Living

Wir wollen Sie inspirieren.
Hier lesen Sie Artikel zu Wohnen, Immobilien, Architektur, Design und Einrichten.

Kanada

17. September 2017 14:28; Akt: 17.09.2017 14:28 Print

Die Insel der Schiffbrüchigen

von M. Steiger - Die Magdalenen-Inseln in Kanada sind Heimat für 12'000 Menschen. Fast alle sind Nachfahren von Schiffbrüchigen.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Magdalenen-Inseln, auch als Îles de la Madeleine bekannt, spielen in der Geschichte der Seefahrt eine wichtige Rolle: Im 18. und 19. Jahrhundert kenterten schätzungsweise 500 Boote an den Küsten der Inseln oder liefen auf Grund.

Damals gab es keine Leuchttürme in diesem Gebiet, und die Seekarten waren ungenau. Stürme, Nebel und Strömungen machten das Gebiet zusätzlich gefährlich. Von den Seefahrern, die den Untergang ihrer Schiffe überlebt hatten, machten viele die Magdalenen-Inseln zu ihrer neuen Heimat.

Eine Ladung Schiffbrüchiger

Eines der berühmtesten Schiffswracks war die Miracle, ein Schiff, das Immigranten von Irland nach Kanada bringen sollte. Es lief während eines Sturms auf Grund. Der Kapitän der Miracle, Master H. H. Elliot, machte später in seinem Bericht auf die Notwendigkeit von Leuchttürmen im Gebiet der Magdalenen-Inseln aufmerksam:

«Hiermit bestätige ich, dass die Miracle unter meinem Kommando am 19. Mai 1847 Schiffbruch erlitten hat. Wir hatten 446 Menschen an Bord und dank der Hilfe von Mr. James Clark und seinen Söhnen konnten wir fast alle retten. Sie haben alles getan, was sie konnten, um uns zu helfen. Ein Leuchtturm könnte eine solche Tragödie in Zukunft aber verhindern.»

Leuchttürme schon länger gewünscht

Bereits 20 Jahre früher, 1828, wurde ein ähnlicher Bericht von Kapitän Edward Boxer an den Admiral der britischen Marine verfasst: «Es braucht dringend Leuchttürme am Golf von Saint Lawrence. Die Navigation ist hier schwierig, die Strömungen unberechenbar. Die Schiffswracks im Gebiet sind eine Tragödie und sprechen für sich.»

Doch erst 1870 wurden die Bitten der Seefahrer erhört: Heute gibt es sechs Leuchttürme in der Gegend, die den Kapitänen den Weg um die Strömungen und Untiefen weisen.

Nachfahren von Iren, Schotten und Engländern

Die meisten Schiffswracks liegen auf dem Meeresgrund, in unterschiedlichen Stadien des Verfalls. Diejenigen, die an den Strand gespült wurden, wurden von den Bewohnern zweckentfremdet: Das Holz wurde für Häuser genutzt. Auch die hundert Jahre alte Kirche wurde aus dem Holz der aufgelaufenen Schiffe gebaut.

Die meisten Bewohner der Magdalenen-Inseln sind Nachfahren von Iren, Schotten und Engländern. Sie sprechen heute Französisch, wie es in der Provinz Québec üblich ist – obwohl der Archipel geografisch wesentlich näher bei der Prince Edward Island und Nova Scotia liegt. Nur etwa 550 Bewohner sprechen Englisch

Die Inseln sind abgelegen und isoliert, besonders im Winter, wenn der Golf gefriert und den Transport ans Festland mit Booten unmöglich macht. Das Hauptkommunikationsmittel auf der Insel ist ein kabelloser Telegraf.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sehnsucht am 17.09.2017 15:54 Report Diesen Beitrag melden

    Wunderschön

    Sieht traumhaft aus, kein Dichtestress, keine Hektik. Vermutlich macht dafür die Einsamkeit im Winter zu schaffen.

  • pierredelaire@hotmail.com am 17.09.2017 17:25 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Traum

    Der Traum, ich war vor rund 20 Jahren mal ein paar Tage dort, endlose Strände, sehr freundliche Menschen, hübsches Dorf, Natur pur, schlicht top.

Die neusten Leser-Kommentare

  • pierredelaire@hotmail.com am 17.09.2017 17:25 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Traum

    Der Traum, ich war vor rund 20 Jahren mal ein paar Tage dort, endlose Strände, sehr freundliche Menschen, hübsches Dorf, Natur pur, schlicht top.

  • Sehnsucht am 17.09.2017 15:54 Report Diesen Beitrag melden

    Wunderschön

    Sieht traumhaft aus, kein Dichtestress, keine Hektik. Vermutlich macht dafür die Einsamkeit im Winter zu schaffen.