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Schummler

16. Juni 2017 13:08; Akt: 19.06.2017 13:25 Print

Mit dem Paartrick zur Traumwohnung

Damit es mit der Traumwohnung klappt, flunkert jeder Siebte bei der Bewerbung. Dies oft mit Erfolg. Das sind die beliebtesten Tricks der 20-Minuten-Leser.

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In den Städten Zürich, Genf, Lausanne und Basel ist der Wohnungsmarkt besonders hart umkämpft. Dabei haben oft nur jene Kandidaten eine Chance, die sich als Musterschüler präsentieren. Kein Wunder also, dass viele Schweizer tief in die Trickkiste greifen und bei der Wohnungsbewerbung schummeln. Auch Leser von 20 Minuten bleiben nicht immer bei der Wahrheit und haben Tricks auf Lager.

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Und diese werden oft eingesetzt. Laut einer Studie des Vergleichsdienstes Comparis flunkert jeder Siebte bei der Bewerbung für eine Wohnung oder macht unvollständige Angaben. So geben viele Mieter an, dass sie Nichtraucher seien, keine Haustiere hätten oder kein Instrument spielen würden – alles gelogen. Scheinbar zahlt sich das aus: Acht von zehn Bewerbern hatten laut der Studie damit Erfolg und würden es wieder tun.

«Wir haben uns als Paar ausgegeben»

Ein beliebter Trick ist offenbar der Paartrick. Mit diesem hatte auch ein 20-Minuten-Leser und Student Erfolg. «Meine Mitbewohnerin und ich haben lange nach einer Wohnung gesucht. Da niemand eine Studenten-WG haben wollte, haben wir uns einfach als Paar ausgegeben. Bei der ersten Wohnung als Paar bekamen wir gleich eine Zusage.»

Zu einem ähnlichen Kniff griff eine 20-Minuten-Leserin: «Meinen Freund habe ich als Verlobten bezeichnet. Der Bewerbung habe ich eine Visitenkarte mit Foto beigelegt. Das war natürlich entsprechend formal und hat die Vermieter überzeugt.»

«Unzutreffende Angabe bei Betreibungen und Verlustscheinen»

Auch in Sachen Haustiere lügen die Wohnungssuchenden schon mal. «Wir haben drei Katzen. Bei der Wohnungssuche haben wir immer nur Absagen erhalten, weil es zu viele Katzen seien. Bei der letzten Bewerbung habe ich nur eine Katze erwähnt und voilà – Wohnung erhalten.»

Genauso beliebt ist das Flunkern bei den Finanzen. «Der häufigste Fall ist eine unzutreffende Angabe bei Betreibungen und Verlustscheinen», sagt der Schweizer Immobilienverwalter Privera zu 20 Minuten. So werde beispielsweise angegeben, dass keine Betreibungen vorhanden seien. «Aber unsere Prüfung ergibt dann, dass das sehr wohl der Fall ist.» Auch Manipulationen am eingereichten Betreibungsauszug würden vorkommen. «Wir überprüfen deshalb immer das Original», sagt Privera.

«Im schlimmsten Fall droht die Kündigung»

Solche Lügen können Konsequenzen haben. Entlarvt der Vermieter seinen Mieter zu einem späteren Zeitpunkt, droht ihm im schlimmsten Fall die Kündigung. «Ein verheimlichtes Haustier kann zur Auflösung des Mietvertrags führen, sofern das nachweisbar ist», sagt Privera. Anders sieht es allerdings beim Rauchen aus. «Die Rauchgewohnheiten sind Privatsache der Mietpartei.» Der Immobilienverwalter frage daher gar nicht erst danach. Schlimm enden kann es bei gefälschten Betreibungsauszügen: Möglich ist gar eine Anklage wegen Urkundenfälschung.

Mieter sollten sich daher über die möglichen Konsequenzen ihrer Tricksereien bewusst sein. Allerdings gibt es Fragen von Vermietern, bei denen Lügen sogar empfohlen werden. Laut dem Schweizerischen Mieterverband ist das etwa dann der Fall, wenn die Fragen in einem Bewerbungsformular die Privatsphäre verletzen würden. Solche unzulässigen Fragen betreffen etwa die sexuelle Orientierung, Details zu einer Scheidung oder bestehende Krankheiten.

(dob)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • annamaria am 16.06.2017 13:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kenne ich

    wir hatten Mieter in unserem 3-Fam.-Haus (wo wir selber auch Wohnen), die haben ganz vergessen, dass Sie ja noch einen Schäferhund haben. Wir wollten ja nicht so sein und unternahmen nix. Aber als sie aus der Wohnung zogen, durften wir diese sanieren. Alles auf unsere Kosten. Weil nicht ganz neu. Aber sie war vorher in einem Top-Zustand. Das passiert nich noch einmal bei uns.

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  • Vermieter am 16.06.2017 13:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Toleranz

    Als Vermieter erlebe ich einiges an Lügen die so offensichtlich sind. Eigentlich schade, denn es gibt immer Lösungen. Zum ersten kann jedermann in finanzielle Schwierigkeiten kommen. Auch mit Haustieren haben wir nur gute Erfahrungen gemacht. In der heutigen Zeit gibt es immer mehr Menschen die gerne ein Haustier hätten. Auch verbieten wir das Rauchen nicht. Schlussendlich muss beim Auszug die Wohnung im tadellosen Zustand zurück gegeben werden. Für das gibt es eine Mängelliste. Was nicht tolerierbar ist wenn man angelogen wird. Vertrauen ist das Wichtigste in einer Wohngemeinschaft

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  • Lisa am 16.06.2017 13:17 Report Diesen Beitrag melden

    Immer ehrlich

    Ich habe nie getrickst und auch mit 2 Katzen nie ein Problem gehabt, eine Wohnung zu finden. Aber ich wohne zum Glück auch nicht inmitten einer Stadt sondern schön bequem in ländlichen Gebieten.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • tt am 17.06.2017 14:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    selber schuld

    Die vermieter kassieren auch dermassen überteuerte mieten. Da tut mir keiner von denen leid wenn sie angelogen werden.

  • B. Trug am 17.06.2017 12:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leute denkt doch bitte mal etwas weiter

    Mach nur weiter so mit all den kleinen und grossen Betrügereien. Bis es Dich selbst mal massiv trifft oder es einfach kollektiv auf die Gesellschaft zurückfällt. Dann musst Dir einfach eine noch grössere Betrügerei ausdenken, damit Du bestimmt zuvorderst im Vorteil bist.

  • Simone am 17.06.2017 11:17 Report Diesen Beitrag melden

    Wort im Munde umdrehen

    Zitat zu Betreibungsauszug: «Wir überprüfen deshalb immer das Original» Dies habe ich schon zwei mal erlebt und habe dann jeweils gefragt warum das Original und nicht die Kopie verlangt wird. Jedes mal kam die Antwort weil es manipuliert sein könnte. Ich fragte dann warum sie mich ohne Verdachtsmoment der Urkundenfälschung bezichtigen würden. Das war nicht so gemeint, heisst es dann. Schlussendlich hat man sich bei mir entschuldigt und ich bekam die Wohnung ohne Probleme. Gibt man das Original ab, sollte man es bei Absagen unversehrt zurück verlangen oder die 17.- in Rechnung stellen.

  • malino am 17.06.2017 04:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gä gä retour gä

    Trends Wen der Vermieter die fehlenden 5Qm zurück nimmt, geben wir zu das wir uns erst seit heute kennen und Etwas kiffen.

  • MoMo am 17.06.2017 00:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    verzweifelte Suche

    Schmimmer ist es, wenn man laut Aussage der Verwaltung zu viel für eine 2500fr Wohnung als Paar und deshalb eine Absage erhält. Meine Freundin hat ab da keinen Job mehr angegeben.