückstand. Damit geht es den Schweizern in Europa am besten. Diese Daten stammen aus einer Studie der britischen Organisation ACE, die sich für nachhaltige Energien einsetzt. Verglichen wurde darin die Heizsituation Grossbritanniens mit der in vergleichbaren europäischen Ländern. Nicht ganz ohne Grund: Fast elf Prozent der Briten hatten 2013 nicht genügend Geld für eine warme Wohnung – das entspricht dem EU-Durchschnitt.

Alles prima, bis aufs Klima

Alles gut also – nur nicht, was das Klima betrifft. Im europäischen Vergleich ist die Schweiz beinahe Spitzenreiterin bei der Energieerzeugung durch Öl. Nur Irland und Zypern verwenden einen noch grösseren Anteil davon zur Versorgung privater Haushalte, gibt das statistische Amt der EU (Eurostat) an. Eine gesonderte Statistik für Heizungen führt Eurostat nicht.

Unter «Versorgung» fallen freilich auch Warmwasser und Strom. Laut Bundesamt für Energie entfallen in der Schweiz davon etwas mehr als zwei Drittel auf die Heizung.

Bisher ist die Ölheizung der Schweizer liebstes Kind, wenn es um die warme Stube geht. In der Schweiz wird hauptsächlich mit Öl (46 Prozent), Gas (24 Prozent) und Holz (11 Prozent) geheizt. Letzteres ist immerhin ein nachwachsender Rohstoff. Ohne Verbrennung und damit ohne CO2 kommen Wärmepumpen aus, allerdings benötigen sie Energie für den Antrieb. Zusammen mit den erneuerbaren Energien tragen sie 9 Prozent zur Heizleistung bei.

Zum Vergleich: Im EU-Durchschnitt wird zu 18 Prozent mit erneuerbaren Energien geheizt. Spitzenreiter beim emissionsarmen Heizen ist übrigens Island, das mit Geoenergie sogar einige Strassen beheizt, gefolgt von Dänemark.

Als Mieter kann man für eine klimafreundiche Heizung wenig tun

Mieter haben darauf eher wenig Einfluss. Sie können höchstens auf Ökostrom umstellen und sparsamer heizen. Also die Heizung nicht mehr aufdrehen als nötig, wenig benötigte Räume weniger heizen, keine Möbel vor die Heizung stellen und wenn möglich nur stosslüften. Oder einfach mal kurz an das Klima denken, bevor sie die Heizung aufdrehen. Was sich nebenbei auf die Nebenkosten auswirken dürfte, von denen die Heizkosten immerhin ein Drittel ausmachen.

Eigentürmer, die etwas für den Planeten tun wollen, können auf nachhaltigere Heizmethoden umstellen, die Heizungsanlage modernisieren oder wenigstens das Haus besser isolieren. Nach dem Ranking von ACE lebten 2013 fast 12 Prozent aller Schweizer in Häusern mit feuchten Wänden, undichtem Dach oder ungenügender Isolierung. Im Ranking der 16 untersuchten Länder belegt die Schweiz in der Gebäudequalität damit Platz fünf.


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • müller janina am 31.08.2017 19:04 Report Diesen Beitrag melden

    Heizung

    früher hat man in der Uebergangszeit einfach einen warmen Pulli oder eine Jacke und Socken angezogen. Heute meinen die Leute, sie müssen halbnackt in der Wohnung rumlaufen und barfuss dazu.

  • sara am 31.08.2017 18:56 Report Diesen Beitrag melden

    zu früh zum heizen

    ich versteh nicht,dass jetzt schon jemand die heizung braucht,unglaublich!

  • winterfan am 31.08.2017 19:21 Report Diesen Beitrag melden

    Heizen?

    Heizen Ende August? Ich bin noch immer am durchlüften um die stickige Ekelhitze im Haus endlich raus zu bringen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Tell am 01.09.2017 16:11 Report Diesen Beitrag melden

    Mietwohnungen

    Die Heizungen in Überbauungen sind meistens auf eine gewisse Temparatur eingestellt. Sagen wir mal ca. 13 Grad. Sobald die Temp. sinkt und stellt die Heizung automatisch ein. Das ist sehr mühsam und eigentlich unnötig. Da man bei einem Temparatursturz einfach einen Pulli und ein paar Socken anziehen kann. Oder den Vermieter ansprechen, dass er die Temparatur erhöht.

  • Hs am 01.09.2017 14:01 Report Diesen Beitrag melden

    Vergleich?

    Der Vergleich mit Island hinkt, da hockt das ganze Land quasi auf einer Heizung.

  • anna am 01.09.2017 12:34 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Rettung fürs Klima ¨

    Auf so Zeugs acht ich nicht mehr. Da müsste man schon welt weit was tun. Die Menschen sind dazu aber nicht fähig. Also wird gelebt so gut es geht, bis halt alles kaputt ist ....aber das geht ja noch lange...und ja, nach mir die Sintflut! Die Menscheit ist unrettbar!

  • Stefan am 01.09.2017 09:55 Report Diesen Beitrag melden

    Wann wird nur bestrafft!

    Och habe aus ökologischen Überlegungen von ÖL auf eine Wärmepumpe mit PV umgestellt. Dadurch müsste ich für ein paar 1000 Franken noch Netzanschlussgebüren zahlen, Steuervermögen stieg an und Eigenmietwert wurde um 2400 Franken erhöht. Die Stromrechnung ist fast so hoch wie ich für Heizöl bezahlte und hab noch die Zasatzkosten. Mein Fazit: Das sollen nur Personen machen die massiv mehr Geld zahlen wollen... Am liebsten würde ich wieder zurück.

    • dorian g. am 01.09.2017 11:22 Report Diesen Beitrag melden

      @Stefan

      Anders regeln! Das ist die Lösung!Öl muss teuer sein, fertig, dann geht's...

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  • Logiker am 01.09.2017 01:13 Report Diesen Beitrag melden

    Heizen hilft Klima abkühlen

    jedes Grad, das sich die Erde erwärmt, verursacht massiv weniger Tage, an denen geheizt werden muss, was im Endeffekt zu einer Abkühlung der Erde resultieren wird, also heizt so heftig, wie möglich, damit sich die Erde abkühlt

    • Lowgicker am 01.09.2017 16:04 Report Diesen Beitrag melden

      Heizen hilft noch mehr

      Darum fahre ich auch so viel Auto (natürlich mit Verbrennungsmotor) etc., damit sich das Klima möglichst warm gestaltet. Damit es wiederum möglichst viele Tage gibt, welche auch angenehm zum Motorradfahren sind ;o).

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