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Gewagte Farben

17. Mai 2017 08:05; Akt: 17.05.2017 08:05 Print

Traum oder Albtraum in Altrosa

von M. Steiger - La Muralla Roja ist ein Apartment-Komplex an der spanischen Küste. Die Farbe des Gebäudes ist sehr umstritten.

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La Muralla Roja bedeutet «Die rote Wand». Die Farbe, in der das Mehrfamilienhaus gestrichen wurde, erinnert aber eher an Altrosa – oder an das Millennial-Pink, das derzeit die Trendfarbe schlechthin sein soll. Der Architekt wäre seiner Zeit damit weit voraus gewesen.

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Ein Haus wie eine Klippe

Falls Ihnen das Design des Hauses bekannt vorkommt, dann ist das kein Zufall: Architekt des aussergewöhnlichen Gebildes ist Ricardo Bofill, der Mann, der aus einer alten Zementfabrik ein Heim geschaffen hat.

Die klaren Linien und geometrischen Formen sind aber nicht nur die Handschrift des Architekten. Das Haus sollte sich auch in die Klippe einfügen, auf der es steht. Der Grundriss der Muralla Roja erinnert an ein Kreuz: Jeder Arm beinhaltet Apartments. An den Schnittstellen gibt es offene Küchen und Badezimmer.

Wohnungen für Einheimische und Touristen

Der Apartment-Komplex soll nicht nur Unterkünfte für Einheimische bieten, sondern auch für Touristen. Bei Airbnb kann man Apartments in der Muralla Roja ab 124 Franken pro Nacht mieten. Ein bisschen Hotelkomfort hat das Haus dann aber doch.

Neben den 50 Apartments gibt es nämlich auch noch diverse Dachterrassen, einen Swimmingpool, ein Solarium und eine Sauna für alle Bewohner. Für die Fotografen von «Designboom» ist es «eines der fotogensten Objekte weltweit». Der Künstler Andrés Gallardo bezeichnete das Haus einst als «Ein Paradies für Fotografen. Du kannst tausendmal herkommen und findest immer neue Motive.»

Berühmter Architekt, umstrittenes Bauwerk

Ricardo Bofill stellte den Komplex 1973 fertig – es war sein letztes Projekt vor der berühmten Zementfabrik, die ihn die nächsten 44 Jahre beschäftigen sollte. Zwar ist Bofill in Spanien durchaus bekannt, mit der Muralla Roja hat er sich aber nicht nur Freunde gemacht. Nicht nur die Farbe ist sehr umstritten, auch der Stil, der an eine Festung erinnert, gefällt nicht allen.

«Eine Schande für die schöne spanische Küste, ein Albtraum in Altrosa» wurde sein Haus von vielen Bewohnern der Stadt Calp genannt. Ein Teil ist rosa, ein Teil blau und einer violett. «Uns wurde gesagt, so solle es sich in die Umgebung einfügen. Aber sehen Sie hier irgendwo violette Steine oder rote Bäume? Ich nicht!», sagt ein junger Mann aus der Stadt gegenüber Medien.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kartoschka am 17.05.2017 09:05 Report Diesen Beitrag melden

    Besser bunt

    Wunderschöne Farbe! Sollte bei uns auch bunter sein. Hebt die Stimmung.

  • Cornichon am 17.05.2017 09:26 Report Diesen Beitrag melden

    Besser als grau

    Jedenfalls besser als das triste grau dass man überall bei uns sieht.

  • a.sch. am 17.05.2017 08:25 Report Diesen Beitrag melden

    perfekt ... mit bunte farben

    beste gratis werbung :) alle reden darüber und wollen sicher mal sehen egal ob gefällt oder nicht menschen wollen beides erleben

Die neusten Leser-Kommentare

  • Bona am 18.05.2017 21:47 Report Diesen Beitrag melden

    Unsere Kreativität

    Das ist wahr hier in der Schweiz sehen die Häuser sehr trist aus überall Beton grau und wieder grau. Um Himmels Willen wann wird das Gesetz geändert.

  • Sybille am 18.05.2017 16:32 Report Diesen Beitrag melden

    nein, nein, nein

    Für mich wäre so ein Barbie-Haus ein allgegenwärtiges "rotes Tuch". Nein in sowas will ich nie wohnen

  • Mimi am 18.05.2017 12:07 Report Diesen Beitrag melden

    Besser als kartonschachtelgrau

    Ist vielleicht etwas gar dominant, aber allemal sehr viel besser als das Kartonschachtelgrau, das jede, wirklich jede Neubaute in der Schweiz verunstaltet. Hat wohl irgendein ETH-Prof als Trendfarbe deklariert und alle machen's nach. Schrecklich.

  • Bartli am 17.05.2017 18:29 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo, gefällt

    Wunderschön, da geht einem das Herz auf. Vermutlich auch an tristen Tagen. So was müsste es auch hier mehr geben, allerdings muss dann das Umliegende auch dazu passen.

  • archi-tek am 17.05.2017 10:51 Report Diesen Beitrag melden

    Ganz Toll!!!

    Es brauch halt Cojones, um so was aufzustellen. Darum in der CH nicht denkbar.