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Antik wohnen

05. November 2017 17:13; Akt: 05.11.2017 17:13 Print

Die Zeitkapsel-Häuser vom Comersee

Diverse Villen am Comersee stehen seit vielen Jahren leer. Stil und Einrichtungen sind Zeitzeugen längst vergangener Pracht.

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Dieses Haus ist nur wenige Meter vom Comersee entfernt. Es stammt aus dem frühen 20. Jahrhundert und wurde restauriert. Es hat sieben Zimmer, vier Bäder und ein eigenes Gewächshaus. Natürlich darf in der Luxusvilla auch ein Cheminée nicht fehlen. Das Haus hat sagenhafte 900 Quadratmeter, verteilt auf drei Stockwerke. Dazu kommt aber noch das Grundstück: Das sind nochmals 2600 Quadratmeter. Zwar hat man von der gedeckten Terrasse keinen Seeblick, dafür aber viel Privatsphäre. Die bemalten Fenster stammen aus den Siebzigern und sind eine Sonderanfertigung. Eine solche Ausstattung ist natürlich auch nicht billig: Die Villa kostet rund 7,5 Millionen Franken. Wenn Sie von Seesicht träumen, dann wird Ihnen diese Villa gefallen. Sie ist zwar etwas weiter vom Comersee entfernt, bietet dafür aber einen sagenhaften Blick. Die Villa gehörte einst einer belgischen Gräfin. 360 Quadratmeter verteilen sich hier auf fünf Stockwerke. Während sich auf den unteren vier Stockwerken vier Schlafzimmer und vier Bäder verteilen, ist der ganze fünfte Stock eine Terrasse. Interessiert? Dieses Schmuckstück kostet rund 3,3 Millionen Dollar. Falls Ihnen die Villa auf dem Hügel zu weit weg vom See war: voilà. Diese Villa hat sogar ein eigenes Bootshaus. Und wenn Sie Seewasser blöd finden, dann gibt es immer noch den hauseignen Pool. Ein winziger Privathafen verbindet den Besitzer dieser Villa direkt mit dem Wasser. Deswegen wird sie auch «Villa pied dans l'eau» genannt («Villa Füsse im Wasser»). Hier wohnten während des 19. Jahrhunderts diverse aristokratische Familien. Die Villa hat 550 Quadratmeter Wohnfläche und 850 Quadratmeter Grundstücksfläche. Der Haken? Den Preis erfahren Sie hier erst auf Anfrage. Billig wird es aber sicher nicht. Und hier eine Villa für Grillmeister und Hobbygärtner: Auf 25'700 Quadratmetern (!) können Sie sich hier austoben. Der Palazzo selbst hat 1600 Quadratmeter, acht Schlafzimmer, sechs Bäder, eine Terrasse, einen Swimmingpool, eine Garage und zwei Gewächshäuser. Gebaut wurde er zu Beginn des 19. Jahrhunderts für einen einflussreichen deutschen Unternehmer. Es gibt mehrere Terrassen, die eine Gesamtfläche von 246 Quadratmetern haben – das ist mehr als die meisten Wohnungen. Im Garten stehen mehrere hundertjährige Bäume. Und wissen Sie, wem der Palazzo einst auch gehörte? Keinem anderen als Konrad Adenauer, dem ersten Bundeskanzler Deutschlands. Der Preis ist hier Verhandlungssache: Zwischen fünf und zehn Millionen müssten Sie aber springen lassen. Übrigens: Der Palazzo hat auch einen eigenen Bootssteg. Darf es etwas älter sein? Diese Villa stammt aus dem 17. Jahrhundert und gehörte einst einer einflussreichen Familie aus Mailand. Zwar wurde die Villa teilweise renoviert, es gibt aber immer noch Bereiche, die eine Auffrischung benötigen. Eine mögliche Nutzung für die vielen Räume wäre ein Hotel oder ein Museum, wie der Immobilienvermittler sagt. Und wer würde hier nicht gerne eine Party feiern? Diesen (teilweise) renovierungsbedürftigen Palazzo gibt es für etwas mehr als drei Millionen.

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Wer auf Immobilien-Websites surft, sucht normalerweise nach einer bezahlbaren neuen Bleibe. In unserer Gegend und Preisklasse sind die meisten Angebote solide, aber nicht besonders spektakulär.

Mehr Museum als Heim

Anders sieht es aus, wenn wir das Budget (stark) erhöhen und ein bisschen weiter in den Süden fahren. Im Immobilienarchiv von Lionard, einem Spezialisten für italienische Schlösser, finden sich atemberaubende Villen und Anwesen, die einer Königsfamilie würdig wären.

Wer sich durch die Bilder klickt, fühlt sich mehr an ein Museum erinnert als an ein tatsächliches Heim. Und doch: All diese Anwesen können Sie käuflich erwerben – wenn Sie das nötige Kleingeld haben.

In unserer Bildstrecke sehen Sie eine Auswahl der pompösesten, schönsten und elegantesten Villen rund um den Comersee.

(mst)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marco am 05.11.2017 19:14 Report Diesen Beitrag melden

    Architektur mit Geschichte

    Wären doch nur die Häuser entlang des Zürichsees auch so schön. Leider steht der Zürcher auf viereckige Betonklötze in grau, ohne Stil, ohne Kultur und ist auf ebenso langweilige und lustlose Architekten angewiesen welche nur ebengenanntes bauen können. Eine Zumutung für jeden der diese abscheulichen Häuser ansehen muss.

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  • martin tschuemperlin am 05.11.2017 18:42 Report Diesen Beitrag melden

    Heute, alles cheap, billig und Schrott!

    Prächtig, wie damals das Kunsthandwerk glänzte, eigentlich sind das unbezahlbare Schätze! Absolut erhaltenswerte Kulturgüter. Darin wohnen möchte ich allerdings nicht! Heute? Cheap, billig und Schrott, der Niedergang ist schon sehr weit fortgeschritten.

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  • bebbeli am 05.11.2017 19:30 Report Diesen Beitrag melden

    Villen

    Jedes dieser Häuser würde mir gefallen, leider fehlt das nötige Kleingeld.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Petra zihlmann am 06.11.2017 10:50 Report Diesen Beitrag melden

    Wow

    Wow wow wow! Wundervoll! Das erste haus gefällt mir richtig!! Ich mag moderne wohnungen und häuser gar nicht!

  • Nigel Mansel am 06.11.2017 09:23 Report Diesen Beitrag melden

    Italien am ende

    Typisch Italien alles am ende, und trotzdem meinen sie immer noch das sie mit Espresso und Pasta eine grosse nation seien. Ohne Schweiz (Überflutung Tessin) würde überhaupt nichts mehr gehen.

    • David Stoop am 06.11.2017 10:24 Report Diesen Beitrag melden

      @Nigel Mansel

      Sorry, aber Sie sollten dann doch einmal ein paar Fakten studieren. Nur mal so als Anregung: BIP Italien: USD 1.85 Billionen / BIP Tessin: ca. USD 0.02 Billionen. Gemäss Adam Riese könnte die Schweiz das Tessin an Italien verkaufen und es hätte keinen nennenswerten Einfluss auf die italienische Wirtschaftsleistung. Das Tessin wird wegen der Aufwertung des CHF endlos überflutet, dies hat aber letztlich wenig Einfluss auf Italien als Ganzes.

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  • Heinz am 06.11.2017 09:12 Report Diesen Beitrag melden

    Liegt es am Können?

    Können die heutigen Architekten denn so was nicht mehr? Ist mir wirklich nicht klar wieso die Architken früher wussten wie man Häuser schön und nützlich baut und die heutigen Architekten dieses Know How nicht mehr haben. Vielleicht gibt einer mal Antwort auf diese Frage?

    • Alcatraz am 06.11.2017 09:32 Report Diesen Beitrag melden

      Schnell und billig

      Wenn ich mir die Neubauten anschaue, die innerhalb von 3-4 Wochen hochgezogen werden, finde ich absolut hässlich. Alles im "Hasenkasten"-Prinzip. Kalt und ohne Atmosphäre. Ist nichts für mich, es gibt aber solche die gerne in solchen Neubauten leben. Das heutige Problem ist wohl nicht, dass es die Architekten nicht mehr können, sondern dass die Immo Firmen das nicht wollen und die, die selber ein Haus bauen, keine Zeit und und kein Geld dazu haben. Die Art und Weise wäre sicher anders als zu den Architekten vom 18. und/oder 19. Jahrhunderts, aber vielleicht nicht weniger reizvoll - Schade

    • Samuel am 06.11.2017 10:13 Report Diesen Beitrag melden

      Liegt am Kunden

      Wenn man sich mal ausrechnet was der Bau eines solchen Hauses heute kosten würde, dann findet man den Grund relativ schnell. Die hier genannten Verkaufspreise entsprechen einem kleinen Bruchteil der Neubaukosten heutzutage.

    • David Stoop am 06.11.2017 10:28 Report Diesen Beitrag melden

      @Heinz

      1.) Sind dies hier keine einfachen Häuser, sondern Villen. D.h. wesentlich mehr Geld für Schönheit. 2.) Fehlen diesen Häusern etliche Errungenschaften moderner Technik, nicht zu Letzt im Bereich Isolation. 3.) Muss bei uns ja alles immer möglichst günstig sein, weshalb der Klotz unser architektonisches Wahrzeichen ist, denn dieser ist eben billig. 4.) Werden CH-Architekten leider nicht zu Künstlern ausgebildet, sondern zu Technikern. Schönheit ist aber eben Kunst.

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  • Anna Ida am 06.11.2017 08:17 Report Diesen Beitrag melden

    die Villen sind wunderschön,

    nur das Inventar müßte man ändern

  • The Caveman am 06.11.2017 07:52 Report Diesen Beitrag melden

    Preis/Leistung

    Für die 3 oder 5 oder 7 Millionen CHF bekommt man aber ne ganz schöne Menge Haus mit Grundstück - das ist im Verhältnis zu einer Eigentumswohnung dann gar nicht mal so teuer, finde ich. Kann es mir zwar dennoch nicht leisten... immer wenn wir an solchen Häusern vorbeifahren malen wir uns aus wie es sich wohl da gelebt hat, als diese Häuser damals gebaut und bezogen wurden - war sicher noch cool :-)